RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

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Am Himmel ist die Hölle los!

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„… Mit 21 000 erwarteten Flügen – statt normalerweise 28 000 – sollen laut Eurocontrol etwa 75 Prozent aller Flieger starten. Bedeutet: Am Himmel ist jetzt die Hölle los …“ [Q]

Da frage ich mich doch: Was muss am Himmel erst los sein, wenn 100 % aller Flieger starten. Also wie nennt man den Normalzustand? Apokalypse?

Written by Rabe

22. April 2010 at 16:41

Einige meiner Gedanken zu Haiti.

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Wo kommen eigentlich die ganze Journalisten her, die für ein gelungenes Motiv fast auf den Verletzten rumkrabbeln? Kommen die über den gleichen, überlasteten Flughafen wie die Rettungskräfte? Wieso ist die Presse scheinbar näher am Geschehen, als die eintreffenden Helfer, die nur schleppend in die Einsatzgebiete kommen? Es wundert mich immer wieder – und trotzdem weiß ich, dass das sein muss. Warum? Weil erst die Medien eine Katastrophe machen. Ohne die erschreckenden Bilder, welche durch die Medien eingefangen werden und damit uns erreichen, würde die internationale Hilfe nicht in der Größe erfolgen und auch das Spendenaufkommen wäre geringer.

Apropos Spendenaufkommen. Mich nervt jetzt schon der Aufruf für Haiti zu spenden. Also mit der Angabe des Verwendungszweckes. Denn das bedeutet, dass das Geld auch nur für Haiti ausgegeben werden darf. Beim Tsunami vor einigen Jahren führte das letztendlich dazu, dass ein Jahr später die Organisationen wie bescheuert nach Projekten gesucht haben, weil noch Geld im Tsunami-Topf war. Geld, dass man sinnvoller woanders hätte ausgeben können, es aber nicht durfte. Daher: Wenn Ihr spendet, dann spendet der Organisation Eures Vertrauens – aber ohne Angabe des Verwendungszwecks. Es wird auf jeden Fall bei Menschen ankommen, die Hilfe nötig haben.

Da bleibe ich gerade beim Thema nötiger Hilfe. Denn es ist wieder schön zu sehen, wie ein Erdbeben ein sonst vergessenes Land und damit sonst vergessene Menschen in den Fokus der Öffentlichkeit bringen können. Und plötzlich sind diese Menschen auch wichtig. Der französische Minsterpräsident hat vorgeschlagen eine Haiti-Konferenz einzuberufen, wie man dieses ärmste Land der Erde aufbauen kann. [Q] Das hat ihn vor dem Erdbeben nicht interessiert – aber jetzt bringt es Sympathiepunkte in der Bevölkerung. Wie ich schon geschrieben habe: Eine Katastrophe entsteht an sich erst durch die entsprechende Medienpräsenz.

Der Kreis schließt sich und wir sind wieder beim Thema „Medien“. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, wie sehr mich gerade BILD nervt mit ihrem „Killer-Erdbeben“. [Q] Kann sich Jemand erinnern, ob wir damals in Indonesien einen „Killer-Tsunami“ hatten oder in Myanmar einen „Killer-Wirbelsturm“? War das große Erdbeben in China eigentlich kein „Killer-Erdbeben“? Aber es klingt ja viel cooler und schlimmer, als wenn man nur von einem normalen, popeligen Erdbeben spricht, oder !?

Äh … da ich gerade Myanmar erwähne. Seit dem Wirbelsturm ist es um dieses Land auch wieder sehr still geworden, oder!? Damals, als viele Helfer die meiste Zeit auf dem Flughafen sitzen mussten, weil sie nicht helfen durften, gab es sogar Stimmen in der deutschen Presse, die über einen Einmarsch nachdachten, um die internationale Hilfe in dem Land durchzusetzen. Und heute interessiert Niemand mehr, dass das Land noch immer von den gleichen Leuten diktatorisch und menschenverachtend beherrscht wird. Und ich glaube nicht, dass das bei Haiti anders sein wird. Vielleicht wird nach der Katastrophe ein Aufbau durch Projekte stattfinden (was dem Land zu wünschen wäre), aber in spätestens zwei Jahren wird Haiti wieder vergessen sein …

Oder was meint Ihr?

100%ige Sicherheit !?

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„Nach vereiteltem Terror-Anschlag in Detroit: Reiseunternehmer Öger fordert Handgepäck-Verbot“ titel heute die BILD. Da drängen sich mir direkt einige Fragen auf:
– Hatte der Attentäter von Detroit seine Bombe nicht eher als Beingepäck dabei?
– Wie versorgt man auf einem Flug ein Baby ohne Handgepäck?
– Wir die Welt friedlicher, wenn man Freiheiten für eine vermeintliche Sicherheit opfert?

Aber vor allem: Versucht man uns hier wirklich weiter weiß zu machen, dass 100%ige Sicherheit möglich ist ???

Wenn wir aber ganz ehrlich sein wollen: 100%ige Sicherheit wird es erst dann geben, wenn man den Mitflug von Passagieren verbietet – dann kommt auch kein Attentäter mehr an Bord und wenn doch, dann gibt es nicht so viele Opfer …

Written by Rabe

30. Dezember 2009 at 11:34

Projekt 52 | Wochenthema 24 | Piraten Ahoi

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Das Projekt 52 geht in die 24. Woche und Sari hat das neue Thema vorgegeben: „Piraten Ahoi“. Als ich es gelesen habe wusste ich direkt, welches Bild dazu passt, auch wenn ich auf mein Archiv zurück greifen musste:

2009-06-15-p52-piraten

Das Foto wurde auf unserer Liverollenspiel-Veranstaltung „Donnerholm 1“ an Ostern 2008 aufgenommen und zeigt einen Teil der Mannschaft des Schiffes „Cazadora“, wie sie das Lied „17 Mann auf des Totenmanns Kiste“ singen. Wer mehr Fotos sehen möchte: Location | Tag 1 + 2 | Tag 3 | Tag 4.

Written by Rabe

15. Juni 2009 at 12:27

Projekt 52 | Wochenthema 01 | Meine Stadt

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2009-p52-logo-100Bei Sari ist indessen auch das Projekt 52 in das zweite Jahr gegangen und die Liste der Teilnehmer ist schon verdammt lang. Auch wenn ich es letztes Jahr leider nicht geschafft habe so viele Wochenthemen zu bearbeiten, wie ich es mir gewünscht hätte, wird mich das nicht davon abhalten mit neuen Vorsätzen und neuem Elan soweit wie möglich am Projekt 52 im Jahr 2009 mitzuwirken. Das erste Wochenthema ist „Deine [bzw. meine] Stadt“ – und hier ist mein Beitrag dazu (Bild in größerer Auflösung hier):

2009-p52-01-blog

Am Schnittpunkt der Heerstrasse zwischen Frankfurt und Aachen gelegen gab es in Sinzig schon früh ein Königsgut. Schon 762 hat König Pippin der Jüngere (der Vater von Karl dem Großen) hier eine Urkunde ausgefertigt. Vom 12. bis 14. Jahrhundert war Sinzig Sitz einer Kaiserpfalz, in der unter anderem auch Friedrich I. Barbarossa mehrfach weilte – daher nennt sich Sinzig noch heute „Barbarossastadt“.

1241, noch bevor Sinzig 1267 die Stadtrechte erhielt, wurde die Pfarrkirche St. Peter geweiht. Die dreischiffige, spätromanische Kreuzbasilika gilt als einer der „bedeutendsten Sakralbauten der Spätromanik im Rheinland“. Sie steht daher wie kein zweites Bauwerk in Sinzig für diese Stadt. Weitere Bilder findet man hier.

Written by Rabe

9. Januar 2009 at 20:05

Militäraktion in Myanmar !?

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„Muss die NATO den Tyrannen vertreiben?“ titelt die BILD. Nachdem die militärischen Operationen in Afghanistan und im Irak ja durch die Einführung demokratischer Strukturen und besseren Lebensverhältnissen für die Gesamtbevölkerung als großer Erfolg zu werten sind, ist diese Forderung doch nur logisch und gerechtfertigt, oder !? [Achtung: Ironie] Wenn man so eine Überschrift liest und sich dann noch vor Augen führt, dass die BILD-Zeitung (ob man es jetzt wahrhaben will oder nicht) die öffentliche Meinung in Deutschland stark prägt, kann man nur mit der Erkenntnis heraus gehen, dass es immer noch Leute gibt, die den Zaunpfahl noch nicht gespürt und das Läuten der Glocken noch nicht gehört haben.

