RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Deutsche Polizei gegen Israelfahne.

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Duisburg am Wochenende. Demonstration für den Frieden gegen Israel. Der Demonstrationszug passiert ein Mehrfamilienwohnhaus. In einem Fenster hängt eine Israelfahne mit dem Davidstern. Die Demonstranten werfen Steine gegen das Haus und versuchen widerrechtlich Zutritt zu erhalten.

Nun wäre es an der Polizei gewesen diese Beschädigung von Sacheigentum und den Zutritt zu einer Privatwohnung durch die „friedlichen“ Demonstranten zu verhindern. Denn wie steht es schon im deutschen Grundgesetz in Artikel 13: „Die Wohnung ist unverletzlich“. Außerdem kann man die Fahne im Fenster als eine Meinungsäußerung sehen, die wohl dem Wohnungseigentümer durch das Grundgesetz ebenso zusteht, wie den Demonstranten.

Doch statt dessen verschafft sich die Polizei gewaltsam durch das Eintreten der Tür zutritt zu der Wohnung und entfernt unter johlendem Jubel der Demonstranten die Fahne. [Q]

Was für ein Aufschrei würde durch die Bevölkerung gehen und wie viele Verhaftungen mit der Anklage zur Volksverhetzung würde es, zu recht, nach sich ziehen, wenn innerhalb einer rechtsradikalen Demonstration „Vergast die Juden!“ skandiert würde, wie in Frankfurt geschehen? [Q] Im Zusammenhang den derzeitigen Demonstrationen sind solche Forderungen aber erlaubt? Man muss es wohl nicht verstehen.

Es scheint, als müsse man auf Deutschlands Strassen Angst haben, wenn man sich als Sympathisant Israels bzw. als Jude zu erkennen gibt. Eine Entwicklung, die mit freier Meinungsäußerung in einem Rechtsstaat nichts mehr zu tun hat und um so gefährlicher ist, wenn die Polizei die Gewalt nur stoppen kann, wenn sie die Forderungen der gewaltbereiten Demonstranten erfüllt.

Zum Weiterlesen: „Deutsche Polizei entfernt Israel Fahnen“ und „An der Spitze der Bewegung“ und „Polizei – erneute „Sicherstellung“ israelsicher Fahnen in Deutschland“ und „Der „friedliche“ Judenhass„.

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Written by Rabe

13. Januar 2009 um 13:02

5 Antworten

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  1. Nun, heute ist es Israel, beim letzten Irak-Krieg waren es die USA, die den Groll vieler Menschen auf sich zogen. Damals wurden US-Flaggen verbrannt und es war ungemein In, eine Anti-US-amerikanische Einstellung zu haben.
    Das Schema wiederholt sich heute, nur dass es sich im Moment um Israel dreht.
    Die Geschehnisse jedoch einem allgemeinen Judenhass zuzuschreiben, der sich nun entfalten kann bzw. darf, halte ich auch aufgrund dieses Vergleichs für etwas übertrieben, auch wenn man damit natürlich gute Schlagzeilen machen kann, gerade in Deutschland.
    Wobei es natürlich so einige Unbelehrbare (zuviel) in unserem Land gibt, was außer Frage steht, die die derzeitigen Umstände für ihre Sache zu nutzen versuchen. Doch die gibt es nicht seit gestern (auch wenn sie von da sind).

    Interessant und ebenso traurig finde ich nach wie vor das Parteiergreifen zu Gunsten der einen als auch der anderen Seite. Anstelle sich grundsätzlich für Frieden und Abrüstung einzusetzen, wird lauthals in einen Kanon zur Legitimation von Krieg eingestimmt. Dies bei den meisten natürlich, ohne jemals sowohl in die eine als auch in die andere Kultur eingetaucht zu sein.
    Würde man dies objektiv tun, so denke ich, würde man feststellen, dass es auch hier keinen klaren Verlauf von Gut und Böse gibt. Man würde nur Leid und Opfer sehen und sich vielleicht die Frage stellen, ob eine kriegerische Auseinandersetzung genau das Mittel ist, um die Probleme dieser Menschen zu lösen… Denn leider ist es das einfachste und für so einige das wirtschaftlich lukrativste Mittel, das halt lediglich mit dem Blut einfacher, manipulierter Menschen zu bezahlen ist.

    Seppelsche

    13. Januar 2009 at 14:47

  2. Ein friedliches Zusammenleben wird es aber auf Grund von Kriegstreibern so schnell leider nicht geben – zumindest sehe ich das so. Wenn ich mir aber die politischen Führer in der Region so anschaue komme ich jedoch zu der Erkenntnis, dass die Hamas meiner Ansicht der Kriegstreiber bzw. das Friedenshindernis ist, denn ich kann mich nicht erinnern, dass Israel jemals die Ausrottung der Palästinenser propagiert hätte. Die Hamas jedoch sagt genau das und schürt damit den Hass, anstatt sich für einen Frieden einzusetzen. Wobei man natürlich die Hamas nicht mit den Palästinensern gleichsetzen darf, aber es ist auch kein Friedenssignal gewesen, als die Hamas gewählt wurde.

