RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Archive for the ‘Vergangenheit | Geschichte’ Category

Fundstück 036: Geschichtsirrtümer.

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Die Welt früher war anders, als man sie heute aus vielen Filmen, Romanen oder als Rollenspieler kennt oder zu kennen glaubt. Ein Ritter kann nicht ein Pferd für den Preis von zwei Kühen kaufen, sich mit einem eisernen Schild, einem Streitkolben und einer stählernen Ritterrüstung eindecken, von seinem einzigen Diener, dem Knappen, per Kran in die Steigbügel heben und sodann in gestaffelter Formation in die Schlacht gegen die Phalanx der barbarischen Kelten gallopieren, denn so war es einfach damals nicht. Die oben geschilderte Szene enthält zum Beispiel bezogen auf die „echte Welt“ ganze dreizehn sachliche Fehler. Verwundert? Wenn ja, dann schmöker bei uns mal ein bisschen…

http://geschichtsirrtuemer.teucom.net/wp/

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Gedanke zur Abgabe des Zehnten:

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Wer kennt nicht die Filme über das dunkle Mittelalter, in dem die bösen und gnadenlosen Feudalherrscher ihren armen Untertanen, die am Rand des Existenzminimums darbten, mit den zu Recht verhassten Steuereintreibern (meist in Begleitung von schwerbewaffneten, hämisch grinsenden Soldaten) den Zehnt abpressten.

Gute alte Zeit, kann ich da nur sagen. Ich wäre froh, wenn ich von dem, was ich erwirtschafte, nur zehn Prozent abgeben müsste …

Dieser Artikel kann als Ergänzung zum Artikel „Früher war Alles besser“ verstanden werden ;)

Früher war Alles besser.

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Moderne Zeiten: diese Jammerei über den Schnee und das fehlende Salz in den Straßenmeistereien. Früher gab es das nicht. Da war der Schnee aber auch noch Schnee und Salz hatte man sowieso nicht. War ja viel zu teuer und wurde für das Pöckeln gebraucht. Damals wurde mit Asche gestreut – wenn überhaupt. Denn damals konnte man auch noch Auto fahren. Oder man blieb halt zu Hause. Bei Kerzenschein, denn während heute Glühbirnen verboten werden, versuchte man sie damals gerade zu erfinden. Und nah am Ofen, denn Niemand wäre auf die Idee gekommen im vereisten Boden nach Erdwärme zu graben. Abgesehen davon, dass wir in der Eifel eh steinreich sind – im wahrsten Sinne des Wortes.

Und wir waren früher viel reicher an Erfahrung. Zum Beispiel an der Erfahrung, dass die großen Hunde im Wald nicht mit dem Ball spielen wollen.  Das Wolfsrudel hat lieber mit einem selber gespielt. Damals konnten wir übrigens gut laufen und Haken schlagen. Die gemeinen Feldhasen haben das nur kopiert. Wir waren fit. Schließlich haben wir die Kühe von einem Feld zum anderen getragen, bis wir festgestellt haben, dass die auch selber laufen können. Wir sind jeden Winter in den Wald, um Holz zu schlagen. Wir haben unsere Häuser noch selber gebaut und noch öfter wieder aufgebaut.

Es war aber auch eine gefährliche Welt, geprägt vom ständigen Kampf des Lebens. Abgesehen von den Bäumen, die einmal im Jahr ausgeschlagen haben und der Kohl, der irgendwann anfing zu schiessen, gab es ständig Krieg. Auch Kriesch genannt. Nach dem Krieg war vor dem Krieg. Kartoffelkrieg, Kuchenkrieg, Rübenkrieg, … Damals drehte es sich viel ums Essen, denn einfach mal in einen Supermarkt gehen fiel infolge der Nicht-Existenz von Supermärkten aus. Kein Onkel-Aldi- oder Tante-Lidl-Laden auf jeder ehemals grünen Wiese. Wenn wir Fleisch essen wollten gingen wir nicht zum Metzger, sondern mit einem Messer und einer Axt in den Stall. Und Gemüse haben wir sowieso nur angebaut, damit unsere Viecher etwas zu essen haben.

Sowas wie Cholesterin gab es damals ja auch nicht. Es wäre Niemand auf die Idee gekommen sowas zu erfinden. Und selbst wenn es das gegeben hätte: Wir hätten es im Kriesch sicher besiegt. Wie damals die Kalorien, diese widerwärtigen Viecher, die als Schrankbesetzer die Klamotten enger nähen.  Der Fettrand am Fleisch wurde ja auch nicht weggeschnitten, sondern galt als Delikatesse. Wir haben das Recycling erfunden und nix weggeworfen: Sogar die Knochen konnten noch für den Geschmack in der Suppe sorgen. In den Zeiten der Not haben wir festgestellt, dass sogar die Pappe von Verpackungen schmackhaft sein kann.

