RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Archive for the ‘Politik in Deutschland’ Category

Rente mit 70.

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Gerade schaue ich den Presseclub, in dem es um die Rente mit 67 Jahren geht. Während alle Anwesenden klar für die Rente mit 67 votieren scheint sich in dem Gästebuch der Sendung ein ganz anderes Meinungsbild abzuzeichnen. Ist ja an sich verständlich, denn nur wenige freuen sich, wenn sie länger arbeiten müssen. Und wer möchte schon auf Annehmlichkeiten verzichten? Aber wenn man ehrlich ist: Was muss, das muss.

Albern finde ich, wie sich die SPD jetzt gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters stellt, nachdem die SPD in ihrer Regierungszeit dafür gestimmt hat, auch SPD-Chef Gabriel und der damalige Arbeitsminister Scholz, der immer betonte dass es dazu keine Alternative gibt. Gibt es jetzt plötzlich eine? Von der SPD habe ich bisher nur Widerstand vernommen, aber keine Alternative. Ergo lassen wir aus Wahlkampfgründen die Rente halt noch weiter den Bach runter gehen. Das wird Deutschland und den Deutschen sicherlich nützen.

Es ist ein Fakt, dass die Menschen immer älter werden und daher auch länger Rente beziehen und dass die Personen, die durch ihre Arbeit die Rente finanzieren, immer weniger werden. Selbst mit nur sehr rudimentären Kenntnissen in Mathematik ist klar, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann. Also muss sich etwas ändern, um das System der Rente überhaupt zu sichern.

Es ist wieder so typisch: Anstatt die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, mutig anzugehen und für die Zukunft zu lösen – auch wenn sie unpopulär sein mögen – steht das Wohl der Partei und der absolute Wille zur Macht über den Interessen des Landes und des Volkes. Und damit untermauern die Politiker mal wieder alle Vorurteile, die ihrem „Berufsstand“ gegenüber geäußert werden.

Ich mache mir Nichts vor: Um die Rente, die ich auch hoffe irgendwann genießen zu können, wird das Renteneintrittsalter sicher noch auf 70 Jahre steigen. Ob mir das gefällt oder nicht – eine gesicherte Rente zu haben ist mir letztendlich wichtiger als die Frage, wann ich aufhöre zu arbeiten. Oder seht Ihr das anders?

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Written by Rabe

15. August 2010 at 11:51

Sofortiger Abzug aus Afghanistan? Quatsch!

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Klar, dass nach den Äusserungen von Bundespräsident Köhler und jetzt nach seinem Rücktritt wieder viele Politiker sich gezwungen sehen (statt über die Rolle und das Amt des Bundespräsidenten in unserer Demokratie nachzudenken) einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan bis Ende des Jahres zu propagandieren.

Natürlich gibt es scheinbar auch wieder genug Leute, die sich die Äußerungen Köhlers zu nutze machen und darauf pochen, dass die Auslandseinsätze der Bundeswehr doch nur wirtschaftliche Gründe haben und damit natürlich vom Globalkapitalismus gesteuert sind. Mit solchen Slogans kann man natürlich gut Politik machen, da sie plakativ sind und die Menschen sie, gerade in der Zeit nach der Finanzkrise, zu gerne glauben.

Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Bundeswehr vor der Küste Somalias gegen Piraten vorgeht, um die Handelswege zu schützen und den Welthandel über dieses Meer sicher zu machen. Das sind wirtschaftliche Interessen, die dort auch durch unsere Soldaten durchgesetzt werden und damit auch ein Waffeneinsatz für wirtschaftliche Ziele bedeutet. Das ist gewollt und durch unser Parlament abgesegnet.

Zu Recht, wie ich finde. Denn ohne Wohlstand gibt es keinen Frieden. Wie kann also eine Armee, die nicht die Handelswege schützt und damit zeitgleich wirtschaftliche Interessen verteidigt, einem Land Frieden bringen? Und ohne die Infrastruktur eines Landes und seine Wirtschaft aufzubauen wird es keinen Wohlstand und damit keine friedliche Stabilität geben. Natürlich werden dafür auch deutsche Firmen und deutsches Know-How benötigt und später wird man von dem Handel des Landes ebenfalls partizipieren, was meines Erachtens jedoch nicht verwerflich ist.

Heute war natürlich auch wieder (vor irgendwo weit links) die Forderung zu hören, dass wir die Bundeswehr bis Ende des Jahres aus Afghanistan abziehen sollten. Auch wieder eine schöne, populistische Forderung, die letztendlich doch bedeutet, dass die Taliban wieder an die Macht kommen werden, die Scharia als Gesetz gilt, Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen, alle Mitarbeiter westlicher Organisationen entweder flüchten oder sterben werden, … Wer den sofortigen Abzug fordert überlasst die Afghanen, die keine Taliban sind und nicht ihre Herrschaft wollen (was die Mehrheit der Bevölkerung ausmacht), einem Schicksal, das mit Menschenrechten nichts mehr zu tun haben wird.

Es gibt viele Beispiele, warum es richtig ist, dass unsere Soldaten in Afghanistan sind. Hier eines: Giftanschlag der Taliban auf Mädchenschule.

Wir können uns nicht weltweit als Wahrer und Verteidiger von Freiheit und Menschenrechte profilieren und darstellen, ohne auch bereit zu sein für unsere Werte und Überzeugungen einzustehen und Menschen, die zu schwach sind sich gegen Fanatismus und Fundamentalismus zu stellen, zu schützen.

Noch ein Link zu einem interessanten Artikel zum Weiterlesen: „Ernstfall Köhler

Gedanke zur Abgabe des Zehnten:

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Wer kennt nicht die Filme über das dunkle Mittelalter, in dem die bösen und gnadenlosen Feudalherrscher ihren armen Untertanen, die am Rand des Existenzminimums darbten, mit den zu Recht verhassten Steuereintreibern (meist in Begleitung von schwerbewaffneten, hämisch grinsenden Soldaten) den Zehnt abpressten.

Gute alte Zeit, kann ich da nur sagen. Ich wäre froh, wenn ich von dem, was ich erwirtschafte, nur zehn Prozent abgeben müsste …

Dieser Artikel kann als Ergänzung zum Artikel „Früher war Alles besser“ verstanden werden ;)

Schöne neue Arbeitswelt: Ausbeutung in Deutschland.

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Ein Bericht über die Arbeitsbedingungen bei einem deutschen Lidl-Zulieferer, bei dem mir einfach die Worte fehlen. Aber es zeigt, dass die Spielregeln für die Wirtschaft dringend den veränderten Bedingungen angepasst werden müssen, denn der Mensch ist nicht für die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft für den Menschen da. Aber oftmals ist der Mensch nichts mehr wert, wenn das Geld winkt, und in der Mitte von Deutschland findet man menschenverachtende Arbeitsbedingungen, wie man sie eigentlich in Länder wie z.B. China vermuten würde – aber nicht bei uns. Lange Rede, kurzer Sinn: Unbedingt lesen –> „Unser täglich Brötchen„.

Written by Rabe

12. Januar 2010 at 21:24

Krach in der Koalition wegen der Türkeifrage !?

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Gemeinsam mit den anderen Ländern der Europäischen Union stimmt Deutschland für den Beginn von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Im Vertrag der Koalition von CDU, CSU und SPD wurde vereinbart, dass diese Verhandlungen von deutscher Seite aus ergebnisoffen geführt werden sollen. Im neuen Koalitionsvertrag unserer Regierung aus CDU, CSU und FDP kann man lesen:

„Die 2005 mit dem Ziel des Beitritts aufgenommenen Verhandlungen sind ein Prozess mit offenem Ende, der keinen Automatismus begründet und dessen Ausgang sich nicht im Vorhinein garantieren lässt.“

Demnach vertritt Außenminister Westerwelle (FDP) gegenüber seinen Gesprächspartnern in Ankara also die offizielle Position der deutschen Regierung. Und dann geht jetzt die CSU auf die Barrikaden, wie der Außenminister nur so etwas sagen könnte !?

Was soll man davon halten ???

Links: FDP und CSU in Türkeifrage auf Kollisionskurs | CSU wütend über Westerwelles Alleingang | FDP und CSU uneins über Türkei | Özdemir sauer auf „Provinzialpolitiker“ der CSU | Die CSU verfolgt Westerwelle bis nach Ankara | Westerwelle fordert faire Gespräche über EU-Beitritt | Wie die CSU Westerwelles Türkeireise vergiftet | Doppelmoral in der Türkeifrage

Integration der Moslems !?

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Was hat sich die Welt doch über die Abstimmung der Schweizer für ein Minarettverbot aufgeregt. Viele Leute, die sonst für mehr Basisdemokratie stehen und Volksabstimmungen befürworten, sprechen plötzlich den Schweizern ab, sich zu informieren und intellektuell in der Lage zu sein eine solche Entscheidung zu treffen. Im Endeffekt ist es doch ein Ausdruck gewesen von der Unsicherheit hinsichtlich einer Religion, die von vielen Gläubigen dazu genutzt wird Weltherrschaftsansprüche im Rahmen eines islamischen Gottesstaates anzumelden und zu predigen. Und ich glaube auch, dass in Deutschland das Ergebnis nicht viel anders ausgesehen hätte. Hier sind in erster Linie die Muslime gefordert Integrationsarbeit zu leisten und die Befürchtungen auszuräumen.

Aber was muss ich bemerken? Nach dem Minarettverbot ging ein empörter Aufschrei durch die Gruppen der Muslime in Deutschland und lautstark wurde diese Volksabstimmung verurteilt. Aber als ein islamischer Gelehrter dazu aufgerufen hat den Christen in islamischen Ländern das Feiern des Weihnachtsfestes zu verbieten [Q] wurde das einfach hingenommen!? Und ich glaube auch nicht, dass die muslimische Gemeinschaft klare Worte gegen den Anschlag auf den Mohammed-Karikaturisten findet und sich damit gegen Glaubensbrüder stellt. [Q]

So lange die Muslime in Europa unsere Werte nicht anerkennen und sich klar zu diesen bekennen sehe ich persönlich wenig Chancen auf eine wahre Integration …

12. Rabenflug: Fragmente aus den Radio-Nachrichten.

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Fragmente aus den Nachrichten, die auf meiner heutigen Fahrt zum IKEA aus dem Radio mein Bewusstsein erreichten:

„Millionen von Menschen feiern zum Jahreswechsel eine Party!“ Wow. Ich habe bisher immer gedacht, dass ich der Einzige bin. Auch andere Leute feiern den Jahreswechsel? Man lernt immer dazu …

„Queen Elisatbeth II. verteilt „Sirs“ an …“ Dass Patrick Stewart, als Schauspieler der Royal Shakespeare Company dem breiten Publikum eher als Captain Jean-Luc Picard vom Raumschiff Enterprise aus Star Trek oder als Xavier aus X-Men bekannt, den Titel „Sir“ erhalten hat, ist noch irgendwie folgerichtig – aber wer vor ?? Jahren prophezeit hätte, dass der damalige Horrorfilm-Regisseur Peter Jackson von der Queen den Titel eines Ritters erhält, der wäre wohl ausgelacht worden. Egal: Beiden herzlichen Glückwunsch.

„Bundeskanzlerin Merkel wird in ihrer Neujahrsansprache mitteilen, dass sie sich im nächsten Jahr für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte und für Arbeitsplätze einsetzen wird.“ Super. Tolle Sache. Aber hat sie das nicht schon letztes Jahr gesagt? Sind das so Vorsätze, die man sich seit der Finanzkrise jetzt jedes Jahr neu auf die Fahnen schreibt – um sie dann, wie alle guten Vorsätze, auf das nächste Jahr zu verschieben?