    RabenZeit

    13. Januar 2009 at 15:19

  3. Da stellt sich aber doch die Frage, warum die Palästinenser dort die Hamas gewählt haben und eine solche aggressive Politik mittragen. Sind es einfach alles nur Terroristen, ein Haufen unterentwickelter Menschen oder haben sie die falsche Religion?
    Ich denke, wenn man einfach nur und ausschließlich die momentanen Ereignisse betrachtet, ohne die Hintergründe, die, zugegeben, sicher sehr komplex sind, kommt man natürlich zu dem Schluss, dass es legitim ist, wenn ein Land sich gegen den Angriff eines anderen Landes verteidigt. Soweit würde ich RabenZeit Recht geben. Es wäre das gleiche, wenn ich auf offener Straße ohne jeglichen Grund von einer Person angegriffen werden würde.
    Allerdings halte ich das im Falle des Konfliktes zwischen Israel und Palästina als nicht gegeben. Viel eher kommt mir der dortige Kampf wie eine Symptombehandlung vor.
    Aber irgendwie scheint sich niemand groß für die Ursachen dieser Symptome zu interessieren. Anstelle dessen wird Israel vom Westen sicherheitshalber hochgerüstet, so dass man sich mit den Belangen anderer Volksgruppen schon von vorne herein gar nicht auseinander zu setzen braucht oder bei Verhandlungen schon sicherheitshalber das schlagkräftigere Argument in der Hinterhand hat. Damit lebt man den Menschen dort unser typisches westliches, archaisches Gesellschaftssystem vor, in dem einfach derjenige Recht hat, der über die größten und meisten Waffen verfügt. Ist es da ein Wunder, dass andere zu eben jenen Mitteln zu greifen versuchen, um sich gegen uns zu behaupten? Ist es nicht auch unsere eigene Saat, die dort unten aufgeht? Haben wir, der Westen und auch Israel wirklich das Recht, zu behaupten, unschuldige, rechtschaffende und friedliche Lämmer zu sein, die vom bösen Wolf gebissen werden? Oder haben wir nicht selber oft genug aus Gier und Machtstreben zugebissen? Wenn, dann sollten wir vielleicht zuerst damit mal anfangen aufzuhören… Werden wir dann immer noch gebissen, was ich nicht glaube, dann haben wir wirklich eine Rechtfertigung, zurückzuschlagen.

    Seppelsche

    14. Januar 2009 at 09:08

  4. @Seppelsche:
    Die Diskussion, ob man in den 40ern einen Staat Israel hätte schaffen dürften, ist eine alte und meines Erachtens durch den Lauf der Geschichte indessen auch überholt. Der Staat Israel besteht und hat sein internationalen Rechte und seine Pflicht zum Schutz der Bürger wie jeder andere Staat.
    Zudem muss man auch bedenken, dass die Gebietszuwächse Israels in den vergangen Jahrzehnten auf Angriffe anderer Staaten unter dem Ziel eines panarabischen Staates erfolgt ist und Israel in den letzten Jahren Gebiete geräumt und jüdische Siedler dafür, teilweise gewaltsam, umgesiedelt hat.
    Ganz provokant: Soll Israel sich selber auflösen, um die Palästinenser zum Frieden zu bewegen? Soll Israel die Raketen auf seine Bürger einfach hinnehmen? Was soll Israel konkret machen?
    Außerdem sollte man auch die Frage stellen: Was sollen die Palästinenser tun?

    RabenZeit

    14. Januar 2009 at 09:25

  5. Wie gesagt, die Hamas greift sicher nicht ohne Grund zu den Waffen. Israel ist ein übermächtiger Gegner, besonders durch die blankoscheck-artige Unterstützung der USA, und hat diese Macht in der Vergangenheit wohl auch schon unzählige Male genutzt, bzw. missbraucht. Also braucht es sich über die Raketen erst mal nicht zu wundern.
    Hierbei stelle ich übrigens nicht die Existenz des Staates Israel in Frage sondern die aggressive Politik gegenüber nicht-israelischen Bewohnern dieses Landstriches jetzt und in der im Verhältnis zu den 40ern jüngeren Vergangenheit.

    Aber was muss getan werden? Vieles, und zwar gleichermaßen von beiden Seiten: sofortiger Waffenstillstand, Abrüsten, Grenzen öffnen, Entschädigungen für Vertreibungen und Zerstörungen zahlen (beide Seiten), alle besetzte Gebiete räumen, Bauern wieder auf ihre Felder lassen, zerstörte Infrastrukturen wiederherstellen, einseitige Parteinahme der USA einstellen, Rüstungsgelder einstellen, internationalen politischen Druck auf die Hamas, aber auch auf Israel, Projekte der Völkerverständigung und Aussöhnung vielleicht.
    Das Ganze vielleicht unter neutraler Überwachung, wenns gar nicht anders geht.
    Man wird damit sicher nicht sofort den Terror aus allen Köpfen herausbekommen, aber mit Sicherheit wird eine Organisation wie die Hamas so nicht von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt werden. Denn diese Tatsache zeigt am deutlichsten, dass da unten etwas nicht stimmt, dass es sich nicht nur um ein paar verrückte wahllos-schießende Terroristen handelt, die einfach nur Israel nicht mögen, sondern um ein Volk, dass sich von einem anderen Land unterdrückt fühlt.

    Langfristig gibt es natürlich noch viel mehr zu tun, aber nicht nur dort sondern vor allem in den führenden Industrienationen und deren Gesellschaften. Aber das wäre ein anderes, wenn auch das wichtigste Kapitel…

    Seppelsche

    14. Januar 2009 at 17:56


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