In diesen Notzeiten konnten wir, während wir frierend vor dem Ofen und neben dem immer kleiner werdenden Holzstapel saßen, von der Klimaerwärmung nur träumen. Und wenn es uns schlecht ging, dann halfen uns die Nachbarn, anstatt uns zu verklagen, weil ein Blatt über den Zaun geflogen ist. Man lebte nicht nebeneinander, sondern miteinander. Gemeinsam wurden auch die Feste gefeiert, wie sie fielen. Damals waren Feste aber auch noch Feste. Dabei wurde dann auch nicht geziert am Wein genippt, sondern das selbst gebrannte Zeug gesoffen. Wenn man am dann am nächsten Tag ausschlafen wollte, wurde am Abend davor nicht der Handywecker ausgeschaltet, sondern der Hahn gefesselt und geknebelt.

Früher, ja früher war Alles besser. Und vielleicht fällt Jemandem ja noch was ein, was früher besser war …

Written by Rabe

11. Februar 2010 at 11:46

Rapier: Großer Pappenheimer.

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Derzeit fällt es wohl noch unter den Obergbegriff „Träume“, denn Larpwaffen sind nicht günstig – vor allem, wenn man kein einfaches Schwert haben möchte. Und zu Askir passt einfach ein Schwert als Waffe nicht. Derzeit hat er einen Säbel vom Handelshaus Rabenbanner (das ich übrigens vorbehaltlos empfehlen kann).

Auf Dauer stelle ich mir aber eine noch etwas elegantere Waffe für meinen Hauptcharakter vor: Ein Rapier. Um genau zu sein in der Form des „Großen Pappenheimers“, benannt nach den von Gottfried Heinrich zu Pappenheim im 30jährigen Krieg befehligten Reiterregimenter, den Pappenheimern. [Foto]

Inwieweit der Korb als Larpwaffe ausgeführt werde kann steht natürlich noch in den Sternen, aber wenn ich Glück habe und bei einer Gewinn-Aktion eines Larpwaffenherstellers ausgelost werde, würde ich das bald feststellen könnne. Also: Drückt mir die Daumen ;)

Written by Rabe

4. Januar 2010 at 19:44

08. Mai 1945: Tag der Freiheitsrechte !?

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Auch wenn man sich ja nicht sicher sein kann, ob noch einige Nazis von der dunklen Seite des Mondes in der Operation „Iron Sky“ die Eroberung der Erde vorbereiten ;) , wird heute der „V-E-Tag“ begangen: Mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht endete am 08. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg in Europa. Damit endete auch die Herrschaft des  menschenverachtenden Regimes der Nationalsozialisten in Deutschland.  Auch wenn es für Deutschland eine militärische Niederlage darstellt, so hat es durch die Einführung der Demokratie, die Wahrung der Menschenrechte und die damit einher gehenden Freiheiten im Endeffekt nur gewinnen können.

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Diese Grundrechte als garantierten Freiheit, unter ihnen das Persönlichkeitsrecht, die Meinungs- und Informationsfreiheit sowie Pressefreiheit, machen einen, wenn nicht den grundlegenden Unterschied zur Diktatur aus. Heute jährt sich wieder einmal der Tag, an dem wir Deutschen diese Freiheiten zurück erhielten. Und genau heute ist zu lesen, dass wir mehrheitlich dem Datenschutz (einem Persönlichkeitsrecht) mißtrauen. [Q] Unter dem Banner der öffentlichen Sicherheit wird seit dem Reichstagsbrand WTC-Attentat ein Abbau unserer Freiheitsrechte vorgenommen, u.a. werden Überwachungsmaßnahmen ausgeweitet und grundlegende Menschenrechte eingeschränkt. [Q]

Da kann ich nur sagen: Wehret den Anfängen !!!

Fantasy-Architektur: Realismus vs. Klischee.

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Im Larp eine bespielbare Stadt darzustellen endet meist auf Grund der möglichen Ressourcen in einer Zeltstadt, wie man es von den Großcons Drachenfest und Mythodea her kennt. Doch vor unserem inneren Augen haben wir doch primär die Bilder von Ortschaften wie Bree und Hobbingen aus dem „Herr der Ringe“ und von Freilichtmuseen wie z.B. in Kommern oder das Ukranenland.

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Sie sind es, die unsere Vorstellung einer mittelalterlichen Ortschaft prägen. Dabei sind die Freilichtmuseen Ausdruck einer früheren, historischen Realität, während die heutigen Filme, seinen es Historienfilme als auch Filme aus dem Bereich Fantasy, bemüht sind eine möglichst realistische Architektur zu zeigen. Das bedeutet nicht nur eine Nähe zu der Realität, sondern auch eine Entwicklung einer logischen Architektursprache, die u.a. von den Ressourcen, Materialien sowie gesellschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird.

