RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

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Fundstücke 032: Fotos von der Schönheit des Verfalls.

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In unserer Rollenspielrunde wurden wir gestern von unserer Meisterin mit Bildern der Heilstätten Beelitz überrascht, die Grundlage der Örtlichkeit unseres Abenteuers waren. Faszinierende Fotos der verfallenen Heilstätten in der Nähe von Berlin, die in mir den Wunsch haben aufkeimen ließen auch dort mal einige Stunden mit dem Fotoapparat verbringen zu können. Da es aber noch viel mehr Gebäude im Umfeld von uns Jedem gibt, an denen der Zahn der Zeit genagt hat, finden sich viele solcher Motive. Motive, die viele Fotografen inspirieren, so dass ich als Fundstücke hier einige Seiten empfehlen möchte, die sich mit verlassenen Gebäuden auseinander setzen:

Marodes – Schönheit des Verfalls

Spurensammler

Stumme Zone

Und zum Abschluss noch ein Blog, das Bilder aus verlassenen Gebäuden zeigt, bei denen die Einsamkeit des Gebäudes und zeitgleich noch der Hauch des an diesen Orten einstmals stattgefundenen Lebens in sich tragen: Das Fotodepot.

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Erkundungstour auf Flickr.

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Ausgehend von meinem Flickr-Account habe ich dort wieder unter den vielen Fotos gestöbert, was sich auch entsprechend unter meinen Favoriten niedergeschlagen hat. Dabei bin ich aber auch über zwei interessante Fotoalben gestolpert, die ich hier empfehlen möchte:

Spot the Difference“ präsentiert Fotos aus Großbritannien, die man der Architekturfotografie zuordnen kann. Dabei ist das Interessante, dass der Fotograf seit 1985 Räume, Gebäude und städtebauliche Situationen aufgenommen hat, denen er im direkten Vergleich Fotos neueren Datums entgegen stellt. Damit schafft er einen lokal begrenzten Blick auf die Veränderungen, die sich in seinem Umfeld und Lebensraum über die Jahre ergeben. Sowohl zum Besseren als auch zum Schlechteren. Ich sehe es als Inspiration, um selber einmal darüber nachzudenken, wie sich unser (städtebauliches) Umfeld verändert und es ist ein guter Beweis, dass Städtebau und Architektur ein wichtiger Aspekt in unserem Leben darstellt, da es mit unserer Lebensqualität in unmittelbarem Zusammenhang steht.

Aus acht Fotos besteht das Album „Books„, in dem der Fotograf Bücher in Selbst-Porträts interpretiert. Interpretationen, die durch ihre technische Ausführung als auch ihrer ganz eigenen Art von Ästhetik bestechen. Darüber hinaus sind sie aber auch durch ihre inhaltliche Umsetzung in Verbindung mit den Buchtiteln amüsant.

Einfach mal rein schauen – es lohnt sich. Und wenn ich weitere gute Alben finde (und ich bin ganz sicher, dass das der Fall sein wird), dann werde ich sicher auch in zukünftigen Beiträgen darauf hinweisen.

Written by Rabe

7. Februar 2010 at 17:51

Tag der Architektur 2009.

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„Am letzten Juni-Wochenende jeden Jahres findet der Tag der Architektur – und damit die publikums- und medienwirksamste Architekturveranstaltung in Deutschland – statt. Ein jeder ist an diesem Wochenende eingeladen, zeitgenössische Architektur in der unmittelbaren Umgebung zu besichtigen.“ [Q] Gerade weil sich Sehgewohnheiten bezüglich der Architektur anders als zum Beispiel im Autodesign nur langsam ändern sollte man diese Gelegenheit wahrnehmen, denn die Aufgaben eines Architekten bzw. Planers sind größere Herausforderungen, als man meist denkt, denn sie gehen über die reine Zweckmäßigkeit sowie den technischen und rechtichen Rahmenbedingungen hinaus und umfasst auch die ästhetische und gesellschaftliche Komponente. Walter Gropius hat es 1955 schön formuliert:

„Wann nennen wir ein menschliches Gesicht schön? Die Teile eines jeden Gesichts dienen einem Zweck, aber nur wenn sie vollkommen sind in Form, Farbe und wohlausgewogener Harmonie, verdient das Gesicht den Ehrentitel „schön“. Das gleiche gilt für die Architektur. Nur vollkommene Harmonie in der technischen Zweck-Funktion sowohl wie in den Proportionen der Formen kann Schönheit hervorbringen. Und das macht unsere Aufgabe so vielseitig und kompliziert.“

Weitere Informationen: Besser mit Architekt | architektouren 2009 in Rheinland-Pfalz

Architekturwettbewerb: Beethovenhalle Bonn.

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Meine Freundin wies mich gerade darauf hin, dass schon im Januar im Architekturwettbewerb zum Neubau der Beethovenhalle in Bonn von der Jury unter Vorsitz von Volkwin Marg (gmp) vier Entwürfe zur Weiterbearbeitung ausgesucht wurden. Es sind die Entwürfe „Diamant“ von Zaha Hadid, London, „Wellen“ von Hermann & Valentiny and Partners, Luxemburg, „Rhein-Kristall“ von Arata Isozaki, Tokio, und „Beethoven-Plateau“ von Richard Meier, New York.

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Vier interessante, aber teilweise sehr unterschiedliche Ansätze, in die ich mich erst mal hinein denken muss, bevor ich mir eine endgültige Meinung bilden werde, doch rein emotional gefällt mir die „Welle“ formal am Besten. Mit dem „Rhein-Kristall“ kann ich mich noch am geringsten anfreunden, während die Nachtansicht des Entwurfs von Richard Meier mich etwas an die Formensprache von Albert Speer erinnert.

Hier findet man die Entwürfe der Phase 1, die nicht weiter gekommen sind. Unter ihnen auch Konzepte, in denen die bestehende Halle nicht abgerissen, sondern integriert worden ist. Allen Abrissgegnern zum Trotz halte ich eine konsequente Lösung, also Abriss der bestehenden Halle und Neubau eines neuen, auf die aktuelle und zukünftige Nutzung konzipierten Bauwerks, für sinnvoller. Aber jetzt bin ich erst mal gespannt, wer nach der Weiterbearbeitung den Wettbewerb gewinnen wird.

Pritzker-Architektur-Preis für Zumthor.

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Was der Nobel-Preis für sie Naturwissenschaft und die Literatur ist, ist der „Pritzker-Architektur-Preis“ für die Architektur. Dieses Jahr ging er an den schweizer Architekten Peter Zumthor. Er hat zwar nur relativ wenige Projekte realisiert, die er sich aber bewusst ausgesucht hat und mit einer Sinnlichkeit realisiert, die ein Gefühl für Materialität und den durch das Material gebildeten Raums offenbart. Er ist meines Erachtens bedeutender als zum Beispiel der international so hochgelobte Sir Norman Foster und unbestritten einer der ganz Großen der zeitgenössischen Architektur.

„Mir gefällt die Vorstellung, mit einem Haus zum atmosphärischen Reichtum eines Ortes beizutragen, an den sich ein Passant oder Bewohner gerne erinnert.“ (Peter Zumthor)

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Weiterführende Links: The Pritzker Architecture Prize | Pritzker-Preis bei Wikipedia | Peter Zumthor bei Wikipedia | Meldung bei art-magazin | Meldung bei n-tv | Interview vom Spiegel mit Zumthor |

Links zu einigen seiner Projekte: Therme Vals | Kunsthaus Bregenz | Bruder-Klaus-Feldkapelle | Kunstmuseum Kolumba

Written by Rabe

31. Mai 2009 at 14:44

Fantasy-Architektur: Realismus vs. Klischee.

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Im Larp eine bespielbare Stadt darzustellen endet meist auf Grund der möglichen Ressourcen in einer Zeltstadt, wie man es von den Großcons Drachenfest und Mythodea her kennt. Doch vor unserem inneren Augen haben wir doch primär die Bilder von Ortschaften wie Bree und Hobbingen aus dem „Herr der Ringe“ und von Freilichtmuseen wie z.B. in Kommern oder das Ukranenland.

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Sie sind es, die unsere Vorstellung einer mittelalterlichen Ortschaft prägen. Dabei sind die Freilichtmuseen Ausdruck einer früheren, historischen Realität, während die heutigen Filme, seinen es Historienfilme als auch Filme aus dem Bereich Fantasy, bemüht sind eine möglichst realistische Architektur zu zeigen. Das bedeutet nicht nur eine Nähe zu der Realität, sondern auch eine Entwicklung einer logischen Architektursprache, die u.a. von den Ressourcen, Materialien sowie gesellschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird.

