RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Posts Tagged ‘Gewandung

Was ich noch sagen wollte …

with 5 comments

Ich bin zurück. Zurück in der Realität. Den Großcon-Jetlag habe ich auch überwunden. Leider. Die Zeit in den Drachenlanden war viel zu kurz. Und ich kann nur sagen: Meine Entscheidung dieses Jahr das Drachenfest statt dem CoM zu besuchen war absolut richtig (Begründung hier). Aber da ich mich nicht wiederholen will: Meine Review findet man hier.

Es gibt aber auch ein paar Dinge, die keinen Eingang in meine Review gefunden haben, da ich mit stärkerer zeitlicher Distanz dazu was schreiben wollte.

Knüppeltag
Viele (einige?) Larper scheinen der Ansicht zu sein, dass ein Charakter auch eine Kopfbedeckung braucht. Auch ich finde einen Hut ganz groß und oute mich als Anhänger des „Blöden-Hut-Credos“. Aber dann einen „Knüppel-Tag“ auszurufen und mit einem Mob durch die Stadt zu ziehen, um jeden Unbehüteten mit dem (Polster-)Knüppel auf den Kopf zu hauen, finde ich idiotisch. Weil das augenscheinlich dem Gedanken entspringt, dass die Leute, die keinen Hut tragen, damit erzogen werden einen zu tragen – oder entsprechend bestraft werden. Unter eigentlich erwachsenen Menschen (auch bzw. trotz unseres seltsamen Hobbies) meines Erachtens ein Unding.

Steampunk
Mich fasziniert das Genre, ich finde die Ausstattung toll, mir gefällt die Kleidung – aber verdammt noch mal nicht auf einem Fantasycon. Ja, wir spielen Fantasy (die angebliche Entschuldigung für alle Entgleisungen). Ja, jeder soll spielen, woran er Spaß hat (so lange er nicht andere zwingt auf seine Weise Spaß zu haben). Ja, jeder interpretiert unsere Fantasywelt anders und setzt auch unterschiedliche Grenzen. Aber wo es ein eigenes Genre mit eigenen Cons gibt, hört für mich einfach die Kompatibilität mit Fantasy auf. Natürlich ist das subjektiv, aber mich stören einfach Mediziner aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit entsprechend aufgeklärtem Weltbild (Götter und Magie sind Unsinn, etc.) und Aktenkoffern. Und die Ausstattung und das Kostüm auf dem Foto vom CoM ist beispielsweise toll, aber gehört m.E. einfach nicht auf ein Fantasy-Con.

Hexenjäger und andere Hypes (was sicher falsch geschrieben ist)
Wenn man so die Fotos vom CoM betrachtet, wie dieses hier, dann stellt man fest, dass der Boom an Hexen-/Dämonen-/Geisterjägern, auf den ich schon mal hier hingewiesen habe, ungehindert anhält (auch wenn die Kostüme zugegebenermaßen toll aussehen). Und wenn ich so in meinem Umkreis höre, wo weitere solche Charaktere am entstehen sind, dann wird der Boom auch weiter anhalten. Dabei scheinen Warhammer und die literarische Figur van Helsings die Grundlagen aller diesbezüglichen Charaktere zu sein. Irgendwie scheint das der Parallelhype zu sein zu den Landsknechten, die sich in den vergangenen Jahren auch so stark vermehrt haben, dass sie auf dem Drachenfest (Kurzform: DF, damit ich es nicht ständig ausschreiben muss) sogar schon ein eigenes Lager hatten. Wobei man ehrlich sagen muss: Ein schön anzusehener Hype.

Ich bin ja nur froh, dass es nach dem Film „300“ keinen Hype gegeben hat und wir von ganzen Phalanxen knapp bekleideter Spartianer verschont geblieben sind. Mehrheitlich wäre der Wunsch wahrscheinlich Vater des Gedanken gewesen was die dafür erforderliche Körperästhetik angeht. Wobei ich es schon etwas seltsam finde, wenn man einen Barbaren spielt, der faktisch nur eine Leder-Badehose anhat – auch wenn der durchtrainierte Körper durchaus gepasst hat. Auch wenn ich mich immer frage, ob man die Rolle nicht nur spielt, weil man seinen Körper zeigen will: Jedem wie er möchte.

