RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Keine Hoffnung für Afrika !?

with 2 comments

Der Präsident des afrikanischen Staates Simbabwe, Mugabe, ist indessen aus seinem vierwöchigen Urlaub zurück gekehrt. Derweil hat sich die Cholera im Land (und über die Landesgrenzen hinaus) weiter ausgebreitet. Die Zahlen der Infizierten und Toten hat dabei schon die Anzahl des „Worst Case Szenarios“ der Weltgesundheitsorgansiation (WHO) erreicht. [Q]

Während in dem Land die Bevölkerung stirbt hat sich der Despot Mugabe jetzt mit der Opposition auf eine neue Regierung geeinigt. Unter dem Druck der afrikanischen Nachbarländer musste der Oppositionsführer die Stelle des Ministerpräsidenten annehmen, während die Regierungssprecher klar machen, dass die ganze Macht doch in den Händen des Präsidenten und damit Mugabes bleiben wird. [Q]

Wieso die afrikanischen Staaten an Mugabe festhalten und damit an dem Mann, der das Land in den Ruin geführt hat, bleibt mir ein Rätsel. Ebenso kann ich noch nicht sehen, dass mit der Regierungsbeteiligung der Opposition ein Fortschritt hinsichtlich Demokratie und Menschenrechte zu verzeichnen ist, wenn Mugabe die Politik des Landes weiterhin bestimmen darf.

Die Afrikanische Union (AU) fordert derweil die europäischen Staaten und die USA auf ihre Sanktionen gegenüber Simbabwe aufzuheben und finanziell zu unterstützen. Dies auch, damit sich die humanitäre Lage verbessert. [Q] Auch wenn unbestritten ist, dass den Menschen vor Ort in Not geholfen werden muss, so bin ich doch der Meinung, dass Europa und die USA hier hart bleiben sollten.

Wer der Ansicht ist, dass ein Despot, der mit fast 100.000 US-Dollar in Urlaub fliegt, und Waffen aus China importiert, während in seinem Land eine Inflation über 200 Millionen Prozent herrscht und die Cholera wütet, weiter die Macht in einem Staat ausüben soll, der darf auch gerne dem Staat helfen und damit eine Regierung stützen, welche die Menschenrechte mit Füßen tritt.

Auch die aktuellen Nachrichten über die weiteren Pläne hinsichtlich des Völkermords in der Darfur-Region und den, wie schon länger vermutet, wieder aufflammenden Kämpfen im Süden des Sudan, lassen keine große Hoffnung aufkommen. Wie kann es sein, dass die Regierung, der viele Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, die Friedensmission von UN und Afrikanischer Union (AU) auffordert ihre Leute aus einer 30.000-Einwohner-Stadt abzuziehen, damit man dort Rebellen bekämpfen kann? [Q]

Unter dem Vorwand der Rebellenbekämpfung werden seit Jahren in Darfur ganze Städte niedergebrannt und die Einwohner, Männer, Frauen und Kinder, hingeschlachtet. Das ist auch der Grund, warum vor dem Internationalen Strafgerichtshof eine Anklage gegen den sudanesischen Staatchef wegen Völkermords in Vorbereitung ist. Nachdem einige Länder mit guten wirtschaftlichen und/oder politischen Beziehungen zum Sudan schon auf eine Aussetzung des Verfahrens gedrängt haben, hat jetzt auch die Afrikanische Union gefordert auf die Anklage zu verzichten. [Q]

Wenn Staatsführer, die seit Jahren die Menschenrechte mißachten und gegen die eigene Bevölkerung handeln, von der Afrikanischen Union (AU) unterstützt werden, dann lässt das nicht sehr hoffnungsvoll an eine friedliche Zukunft des afrikanischen Kontinents glauben.

Advertisements

Written by Rabe

1. Februar 2009 um 19:11

2 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Ja, ich glaube Mugabe ist nicht nur DAS Problem Simbabwes, er ist auch symptomatisch für Afrika überhaupt. Für mich ist er das Symbol der Korruption schlechthin. Kauft tausende von Hummern für seine Genurtstagsparty und frisst mit seiner Kamarilla eine 85-Kilo-Torte, während sein Volk verhungert und sich wegen Cholera die Seele aus dem Leib scheisst (entschuldigung, aber da fällt mir grad nix besseres ein!). Gäb´s in Simbabwe Öl und nicht bloss ein paar Diamanten, wären längst die Amis drin und die Engländer und die Franzosen und vielleicht auch die Deutschen. Aber nee, statt dessen werden am Horn von Afrika ein paar piraten gejagd, die ja eigentlich durch die Not in diesem teil des Kontinents dazu getrieben hat. Denn von was bitte schön sollen die da sonst leben? Klar mischte dort schon bald die Mafia mit, als die merkte, dass die Kapitäne die immer gleiche dämliche Route direkt vor der Küste Somalias langschippern. Das lädt doch geradezu ein, die Schiffe zu kapern. Aber auf den Gedanken, für stabile politische und wirtschaftliche Verhältnisse in diesem Teil der Welt zu sorgen, kommt niemand. Ich will nicht wissen, wieviel Millionen Euronen diese Einsätze monatlich kosten. Was könnteste damit an Entwicklungshilfe leisten? Aber nein, man schaut zu, wie sich Mugabe vollfrisst und versucht ihn mit frommen Sprüchen zu bekehren!
    Liebe Grüße von Thialfi

    Thialfi

    7. März 2009 at 19:30

  2. […] zu weiterführenden Informationen: Rabenzeit: Keine Hoffnung für Afrika!? (01.02.2009) Transafrika-Blog: Simbabwe: Abkommen über Machtteilung zwischen Mugabe und Tsvangirai […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: