RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Nachlese 6. Sinziger Rollenspiel-Wochenende.

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2009-05-31-w20Die Zeit von Freitag Abend bis heute Morgen um 4 Uhr stand bei meiner kleinen Hexe und mir ganz im Zeichen des Rollenspiels. Für uns war das 6. Sinziger Rollenspiel-Wochenende (SiRoWe) das Erste, an dem wir teilgenommen haben. Angeboten werden verschiedene Rollenspielsysteme aus dem Pen&Paper, Tabletop und Brettspiele, während die Teilnehmer mit gutem Essen und Getränken (Kaffee, Tee und Wasser) bei Kräften gehalten werden.

Auch wenn die Einteilung etwas chaotisch erscheint und mehr auf spontanen Absprachen vor Ort basiert als auf eine klare Einteilung der Runden nach Zeiten hat es besser geklappt, als ich Anfangs dachte. Nach netten Gesprächen hat es Freitags für uns mit einem Brettspiel bei einem Kampf um den eisernen Thron begonnen. Am Samstag dann kamen wir (nach einer kleinen Runde „Monopoly Star Wars“) endlich dazu Pen & Paper zu spielen: Boenie hat erst „Dark Heresy“ aus dem Warhammer-40k-Universum gemeistert und dann zu später Stunde einen Kriminalfall in der Eifel auf der Basis von „Cthulhu“ – wie immer großartig.

Auch wenn sich Rollenspieler oft noch gerne als Randgruppe sehen, so ist es doch indessen ein Hobby geworden, das von vielen Leuten betrieben wird, so dass die Anzahl von Nerds auf der Veranstaltung relativ gering war. Natürlich gibt es die Leute, die kein anderes Gesprächsthema haben und von denen man fast erwartet, dass sie sogar die Frage, was sie gleich essen oder trinken mit einem Würfelwurf entscheiden – doch man findet auch genug Leute, die mit beiden Beinen im realen Leben stehen und mit denen man sich auch über andere Sachen reden kann, als nur über Rollenspiel, wofür in den Pausen zwischen den Spielrunden immer Zeit blieb.

Viel stärker habe ich jedoch die meiner Erfahrung nach existenten Zweiteilung der P&P-Spieler in „Effizienzspielern“ und „Rollenspielern“ empfunden. Auf einer Veranstaltung wie dem SiRoWe findet man beide Spezies vor, die dann in den Runden zum gemeinsamen Spiel zusammen kommen – ein gemeinsames Spiel, das auf Grund unterschiedlicher Prioritäten nicht funktioniert. Ein Problem, das man bei den privaten Runden auf Grund eines gemeinsamen Konsenz nicht in dieser Art auftritt.

Dabei definiere ich „Effizienzspieler“ als die Spieler von Rollenspielen, die schon bei der Charaktererschaffung Wert auf Leistung und damit auf die Effizienz ihres Charakters legen. Für sie steht das möglichst schnelle und auf bestem Wege erfüllen der Queste im Vordergrund. Ihnen gegenüber stehen die „Rollenspieler“, die in erster Linie einen Charakter spielen und diesen mit den anderen Spielern und Meisterpersonen in der Queste interagieren lassen möchten, ohne dass die Werte im Vordergrund stehen, ggf. sogar die Schwächen des Charakters begrüßen.

Dabei gibt es zwischen beiden Arten kein „schlechter“ und „besser“, denn jedem Menschen bzw. Spieler seien seine persönlichen Vorlieben gegönnt – nur halte ich beide Arten in einer Runde nicht für kompatibel, da es für beide Seiten nur zu Frust führen kann. Die Effizienspieler sind genervt von den „Umwegen“ und langatmigen, ineffizienten Spielen der Rollenspieler, während diese durch die Einwürfe und Vorschläge zu einem effizienteren Agieren ihrer Charaktere und frustriert werden. Bevor Jemand fragt: Ich zähle zur zweiten Gruppe, die lieber eine Rolle spielen als „gewinnen“.

2009-05-31-dark-heresyDiese Erfahrung der Inkompatibilität haben wir im speziellen in der „Dark Heresy“-Runde gemacht, in der oftmals das interaktive Spiel zwischen den Charakteren gebremst wurde. Während die „Rollenspieler“ miteinander sprachen, wie es auch die Charktere machen würden, gab es auch Einwürfe wie zum Beispiel „Ich erzähle Euch, dass …“. Als der Charakter, wie bei dem System nicht unüblich, während der Queste gestorben ist wurde  von dem Spieler weiterhin Vorschläge gemacht, was wir machen bzw. wie wir agieren sollten. Wie es anders gehen kann haben wir dann bei der Cthulhu-Runde gemerkt, wo alle Spieler in ihren Rollen über den Fortschritt und die Gesellschaft der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts (in der Zeit, in der das Abenteuer gespielt hat) diskutiert haben – was zwar Nichts mit der Queste zu tun hatte, aber die Atmosphäre entsprechend gefördert hat.

SiRoWe gerne wieder, aber ich glaube ich werde mir zukünftig gut überlegen zu welcher Runde ich gehen werde und wer dort mit mir spielen wird – lieber (wie an sich nicht gewünscht) vorherige Absprachen, als dass ich während der mehrstündigen Runden nicht auf meine Kosten komme, weil meine Art des Spiels nicht mit denen meiner Mitspieler kompatibel ist. Und ich glaube, dass auch diese dann nicht die Freude bei meiner Art von Spiel haben …

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Written by Rabe

31. Mai 2009 um 14:42

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