RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Im TV wird es nicht besser.

with 5 comments

Nicht, dass auch nur der Hauch einer Hoffnung existiert hätte: Im deutschen Fernsehen wird auch 2009 dieselbe Volksverdummung gesendet wie im Jahr zuvor – und es wird sicher viele Menschen geben, die sich aus Gründen der Selbstkasteiung oder einfach mangelnder Intelligenz verdummen lassen.

Es kommt, wie jeden Abend um diese Zeit, gerade das „Wissensmagazin“ Galileo auf Pro7. Die Themen sind wieder einmal existentiell für unser Leben und die Versuchsanordnungen sind von seriöser Wissenschaft soweit entfernt wie „Indiana Jones“ von der realen Archäologie. Ich bin mir sicher: Die Einschaltquoten von Galileo sind sicher höher und das Sendeformat beliebter, als jede Dokumentation auf 3sat oder Reportage auf arte. Lieber gut präsentierte Halbheiten als richtige Information – da muss man die kleinen grauen Zellen nicht so anstrengen.

In der Werbepause dann die Vorschau auf eine andere Sendung: Es beginnt mit einem Haus, in dem sich ein Poltergeist befindet und ich hätte auf die Vorschau für einen Horrorfilm getippt. Falsch getippt: In Galileo Mystery wird der große Forscher, Entdecker und Wissenschaftler Aiman Abdallah mit seinem Team das Phänomen der Poltergeister aufdecken. Er hat ja schon ganz andere Rätsel der Menschheit gelöst, die von anderen Forschern jahrhundertelang nicht gelöst werden konnten.

Wer gedacht hat, dass mit der peinlichen UFO- und Aliensendung von Uri Geller dieses Thema endlich abgeschlossen wäre, hat sich ebenfalls geirrt, denn auch für die nächste Sendung mit unserem Mentalisten ist schon gesorgt: erst macht sich Uri auf die Spuren des Rabenvaters Vincent Raven, um ihn ab Januar durch einen neuen „next Uri Geller“ zu ersetzen.

Lasst alle Hoffnung fahren: Es wird nicht besser, wenn nur noch schlimmer …

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Written by Rabe

2. Januar 2009 um 21:58

5 Antworten

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  1. So ein Betrüger. Und ist dir auch aufgefallen dass der noch vor wenigen Jahren bei Stern.tv deutsch gesprochen hat? Nun, er hats wohl verlernt.
    So etwas gehört scho fast verboten.

    lg

    sonnemohn

    3. Januar 2009 at 15:10

  2. Volksverdummung ist ein ganz passender Begriff für unsere Fernseh-„Kultur“.

    Interessant ist dabei das Wort „Volk“, was ja irgendwie auf eine gewisse hohe Quantität an Personen schließen lässt. Nachvollziehen lässt sich diese Quantität dann sehr überzeugend bei einem abendlichen Spaziergang bei Dunkelheit durch ein Wohngebiet. Fällt einem dabei das typische flimmernde Licht in so vielen Wohnzimmern bei bewusster Beachtung doch recht deutlich auf.

    „Verdummung“ beschreibt dann ebenso treffend die Qualität der Mehrheit der Fernsehprogramme, wie der Autor an einigen Beispielen aufzeigt. Ich für meinen Teil habe schon vor einiger Zeit meine Schlüsse daraus gezogen und meinen Fernseher bei der GEZ abgemeldet (und ja, auch abgeschafft).

    Gut, es gibt sicher auch interessante Beiträge, hin und wieder, im Fernsehen. Das bestreite ich auch gar nicht. Aber vermissen tue ich diese nicht, kann ich doch auch anhand eines guten Fachbuches, oder entsprechender Zeitschriften ebenso in den Genuss interessanter Themen und Berichte kommen. Wobei ich dabei den Vorteil habe, mir Zeit, Ort, Anspruch und Umfang des „Genießens“ selbst bzw. besser aussuchen zu können. Man kann einzelne Abschnitte lesen, kann innehalten und darüber nachdenken, kann auch Stellen nochmal lesen, um sie vielleicht besser zu verstehen. Man kann in einem Verzeichnis nach weiterführender Literatur suchen oder das Lesen unterbrechen um beispielsweise in einem Lexikon Begriffe, die man nicht verstanden hat, nachzuschlagen.
    Ein weiterer Vorteil: die an Gehirnwäsche grenzenden Werbeunterbrechungen können so blendend umgangen werden.
    Im Grunde ist dies dann eine Unterscheidung zwischen einer passiven Beschäftigung, einem berieseln lassen und einer aktiven Tätigkeit im Sinne von tätig-sein.

    Seppelsche

    6. Januar 2009 at 11:48

  3. Für mich stellt sich nur die Frage, ob die Zuschauer (also das Volk) durch das Programm dümmer werden, oder ob sich das Fernsehprogramm dem Sehverhalten, dem Anspruch und den Programmwünschen der Masse der Zuschauer anpasst. Also: Wird das Volk durch das Fernsehen dumm oder wird das Programm durch das Volk immer dümmer !?

    RabenZeit

    6. Januar 2009 at 14:33

  4. Ich denke von beiden etwas. Einerseits versuchen die Sender natürlich, möglichst hohe Einschaltquoten zu bekommen. Und da der ganze Müll sich eindeutig besser verkauft, als anspruchsvolle Sachen, nimmt das natürlich immer mehr zu. Das beste Beispiel hatten wir mit dem Auftauchen der Privatsender. Ein weiteres, ähnliches Beispiel, findet man, wenn man die Besucherzahlen von Trash-Kinos wie Kinopolis oder Cinemax mit denen der Programmkinos vergleicht. Da gibt es schon eindeutige Unterschiede, was die Mehrheit der Masse so bevorzugt.
    Andererseits wird der ganze Schmarrn, wenn ichs mal so nennen darf, auch viel extremer beworben, da man damit natürlich mehr Geld einnimmt, was wiederum suggestiv auf die Menschen zurückwirkt, deren Geschmack von der Werbung erwiesenermaßen beeinflusst wird. Gruppenzwänge und ähnliches kommen da dann auch noch dazu. Vor allem bei Kids leider.
    Es findet also eine Wechselwirkung statt.
    Die interessante Frage hierbei ist allerdings, WARUM der Mensch sich so gerne solchen Müll ansieht! Diese Frage führt aber etwas weiter, zu Überlegungen über unsere Gesellschaft und unser System, in dem wir leben…

    Aber zurück zur Frage, ob der Fernseh-Konsum an sich blöd macht. Ich glaube, es führt eher zur Verdummung, dass Menschen eben fernsehen anstelle etwas Entwicklungs-förderndes zu tun. Also Kinder z.B., die vor der Glotze hängen anstelle Baumhäuser zu bauen, Lego zu spielen oder ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten durch den Umgang mit anderen Kindern zu schulen. Fernsehen ist rein passiv, es ist wie tagträumen, es bringt entwicklungsmäßig null komma nichts. Wenn man jetzt täglich seine 3,5 Stunden vor der Glotze verbringt (Durchschnittswert der Deutschen), geht da natürlich ziemlich viel Zeit flöten, in der man etwas für seine Entwicklung tun kann, tätig sein kann, mit Menschen kommunizieren kann, einfach aktiv leben kann…

    Seppelsche

    7. Januar 2009 at 09:34

  5. Die Frage danach wer zuerst dumm war, der Zuschauer oder das Programm (tja, ja Huhn oder Ei?) wird angerissen in dem Film „Free Rainer“, den ich persönlich sehr gelungen und nspirierend finde….

    lg

    sonnemohn

    8. Januar 2009 at 20:30


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