2009-05-04-weltentor01Im Sommer dieses Jahres nun eröffnet zwischen Gera und Chemnitz der „Themenpark Weltentor„, der erste Fantasy-Themenpark im mittelalterlichen Ambiente mitten in Deutschland. Hier wird meines Eindrucks nach Liverollenspiel als Event im Stile eines Disney-Parks und Phantasialandes angeboten. „Das Gelände des Parks befindet sich auf dem Planeten Anwynor … Anwynor ist entwicklungsgeschichtlich ungefähr mit unserem 12./13. Jahrhundert vergleichbar. … eine an das Mittelalter angelehnte Fantasywelt, in der sich sowohl bekannte Elemente aus dem Früh- bis Hochmittelalter, als auch Elemente von Mythen, Legenden und Fantasien vereinigen. Das Zentrum dieser Welt ist eine Stadt mit unterschiedlichen Vierteln, wo ein jedes seinen ganz besonderen Charme und reizvolles Ambiente bieten wird.“

Besagte Stadt, die meinem Verständis nach eine auf dem Baustil des Mittelalters basierende Fantasy-Architektur beinhalten sollte, stellt jedoch nach Sichtung der Fotos die Mittelalter-Klischee-Kitsch-Ikone Neuschwanstein noch in den Schatten. Hier hat man von jedem Baustil etwas genommen, in einen Eimer geworfen, einmal geschüttelt und was raus kam irgendwie verbaut. Dabei sind Gebäude entstanden, die in dieser Art und Weise in der Realität nie gebaut worden wären. Auch nicht in einer Fantasy-Realität – wenn man sich mit der Thematik ein mal näher auseinander gesetzt hätte.

Ich will jetzt gar nicht mit dem architekturtheoretischen und architekturgeschichlichen Grundlagen anfangen oder näher in die technische Verarbeitung der Materialien eingehen (die man sicher so heute nicht mehr verarbeiten muss, aber es wäre doch schön, wenn es zumindest so aussehen würde)  bzw. ihre bauliche Zusammenstellung – es reicht schon ein Blick auf das Bild zu werfen und mit der Tragkonstruktion von Holzfachwerken zu vergleichen, um festzustellen, dass hier nur Fragmente der in vielen Köpfen als Klischee verhafteten vermeintlichen Stile als Patchwork realisiert wurden.

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Dass man heute nicht mehr die gleiche Art des Bauens realisieren kann (weil nicht mehr jeder diese Techniken beherrscht und es schlicht und ergreifend niemand bezahlen kann) ist mir bewusst, aber dennoch hätte man meines Erachtens eine realistischere Visualisierung erreichen können. Nicht nur eine Fassade an den britischen Tudor-Stil anlehnen und die anderen Fassaden vernachlässigen, sondern den Architekturstil durchgängig optisch darbieten hätte der Stadt einen Anschein von Realismus geben können, wo jetzt nur allzu offensichtlich Trugfassaden entstanden sind.

Schade um die verpasste Chance, die von Filmen und Museen in unserem Geist und unserer Phantasie geformten Bilder in eine realistisch anmutende Architektur, die wirklich auf der Historie und nicht auf Klischees basiert, umzusetzen.

Projekt 52 | Wochenthema 04 | Kirche

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… ist das aktuelle Wochenthema im Projekt 52. Nachdem ich ja schon in der 1. Woche zum Thema „Meine Stadt“ die katholische Kirche von Sinzig fotografiert hatte, wollte ich nicht schon wieder ein Bild des romanischen Bauwerks  in diesem Zusammenhang veröffentlichen. Heute kam mir dann der Zufall zu Hilfe, als ich ihm Rahmen eines Baustellenbesuches den in Nebel getauchten Glockenturm von Kobern an der Mosel sah – das passende Motiv:

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Auf dem unteren Ausläufer eines Bergsporns gelegen steht dieser Turm einsam etliche Meter von der Pfarrkirche entfernt. Der Turm aus dem 12. Jahrhundert diente schon der alten Pfarrkirche, die in der Nähe des heutigen Friedhofs stand, als Glockenturm. [Q] Durch den einsamen Standort, auf dem dieser Turm die Jahrhunderte trotz Veränderungen in seiner Umgebung (u.a. der Platz der Pfarrkirche) in seiner Form überdauert hat und von Nebel umwogt ist, kann man sicher in philosophische Gedanken zur Kirche und zum Glauben verfallen – was ich mir aber an dieser Stelle aber spare ;)

Das Bild in größerer Auflösung findet man wie immer in meiner Projekt 52-Galerie.

Written by Rabe

26. Januar 2009 at 13:13