RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Schöne neue Arbeitswelt: Ausbeutung in Deutschland.

with 9 comments

Ein Bericht über die Arbeitsbedingungen bei einem deutschen Lidl-Zulieferer, bei dem mir einfach die Worte fehlen. Aber es zeigt, dass die Spielregeln für die Wirtschaft dringend den veränderten Bedingungen angepasst werden müssen, denn der Mensch ist nicht für die Wirtschaft, sondern die Wirtschaft für den Menschen da. Aber oftmals ist der Mensch nichts mehr wert, wenn das Geld winkt, und in der Mitte von Deutschland findet man menschenverachtende Arbeitsbedingungen, wie man sie eigentlich in Länder wie z.B. China vermuten würde – aber nicht bei uns. Lange Rede, kurzer Sinn: Unbedingt lesen –> „Unser täglich Brötchen„.

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Written by Rabe

12. Januar 2010 um 21:24

9 Antworten

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  1. Ich finde gut, was er macht. Aber nicht, wie er’s macht. Günther Wallraff ist ein schrecklicher Polemiker im besten Stil der Bildzeitung, die er schon seit Jahrzehnten verteufelt.

    Was soll’s. Erschreckend wärs allemal, wenn mir das was neues wäre. Ich hab in den letzten Jahren den einen oder anderen Job gemacht und der höchste Stundenlohn, den ich dafür bekam, lag bei 6,60. Überrascht dich das wirklich?

    Lili

    12. Januar 2010 at 22:23

    • Weniger überraschen, als erschrecken.

      Auch wenn es schwer ist: So lange die Angestellten aus Angst vor der unweigerlichen Kündigung nicht klagen bzw. Anzeige erstatten, kann man die Firma nicht belangen. Dann kann man sie zu einer Geldstrafe verklagen – aber was ist, wenn sie Nichts ändert? Dann schließt man die Firma, was die Arbeitsplätze auf jeden Fall vernichtet. Ich glaube es ist sehr schwer von Seiten des Staates dort etwas zu machen, denn gesetzlich verboten ist es ja schon, was da läuft.

      Hier ist der Verbraucher mächtiger als der Staat. Wenn man liest, dass 5 Firmen 70% der Verkäufe im Lebensmittelbereich ausmachen, dann weiß man, welche Macht der Verbraucher eigentlich hat. Aber jedem Einzelnen von uns scheint es wichtiger zu sein ein paar Cent zu sparen anstatt sich sozial zu zeigen. Dabei sind die günstigen Produkte in kleinen Läden meist nicht viel teurer – nur meint jeder, dass es immer billiger ist, wenn Aldi oder Lidl drauf steht.

      Dabei ist es nur vordergründig billiger. Irgendjemand muss dafür bezahlen. Andere Menschen, die fast nur noch Arbeitssklaven sind. Und letztendlich die Gesellschaft.

      Der Rabe

      13. Januar 2010 at 07:44

      • Ich bin absolut deiner Meinung. Aber: Wenn man so wenig finanziellen Spielraum hat wie ich zum Beispiel (und so gehts eben einer Menge Deutschen), macht es tatsächlich einen Unterschied. Ich habs probiert, eine Zeit lang. Es geht ins Geld. Du merkst es. Genauso wie Bio, übrigens – natürlich.
        Nichtsdestotrotz hast du Recht.

        Lili

        13. Januar 2010 at 14:46

  2. in der firma meines mannes (einzelhandel) geht es ähnlich zu. allerdings (noch) mit einem offiziellen bruttolohn von 9,275 Euro die Stunde… nur – wer zahlt die überstunden? das frühere kommen, das spätere gehen, die nicht erlaubte pause die durchgearbeitet wird? keiner.

    abraxa

    13. Januar 2010 at 09:40

    • Wenn ich Einzelhandel höre denke ich immer an kleine Betriebe mit Theke und so – da liege ich wahrscheinlich aber falsch, oder !? Bei solchen Betrieben denke ich immer, dass man sich noch persönlich kennt und miteinander reden kann. Dass da der Respekt vor dem Anderen noch vorhanden ist und es diese unpersönliche Distanz nicht gibt. Aber ich habe die Befürchtung das ist auch naiv, oder !?

      Der Rabe

      13. Januar 2010 at 14:38

  3. Hmmm … wieso kann man auf Antworten von Antworten nicht antworten ??? Naja, dann halt so:

    @Lili:
    Ich dachte da auch eher an EDEKA, aber ich frage mich gerade, ob die ihre Zulieferer auch so unter Druck setzen. Und da ich zwei Jahre von Hartz4 gelebt habe, weiß ich, was Du meinst.
    Und richtig: Gesund ernähren ist mit Budget auch nicht wirklich drin.
    Aber was für eine Chance bleibt uns sonst?

