RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Ebola.

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2008-11-16-ebola02Vor wenigen Tagen habe ich wieder einmal das Buch „Befehl von oben“ von Tom Clancy gelesen. Jack Ryan, auch bekannt aus den Filmen „Jagd auf roter Oktober“, „Das Kartell“ und anderen, wird, nach der Auslöschung des Senats durch ein Flugzeug im Kapitol (ja, klingt bekannt, wurde aber vor den Anschlägen auf das WTC geschrieben), zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Ich lese die Bücher der Reihe sehr gerne, zumal sie in vielen Details gut recherchiert sind. Einzig die zum Teil sehr patriotische Einstellung Clancys, die in seinen Büchern öfters durchscheint, nervt mich etwas. Es soll aber keine Buchrezession werden, denn in besagtem Buch wird ein Anschlag auf die Vereinigten Staaten verübt, indem Ebola-Viren in den Staaten „ausgesetzt“ werden und dann ihr Werk verrichten.

Das erste Mal über Ebola gelesen hatte ich in dem Bericht über den ersten Ausbruch der Krankheit 1976 gelesen, einem Tatsachenbericht des Arztes W.T.Close, der wirklich erschreckend und informativ zugleich ist – ein Buch also, dass ich jedem empfehlen kann. Auch wenn der Erreger in Europa derzeit keine Rolle spielt, da die klimatischen Bedingungen für ihn nicht förderlich sind, ist die Gefahr einer Verbreitung doch nicht auszuschließen. Zum einen wird es durch den Klimawandel auch bei uns wärmer und zum anderen gibt es unter Wissenschaftlern die These, dass die im Mittelalter wütende schwarze Pest von ebolaähnlichen Viren hervorgerufen worden ist. [Q]

Die größte Gefahr geht aber von den Geschäfts- und Urlaubsreisen in die betroffenen Gebiete aus, wie auch von Importen von möglichen infizierten Tieren, die zu Forschungszwecken oder für Zoos nach Europa gelangen. So wurde der Marburg-Virus durch importierte Meerkatzen ausgelöst, die in Deutschland 1967 auch Todesopfer gefordert hat. Die Inkubationszeit bei Ebola beträgt zehn Tage und in unserer heutigen Zeit kann man schon lange aus Afrika zurück gekehrt sein und viele Bekannte getroffen haben, die man wiederum angesteckt hat. Die einzige Hoffnung ist, dass das Virus den Wirtskörper so schnell zerstört, dass die Menschen schneller sterben, als dass sich der Virus ausbreiten kann und damit die Epedemie automatisch aufhört.

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Ebola gehört zu den Dingen, über die man gar nicht nachdenken möchte. Wenn eine Epidemie ausbricht kann man sich nur noch in die eigenen vier Wände zurück ziehen und hoffen, dass man sich nicht schon vorher infiziert hat. Wenn man jedoch zu den Unglücklichen zählt ist die Überlebenschance sehr gering. Bei Ebola liegt die Sterblichkeitsrate bei etwa 90 %. Die Symptome beginnen ähnlich wie bei einer Grippe, es folgt das hämorrhagische Fieber: Hohes Fieber, Leber- und Nierenfunktionsstörungen mit Ödemen, innere Blutungen, auch ins Gewebe, blutiger Stuhl und Urin, Schockzustände, Kreislaufzusammenbrüche, Krämpfe und Lähmungserscheinungen, Übelkeit mit Erbrechen, Durchfall, Haut- und Schleimhautblutungen. Die kapillaren Blutgefäße werden zerstört und meist führen dann die Blutungen im Magen-Darm-Kanal, der Milz und in der Lunge führen letztendlich zum Tode. Ich vermute eine der schlimmsten Möglichieten zu sterben.

So gefährlich die im Kongo zum ersten Mal festgestellte Krankheit auch ist, so scheint sich doch Hoffnung am Horizont abzuzeichnen. Wenngleich die Möglichkeiten der Therapie trotz intensiver Forschungen, primär in Hochsicherheitslaboratorien der US-Armee, immer noch gering sind, so gibt es doch erste Erfolge bei der Forschung nach einem Impfstoff. Ob jedoch die Impfung dann gegen alle Arten von Arenaviridae, Bunyaviridae, Filoviridae, Flaviviridae und Togaviridae, die das virale hämorrhagische Fieber (VHF) auslösen, helfen werden bleibt abzuwarten. Bis dahin kann man nur hoffen, dass diese Viren auf die kleinen Ausbrüche wie zuletzt vor einem Jahr in Uganda begrenzt bleiben.

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Written by Rabe

17. November 2008 um 12:11

Veröffentlicht in Sammelsurium

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