Um der Aussage, dass die UNO die Regierung von Birma zwingen können ausländische Helfer ins Land zu lassen, mehr Gewicht zu verleihen wird Jochen Frowein, Professor vom Max-Planck-Institut für ausländisches Recht und Völkerrecht, bemüht: „Der UN-Sicherheitsrat könnte eine Resolution beschließen, in der die birmanische Regierung verpflichtet wird, zum Schutz der eigenen Bevölkerung vor einer humanitären Katastrophe Helfer aus dem Ausland ins Land zu lassen.“ Dass der Sicherheitsrat eine solche Resolution auf Grundlage der UN-Charta beschließen könnte ist ja ganz nett, aber doch schon auf Grund der guten Beziehungen zwischen China und Birma unwahrscheinlich. Aber selbst wenn: Die Regierung von Birma muss sich doch nicht dran halten – und im Endeffekt könnte es nur durch eine Militäraktion durchgesetzt werden.

Spätestens dann wäre die Weltgemeinschaft in einem Dilemma. Wenn die UN-Mitgliedsländer nicht bereit sind die Resolution militärisch durch zu setzten wird die UNO wieder als „zahnlos“ ausgelacht (dabei ist es nicht die UNO, sondern die Mitgliedsländer, die die Entscheidung im Endeffekt treffen). Aber eine Militäraktion gegen ein Land, in dem die Volksrepublik China Militärbasen unterhält und das von ihr mit Waffen beliefert wird, wäre sicher nicht unbedingt sinnvoll, wenn man nicht eine Ausweitung des Konfliktes auf den ganzen asiatischen Kontinent riskieren möchte. Da auch einige weitere Nachbarländer gute Kontakte zu Birma haben oder zumindest nicht das Riesenreich China provozieren möchten (meines Erachtens durchaus verständlich), würde diese Militäraktion an Amerika und Europa hängen bleiben – was deren Ruf in der früher sogenannten 3. Welt sicher nicht bessert, da man sich wieder einmal in die inneren Belange von souveränen Staaten einmischt.

Auch wenn das jetzt Niemand hören will: Es handelt sich hier um einen souveränen Staat. Natürlich sollte man nicht tolerieren, dass statt einer Demokratie dort ein Militärregime alle staatliche Macht inne hat. Natürlich kann man nicht hinnehmen, wenn dort die Menschenrechte missachtet werden. Natürlich sollte man für eine Änderung dieser Verhältnisse kämpfen. Aber ich möchte einfach bezweifeln, ob Waffengewalt immer die richtige Lösung ist, wenn ein Land nicht unserem Wertesystem entspricht. Wäre eine militärische Lösung das Wahre bei Ländern, die keine demokratische Regierung haben bzw. die Menschenrechte verletzen, dann müssten wir nicht nur in Birma, sondern auch in den Sudan, in Nordkorea, in Kuba, in den Iran und auch in China einmarschieren. Wer will das? Ich eigentlich nicht.

Meines Erachtens nach wird es zu keiner Militäraktion kommen – und wer nur etwas drüber nachdenkt wird sich genauso wie ich wünschen, dass wir nicht beginnen uns in dieser Art und Weise zur „Weltpolizei“ aufzuschwingen. Daher verstehe ich die Entscheidung des WFP (World Food Programm) ab Morgen wieder Hilfslieferungen nach Myanmar einzufliegen: Den Menschen muss geholfen werden und die aktuellen Herausforderungen werden nur im Dialog mit den aktuellen Machthabern in Rangon gelöst werden können. Und vielleicht ist dieser Dialog auch der Beginn einer weiterführenden Kommunikation, die irgendwann zu Veränderungen führen wird. Es mag schade sein, aber viele weitere Chancen gibt es nicht. Also nutzen wir sie.

Written by Rabe

9. Mai 2008 at 22:25