    Wobei die sozialen Netzwerke im Netz da wahrscheinlich eine stärkere Mobilisierungsmöglichkeit bieten als herkömmliche Medien, oder !?

    Der Rabe

    13. Januar 2010 at 15:22

    • Was tun?
      Wenn das so leicht wäre..
      Das Problem ist doch, dass wir nicht nur an einer Front kämpfen wollen, sondern an ganz vielen. Tierschutz, Umweltschutz, Kinderarmut, Aids-Hilfe, Drittweltländer lebensfähig machen, Arbeitslosigkeit, Internetfreiheit, Gentechnik, Wasser für Haiti.. und was weiß ich noch alles.

      Das Grundproblem, so ich das sehe, liegt in unserer Struktur. Gessellschaft, Wirtschaft, Politik – egal wo du hinsiehst, überall dreht es sich um Bedürfnisse, die doch eigentlich keiner hat. Was brauchst du? Essen, ein warmes Bett, ein Dach über dem Kopf, Menschen, die dich und die du liebst. Ein bisschen Kopffutter. Ich will nicht sagen, dass wir zurück in die Steinzeit gehen sollen, um Himmels willen. Aber materielle Werte bringens halt nicht, nicht, solange es nur um die Anhäufung derselben geht.

      Argh, es ist spät und ich kriege meine Gedanken nicht richtig formuliert. Nimm mal mich als Beispiel.
      Ich hab BTA gelernt, ein Laborberuf also, Biotechnik. Und was einer der Gründe für meine Depression und Arbeitslosigkeit ist, ist der schlichte Fakt, dass ich nicht weiß, warum ich das machen soll. Warum soll ich mich in ein Labor stellen und meinetwegen rausfinden, wie ich Bakterienkulturen für Joghurt züchten kann? Das braucht doch kein Mensch – ich hab keinen direkten Nutzen daraus und auch sonst niemand. Von der Kohle, die es bringt, mal abgesehen. Das will ich aber nicht, darin finde ich mich nicht wieder. Ich will was machen, was gebraucht wird. Womit ich einen Wert für die Gesellschaft habe, also für die einzelnen Menschen.
      Dachdecker oder Bankkaufmann? Ganz ehrlich? Lieber der Dachdecker. Denn Dächer werden gebraucht. Ohne Dach wirds kalt und nass, so lebt sichs nicht gut. Geld? Kredite? Altersvorsorge, die sich in abstrakten Zahlen und Grafiken ausdrückt? Blergh.

      Dieser Faden lässt sich ewig weiterspinnen. Schulsysteme, Profitgier, sauige Arbeitsbedingungen bei einer katastrophalen Arbeitsmarktlage.. was brauchen wir technisierte Arbeitsvorgänge, wenn die dazu führen, dass nicht jeder Arbeit bekommen kann? Dann lieber ein bisschen weniger Luxus, aber einen Platz für jeden.
      Und dafür musst du wiederum in die Politik gehen, denn die leitet das ganze. Wenn die Führung eines Landes, Volkes es zulässt, dass das, was wir Wirtschaft oder von mir aus auch Kapitalismus oder wie auch immer nennen, den Ton angibt, geht der Mensch unter. Und das ist ja kein Hinrgespinnst, sonder zurückverfolgbar bis zum Beginn der Industrialisierung.

      Was ich eigentlich sagen wollte mit dem ganzen Gesabbel: Nicht bessere Arbeitsbedingungen müssen das Ziel sein, sondern eine menschliche Lebensweise. Und die gibts nicht bisher. Nirgendwo, soweit ich weiß.

      Ein Patentrezept, um das zu ändern, hab ich leider auch noch nicht gefunden. Und darum tue ich kaum was, was nützt, weil ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

      Lili

      15. Januar 2010 at 02:25

      • Hab ich so viel wirren Blödsinn verfasst, dass es dir die Sprache verschlagen hat? ;)

        Lili

        17. Januar 2010 at 16:24

  4. @Lili:
    Ha! Da muss mehr passieren, bis es mir die Sprache verschlägt ;) Aber wenn ich nicht antworte, dann liegt es an der mangelnden Zeit und/oder weil ich über den Punkt noch nachdenke, bevor ich mich unqualifiziert äußere …

    Der Rabe

    18. Januar 2010 at 09:33


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