Tänzerinnen
Zumal sich natürlich die Frage stellt, ob nicht viele Frauen auch nur Tänzerinnen spielen, weil sie wollen, dass die Männer sie mit Gier in den Augen und Sabber im Mundwinkel betrachten. Ich habe Nichts dagegen und schaue mir natürlich gerne hübsche Tänzerinnen an. Achtung! Ich betone „hübsche Tänzerinnen“. Das beinhaltet, dass sie hübsch sind, was nicht zwingend dürr oder dem uns von den Medien aufgedrängten Schönheitsideal entsprechend bedeuten muss. Aber wenn die Speckrollen beim bauchfreien Tanzgewand mehrfach vorhanden sind hat das mit dem Ästhetikempfinden der breiten Masse sicher nur noch wenig zu tun. Haben diese Leute, die so fast nur Hohn und Spott ernten, keine ehrlichen Freunde und/oder keinen Spiegel? „Hübsche Tänzerin“ bedeutet aber auch, dass die Person sich zur Musik bewegen kann und auch ihre Kleidung nicht einfach eine schwarze Jogginghose und ein weißes Top ist – wir sind schließlich immer noch auf einem Con, bei dem (anders wie bei P&P) auch die optische Darstellung gefragt ist. Musste ich mal los werden, denn auf dem DF gab es ein entsprechendes Beispiel.

Kostüme
Ja, das ist das Gleiche wie „Gewandung“. Finde den Begriff nur irgendwie passender. Gab es auf dem Drachenfest viele. Logisch. Es gab richtig gute Kostüme, es gab aber auch schlechte Kostüme. Finde ich toll, denn wenn alle nur Kostüme hätten, bei denen ich neidisch wäre, müsste ich mich vielleicht für mein Kostüm schämen. Aber da es ja Leute gibt, die sich wenig Mühe mit ihrem Kostüm machen muss ich mich nicht schämen, kann sogar stolz sein und habe nebenbei noch Leute, auf die ich hinab schauen und über die ich lästern kann. Ist nicht nett, macht aber zuweilen Spaß (also mir, nicht den Betroffenen, die es aber normalerweise nicht mitbekommen) und ich halte es zudem für menschlich. Was mich aber gewundert hat: Viele Leute laufen noch mit den Polsterwaffen hinter dem Gürtel rum. Das habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen, da es ja Waffenholster für den Gürtel indessen erschwinglich an jeder Ecke zu kaufen gibt (zumindest sind sie weitaus günstiger als die Polsterwaffe selbst). Und verdammt, das ist doch echt unbequem!

Orks
Wow. Die Orks machen schon was her, wenn sie alleine oder gemeinsam unterwegs sind. Da bekommt man schon Angst und macht um sie einen weiten Bogen. Seit dem Film „Herr der Ringe“ hat sich die Orkszene gewandelt, wenn ich an die frühere Darstellung denke. Es macht einen tollen Eindruck. Einen etwas anderen Blick erhält man jedoch, wenn man mit Leuten spielt, die schon lange vor dem Film Orks gespielt haben. Zu einer Zeit, als ein Ork noch anders ausgesehen hat (also keine Maskenteile, nur Schminke, etc.) – wie hier. Also als ein Ork noch nicht zwingend ein „Mordor-Ork“, also ein Ork im Stil vom HdR-Film sein musste. Das scheint aber indessen so zu sein, weshalb viele altgediente Orkspieler nicht als Ork zu einem Großcon fahren. Weil sie ohne ein „Mordor-Ork“ zu sein gar nicht ernst genommen werden und ein Ork 2. Klasse (wenn überhaupt) wären. Schade, denn ich kenne auch richtig gute Orkspieler, die nicht im Stil von HdR rumlaufen …

Das waren noch ein paar Punkte und ein paar Gedanken von mir, die ich so nicht in meiner Review schreiben wollte (diese und dieser Text hier sind ja auch so lang genug). Ich persönlich hatte zumindest auf dem Con verdammt viel Spaß und es steht schon fest, dass es nicht mein letzter Besuch in den Drachenlanden gewesen sein wird. Dazu aber sicher irgendwann mehr und detaillierter.

Advertisements

Schnitt für einen Musketiermantel.

leave a comment »

Nach den ersten Skizzen für den Mantel meines Liverollenspiel-Charakters Askir (hier, hier und hier) war schnell klar, dass sich das neue Kleidungsstück an den Überwürfen bzw. Mäntel der Musketiere orientieren soll. Nach meiner Suche im Netz musste ich feststellen, dass es kein frei verfügbares Schnittmuster gibt. Noch schlimmer: Es gab noch nicht mal adäquate Skizzen, wie ein solches Schnittmuster grob aussehen könnte. Einzig das historisch-korrekte Schnittmuster von „Reconstructing History“ (hier) kam meinen Vorstellungen sehr nahe – auch wenn die Anzahl von bis zu 154 Knöpfen mich erschreckt hat. Mein Mantel hat pro Ärmel drei (große) Knöpfe …

Letztendlich habe ich mir mit Teilen eines Schnittmusters geholfen, das ich sowieso schon zuhause hatte – und darüber hinaus habe ich das Schnittmuster selbst entwickelt. In der Skizze sieht man im Endeffekt die Teile, die ich aus dem Stoff geschnitten habe. Die roten Bereiche des Schnittes habe ich entsprechend des Musters für eine Seefahrerweste (hier) angelegt, wobei ich die zwei Ärmelstücke (unten und oben) für den Musketiermantel der Einfachheit halber zu einem Stoffstück zusammen gefasst habe. 

Fotos des fertigen Mantels werde ich in Kürze nachliefern und hoffe, dass man mit der Skizze etwas anfangen kann. Wer Fragen hat kann sie gerne stellen – ich werde mich bemühen sie zu beantworten.

Edit: Ein paar Fotos des fertigen Mantels findet man hier, hier und hier.

Written by Rabe

22. Januar 2010 at 09:04

Die Apostel für Askir:

leave a comment »

Nachdem ich meinen gestrigen Beitrag in meinem Forum FantasticCulture und dem Forum Larp-Ahr gestellt habe, kamen auch direkt ein paar konstruktive Vorschläge, um mein geplantes Kostüm fürs Liverollenspiel (Larp) zu verbessern bzw. aufzu“pimpen“. Genau das Art Feedback, was man gebrauchen kann.

Derek und Nepomuk haben mir eine preiswertere Alternative zu den von mir angedachten Stulpenstiefeln aufgezeigt. Bei dem von ihnen vorgeschlagenen Anbieter bezahlt man eindeutig weniger, denn Nepi hat schon recht, wenn er sagt, dass man meist 150 € nicht mal für OT-Schuhe ausgibt. Jedoch scheine ich kleine Füße zu haben, denn die meisten Schuhe sind ab Größe 42 zu bekommen – ich habe aber 41. Im Winter eine gute Sache, da man noch dicke Socken tragen kann, aber ich bin mir noch unschlüssig, ob das auch im Sommer gut ist …

Arnulf merkte an, dass mir an sich noch eine Bandoliere mit Aposteln fehlen würde. Da ich jedoch schon den Schultergurt für den Säbel habe (das Daumendrücken für den Großen Pappenheimer hat leider nicht zum gewünschten Ergebnis geführt) und auch eine Umhängetasche habe (vielleicht kommt auch noch ein kleiner Seesack hinzu) wäre das aber wohl etwas zuviel. Aber nachdem die „Piratengurte“ von Leder-Joe im Larp sehr verbreitet sind habe ich mir sowieso schon Gedanken gemacht, wie ich den etwas „aufmotze“ …

Neben einer der oft gebräuchlichen Gürteltaschen des Schweizer Militärs, die ich auf den Gurt nieten werde, kommen wohl noch ein paar (aber sicher nicht zwölf) Apostel hinzu. Apostel sind dabei die hölzernen Behälter, die mit Kordel vom Gurt hinab baumeln und in denen früher die Musketiere das Schiesspulver für je einen Schuss fertig abgefüllt hatten. Und da Askir eine Perkussionspistole sein Eigen nennt (auch wenn ich noch nach Ideen suche, wo und wie ich diese unterbringe) passt das ganz gut. Wie solche Apostel aussehen können, kann man übrigens ganz gut auf Raubis Fotos sehen. Jetzt muss ich nur noch überlegen, wie man die am besten und einfachsten herstellt (auch wenn Arnulf dankenswerter Weise schon so leichtsinnig war seine Hilfe anzubieten ;) ).