2009-05-04-weltentor01Im Sommer dieses Jahres nun eröffnet zwischen Gera und Chemnitz der „Themenpark Weltentor„, der erste Fantasy-Themenpark im mittelalterlichen Ambiente mitten in Deutschland. Hier wird meines Eindrucks nach Liverollenspiel als Event im Stile eines Disney-Parks und Phantasialandes angeboten. „Das Gelände des Parks befindet sich auf dem Planeten Anwynor … Anwynor ist entwicklungsgeschichtlich ungefähr mit unserem 12./13. Jahrhundert vergleichbar. … eine an das Mittelalter angelehnte Fantasywelt, in der sich sowohl bekannte Elemente aus dem Früh- bis Hochmittelalter, als auch Elemente von Mythen, Legenden und Fantasien vereinigen. Das Zentrum dieser Welt ist eine Stadt mit unterschiedlichen Vierteln, wo ein jedes seinen ganz besonderen Charme und reizvolles Ambiente bieten wird.“

Besagte Stadt, die meinem Verständis nach eine auf dem Baustil des Mittelalters basierende Fantasy-Architektur beinhalten sollte, stellt jedoch nach Sichtung der Fotos die Mittelalter-Klischee-Kitsch-Ikone Neuschwanstein noch in den Schatten. Hier hat man von jedem Baustil etwas genommen, in einen Eimer geworfen, einmal geschüttelt und was raus kam irgendwie verbaut. Dabei sind Gebäude entstanden, die in dieser Art und Weise in der Realität nie gebaut worden wären. Auch nicht in einer Fantasy-Realität – wenn man sich mit der Thematik ein mal näher auseinander gesetzt hätte.

Ich will jetzt gar nicht mit dem architekturtheoretischen und architekturgeschichlichen Grundlagen anfangen oder näher in die technische Verarbeitung der Materialien eingehen (die man sicher so heute nicht mehr verarbeiten muss, aber es wäre doch schön, wenn es zumindest so aussehen würde)  bzw. ihre bauliche Zusammenstellung – es reicht schon ein Blick auf das Bild zu werfen und mit der Tragkonstruktion von Holzfachwerken zu vergleichen, um festzustellen, dass hier nur Fragmente der in vielen Köpfen als Klischee verhafteten vermeintlichen Stile als Patchwork realisiert wurden.

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Dass man heute nicht mehr die gleiche Art des Bauens realisieren kann (weil nicht mehr jeder diese Techniken beherrscht und es schlicht und ergreifend niemand bezahlen kann) ist mir bewusst, aber dennoch hätte man meines Erachtens eine realistischere Visualisierung erreichen können. Nicht nur eine Fassade an den britischen Tudor-Stil anlehnen und die anderen Fassaden vernachlässigen, sondern den Architekturstil durchgängig optisch darbieten hätte der Stadt einen Anschein von Realismus geben können, wo jetzt nur allzu offensichtlich Trugfassaden entstanden sind.

Schade um die verpasste Chance, die von Filmen und Museen in unserem Geist und unserer Phantasie geformten Bilder in eine realistisch anmutende Architektur, die wirklich auf der Historie und nicht auf Klischees basiert, umzusetzen.

Kolonien Deutschlands.

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Heute beginnt unter dem Motto „Köln Postkolonial“ eine Ausstellung über die deutsche Kolonialzeit und ihren Fortbestand in den Köpfen im Kölnischen Stadtmuseum in Zusammenarbeit mit dem Verein „KopfWelten – gegen Rassismus und Intoleranz e.V.“ und Studierenden der Afrikanistik, die bis 21. Februar 2009 gehen wird.

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„Die deutsche Kolonialvergangenheit ist in der Öffentlichkeit lange Zeit kaum präsent gewesen. Nach vorherrschender Einschätzung war sie kurz und unerheblich. Bislang wurde auch Kölns koloniale und neokoloniale Vergangenheit nicht aufgearbeitet. Dabei kann man von Köln – ehemals selbst eine „Colonia“ des römischen Reiches – als der „Kolonialmetropole des Westens“ sprechen, die in ihrem kolonialen Engagement Hamburg oder Berlin nicht nachstand. Köln ist heute eine internationale Stadt, in der Menschen vieler Nationen zusammenleben. Der Umgang mit dem „Fremden“ ist aber weiterhin geprägt von Bildern und Vorurteilen, die aus der Kolonialzeit stammen. „Köln Postkolonial“ widmet sich der Aufarbeitung dieser Vergangenheit und ihres Nachwirkens bis in die Gegenwart.“

Written by Rabe

22. November 2008 at 01:29