Ich freue mich weiter über Verbesserungsvorschläge oder Ideen, was Askir sonst noch so gebrauchen kann …

Und da wir gerade beim Thema Larp und Ausrüstung bzw. Gewandung sind: Hier hat ein anderer Blogger einen entsprechenden Text für Anfänger veröffentlicht  und freut sich sicher über weitere Kommentare ;)

Written by Rabe

6. Januar 2010 at 08:35

Askirs neue Kleider:

leave a comment »

Nach der Skizze gestern (die auf Facebook sogar ein Kommentar wegen der behaarten Beine geerntet hat) hier neue Skizzen für Askirs Gewandung. Immer noch ohne den braunen Dreispitz aus Filz mit Federn und einem Zinnabzeichen, aber jetzt mal mit Zeichnungen vom geplanten Mantel. Die mittlere Zeichnung zeigt den Mantel in der Schön-Wetter-Fassung, während das Detail rechts den Mantel in der Schlecht-Wetter-Variante mit zugeknöpften Ärmeln zeigt. Jetzt muss ich mir nur noch den Futterstoff und acht goldene Knöpfe besorgen und das Nähen kann beginnen, denn den Rest habe ich schon zuhause rumliegen.

Mein Ziel ist, dass diese Gewandung bis zum Drachenfest fertig ist, denn dort werde ich mehr als eine Montur benötigen. Im Endeffekt wird es aber natürlich auch, im Besonderen in Hinsicht auf die Stulpenstiefel, eine Preisfrage sein. Und der Zeit und Motivation zum Nähen ;) Aktuell bin ich aber noch optimistisch …

Übrigens: Für Ideen und Anregungen und Tipps, wie ich diese Gewandung noch aufpimpen bzw. mit was man Klamotten und Ausrüstung ergänzen kann, bin ich immer dankbar.

Eröffnung der Larp-Saison 2010.

with one comment

Wie schon vor etwa einem Jahr vorhergesagt war das Larp-Jahr 2009 für mich das aktivste Jahr meiner „Karriere“. Im Endeffekt komme ich auf 19 Liverollenspielveranstaltungen mit 51 Contagen – davon drei Tage als Spielleitung (SL) beim „Willkommen in Einzum“ des Chaos-Larp e.V.. Von den verbleibenden 48 Tagen als Spieler entfielen 3 Tage auf den Professor, 14 Tage auf Anselm und 28 Tage auf Askir. Nur 3 Tage war ich mit meinem dorlónischen Reichsritter Mathras von Orktrutz unterwegs – und habe ihn nach den Erfahrungen dieser Tagen endgültig für die nächsten Jahre Zeit eingemottet.

Soweit zur Statistik. Dahinter steht zum Einen die Erkenntnis, dass meine Anforderungen und Erwartungen an das Hobby Larp sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt haben: Vom Plotjäger, der keinen Spaß an Ambientecons hatte, zum Ambientespieler, der einen kleinen Plot als Dreingabe manchmal (nicht immer) ganz nett findet. Eine Entwicklung, die sich auch in meinen Charakteren wiederspiegelt. Früher Mathras, der sich immer und überall in der Pflicht sieht für das Licht zu streiten, heute Anselm, wenn ich etwas Action haben möchte – und mein neuer Hauptcharakter ist der Lebenskünstler, Glücksritter und Herumtreiber Askir.

Ich habe aber auch erkennen müssen, dass das Rekordjahr 2009 durch die Masse an Cons im Verlauf die Lust und Freude an dem Hobby geschmälert hat. Irgendwann überwog nicht mehr die Vorfreude auf eine Liverollenspielveranstaltung, denn es war zur Pflicht geworden die Cons zu besuchen, für die man sich angemeldet hatte. Daher hatte ich, als wir gezwungen waren unsere Teilnahme am Silvestercon abzusagen, neben einem weinenden auch ein lachendes Auge.

Darüber hinaus bin ich auch wieder stärker in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk aktiv und habe seit dem 01. Januar 2010 im Ortsverband Sinzig das Amt des Gruppenführers der 2. Bergungsgruppe inne. Ebenso  habe ich meine Leidenschaft für die Fotografie entdeckt. Beides Freizeitbeschäftigungen, die Zeit erfordern – und das Fotografieren wird mich bis zur vernünftigen Ausrüstung noch den einen oder anderen Euro kosten.

Es mag ergo nicht verwundern, dass ich für 2010 mit meiner Conplanung noch etwas verhaltener bin. Bisher steht nur für den März eine Taverne in Daynon sowie ein Ambiente-Wochenende in Magonien an – und natürlich das obligatorische Großcon für dieses Jahr. Nach zwei schönen Jahren auf dem Conquest of Mythodea geht es aber dieses Mal auf das Drachenfest – die Gründe kann man hier nachlesen.

Nach den ersten Kleidungsentwürfen für Askir [hier] hat sich seine Kleidung in den etwas über 1 1/2 Jahren doch stark verändert – und meiner Meinung nach verbessert [Foto]. Aber nicht nur der Gewandungsstandard im Larp ist in den letzten Jahren gestiegen, auch der eigene Anspruch erhöht bzw. verändert sich zusehends. Sei es durch eine Weiterentwicklung des Charakters, Vorbildern aus Larp und Film und Fernsehen oder einfach aus neuen eigenen Vorlieben und Vorstellungen.

Daraus folgend habe auch ich eine neue Kleidung für Askir im Kopf. Einen ersten Entwurf für eine Sommerkleidung (die vor allem für die Temperaturen, die normalerweise auf Großcons so herrschen, gedacht ist) sieht man hier im Bild. Man kann auch gut erkennen, dass sich das Farbkonzept für Askir etwas dezenter gestalten wird. In den nächsten Tagen hoffe ich noch die Zeichnung für einen neuen Mantel präsentieren zu können. Der Stoff liegt schon zuhause, aber mit dem genauen Schnitt, der etwas an die Überwürfe der Musketiere angelehnt sein wird, des Mantels bin ich mir noch unschlüssig.

Darüber hinaus wird natürlich seine Ausrüstung verändert, angepasst bzw. erweitert. Mehr Zeug zum Glücksspiel, weniger Heilerzeug, etwas Einbruchswerkzeug bzw. Gerät zum Beseitigen von Fallen und Schreibzeug (mir machen Rätsel, im Besonderen das Übersetzen von Texten bzw. Geheimschriften immer mehr Spaß). Aber vor allem immer die Frage: Was schleppt man mit und wie und wo? Erfahrungsgemäß hat man immer zuviel Geraffels dabei. Aber dafür werde ich mir bald wohl einen kleinen Seesack anschaffen – der sollte das Problem (hoffentlich) lösen.

Noch ein Punkt: Als ich Askir am 30. Mai 2008 das erste Mal gespielt habe, hatte ich damals nach 8 Monaten Abstinenz wieder eine Zigarette angepackt – und danach weiter geraucht. Ergo ist Askir bisher immer nur rauchend gespielt worden und jetzt denke ich, auch zur Unterstützung meines Entzugs, über einen adäquaten Ersatz nach.

Ich merke, wie meine Larpunlust der letzten Monate zusehends schwindet, auch wenn ich derzeit noch nicht klar zu erkennen vermag, ob ich in erster Linie wirklich Lust darauf habe wieder mit Askir auf einem Con zu spielen, oder ob ich einfach nur den Ehrgeiz habe Askir mal in den Klamotten zu sehen und mir das Ausstatten Freude bereitet. Aber das wird sich in den nächsten Wochen und Monaten sicher noch heraus stellen ;)

Auf dem Mittelaltermarkt nichts Neues.

with 2 comments

Am Sonntag war ich auf dem Mittelaltermarkt „Spectaculum“ in Oberwesel. Jede zwei Jahre findet dieser Mittelaltermarkt statt und trotz der Liebe zum Detail, den strikten Vorgaben an die Schausteller, was deren Gewandung und ihren Stand angeht, und der Kulisse in der schönen Altstadt des Ortes am Mittelrhein musste ich feststellen, dass letztendlich alle diese Märkte sich doch stark gleichen und auch das Angebot überall an sich identisch ist. Dabei wird auf diesen Veranstaltungen ein mit vielen Klischees behaftetes Mittelalter gezeigt, das mit den historischen Fakten nur rudimentär etwas zu tun hat. Ein Mittelalter, wie es der von Hollywood geprägten Geschichtsauffassung und dem touristenkonformen Mainstream (und damit dem Kommerz) zuträglich ist.

Es beginnt mit der Taverne, in der Niemand daran denken würde den Wein wie in früheren Zeiten anzubieten. In den Schenken viel Fleisch (wer konnte sich das früher schon leisten) und gut abgeschmeckt mit Gewürzen, die sicher nicht nur aus Europa stammen. Irgendwo steht auch immer ein Badezuber rum, in dem sich manchmal einige Wagemutige unter den spöttischen Blicken des prüden und hygienegewohnten Publikums hinein wagen. Die Verkäufer von pseudomittelalterlichem Schmuck (von Symbolen der Mayas über die der Kelten und Wikinger bis zum modernen Gothic ist alles dabei) und von indessen durch den Mittelalterboom in Serie hergestellten Gewandungen dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen (und von der Wikingertunika bis zum Dreispitz aus dem 18. Jahrhundert fehlt auch wirklich wenig).

Die Gruppen, die normal Reenactment machen und bei solchen Veranstaltungen gerne als Rahmenhandlung gebucht werden, oft als Schaukämpfer und für das Ritter- bzw. Landsknechtlager, sind dabei wohl die wenigen Personen, die wirklich Ahnung haben von den historischen Hintergründen und sich um wirkliche, einer Epoche zugehörigen Authentizität bemühen. Darüber hinaus gibt es aber dann noch weitere Mittelalterinteressierte, die ihre Zugehörigkeit mit dem Erscheinen in mittelalterlicher Gewandung für jeden sichtbar zum Ausdruck bringen müssen – und das selbst in Oberwesel, wo man durch diese Kleidung keinen Preisnachlass erhalten hat.

Ich für meinen Teil finde unsere moderne Kleidung sowohl bequemer als auch praktischer – aber da mag man unterschiedlicher Meinung sein. Aber wenn, dann bitte nicht in Gewändern aus Pannesamt, die aus den alten und schlechten Historienschinken aus den 50ern entstiegen scheinen. Keine Larper, die meinen als Fantasy-Barbar in Lederkilt mit Fellresten hier richtig zu sein. Nicht stolz mit Larp-Polsterwaffen oder dem Baum von Gondor auf dem schwarzen Umhang umher stolzieren. Das sind nur einige Beispiele, wie man sich krampfhaft bemühen kann sein Ego zu streicheln, weil man ja angeblich „dazu gehört“ und von den „normalen Touristen“ bewundernd angeschaut wird, während man sich vor allen, die sich ernsthaft um etwas Authentizität bei Mittelalterveranstaltungen bemühen, lächerlich macht.

Seit einigen Jahren entdecken immer mehr Gemeinden das Mittelalter für ihre Festivitäten für sich und entsprechend häufiger sieht man Werbeplakate für Mittelaltermärkte. Wenn ich an die Besuchermassen in Oberwesel denke muss ich verwundert feststellen, dass dieser Boom trotz eines größeren Angebotes ungehindert anhält. Eine Tendenz, die man auch im Liverollenspiel findet, das sich meines Erachtens in den letzten Jahren auch von einer Subkultur in ein Massenphänomen gewandelt hat. Ob das ein Ausdruck für Wehmut nach einer einfacher strukturierten Zeit war halte ich für etwas zu oberflächlich, aber warum gerade diese Epoche so starken Zulauf findet wäre doch mal eine nähere Betrachtung wert – irgendwann später vielleicht ;)

Doch es wäre ungerecht, wenn ich nicht ehrlicherweise zugeben würde, dass ich eine interessante Stunde auf dem Markt hatte: Ein Fachgespräch über den Bau und die Sanierung von alten Fachwerkbauten. Etwas, was aber wohl nur wenige Besucher des Marktes wirklich interessiert hat. Als Fazit kann ich nur feststellen: Ich für meinen Teil werde wohl so schnell keinen Mittelaltermarkt mehr besuchen, denn da gibt es selten etwas Neues.

Gewandungsskizzen Alanis.

leave a comment »

Gewandungsskizzen Alanis

Diese Skizzen sind gestern für den Charakter Alanis Tatius meiner Freundin entstanden. Es zeigt zwei Arten für Kleider, die für festlichere Gelegenheiten gedacht sind. Rechts ist ein Farbkonzept zu sehen, das auf Grund der schon vorhandenen Stoffe auch so ungefähr realistisch ist.

Nachtrag zum Gewandungskonzept von Askir: Der Ledermantel ist angekommen und echt toll. Nur ist der noch so gut in Schuss, dass es einem leid tut ihn für Larp auf alt und verbraucht zu trimmen. Also steht gerade zur Debatte ihn OT zu nutzen – nur brauche ich dann wieder einen Mantel für den Charakter. Was für ein Dilemma …

Written by Rabe

3. März 2008 at 11:20