RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Tibet ein Teil Chinas.

with one comment

Gestern habe ich im Fernsehen ein kurzes Interview mit dem Dalai Lama, der sich derzeit in Deutschland aufhält, gesehen. Wie ich einigen Wochen in einem Beitrag geschrieben habe, hat er vor dem Einmarsch der Chinesen in Tibet als absolutistischer Herrscher über ein zum Großteil aus Leibeigenen bestehenden Staat geherrscht. Indessen bekennt er sich zur Demokratie – und zur Ein-Staaten-Politik Chinas. Der Dalai-Lama sieht Tibet als ein Teil der Volksrepublik, fordert aber Garantien und Autonomie hinsichtlich der einzigartigen tibetanischen Kultur und buddhistischen Traditionen. In einer Zeit, in der viele regionale Eigenarten der reichhaltigen Kulturgeschichte des Menschen durch die fortschreitende Globalisierung um so schützenswerter erscheinen eine durchaus verständliche und sicher auch unterstützenswerte Forderung.

Ist die oft vernommene Forderung „Free Tibet!“ also nicht als „souveräner Staat Tibet“, sondern als „autonome chinesische Provinz Tibet“ zu verstehen? Wenn es nach dem Dalai Lama geht wohl ja. Jedoch sind die Zeiten, in denen der Dalai Lama widerspruchslos für alle Tibeter entschieden hat, vorbei. Innerhalb des tibetischen Volkes, im Besonderen des im Exil lebenden Volksteil und ihrer Unterstützer, mehren sich wohl die Stimmen, die einen freien und souveränen Staat Tibet fordern. Gleichzeitig scheint es Tendenzen zu geben, den bisher aus ihrer Sicht erfolglosen gewaltlosen Widerstand und Dialog zu beenden. Bei den vergangenen Demonstrationen in Tibet hatte der Dalai Lama mit Rücktritt drohen müssen, um die Gewalt zu beenden.

Hinsichtlich dieser möglichen Entwicklungen sollte man hoffen, dass es einen Dialog zwischen dem Dalai Lama und der Regierung Chinas geben wird: Für ein autonomes Tibet als Teil der Volksrepublik. Das auch, weil meiner Ansicht nach ein souveräner Staat aus wirtschaftlicher Sicht nur schwer überlebensfähig wäre und auch die innenpolitischen Spannungen auf Grund der dort nun wohnenden Chinesen ein großes Gewaltpotential in sich birgt. Wie ich schon in meinem vorhergehenden Artikel geschrieben habe: Für ein souveränes Tibet werde ich wohl nicht auf die Strasse gehen, aber es lohnt sich immer für die Menschenrechte, zu denen auch die freie Entfaltung von Kultur und Glaube zählt, einzustehen.

Advertisements

Written by Rabe

19. Mai 2008 um 08:04

Eine Antwort

Subscribe to comments with RSS.

  1. An dieser, ein bisschen unpassenden Stelle: Ich mag deinen Blog und deine Gedankengänge. Darum danke fürs Teilen.

    Aber: ‚tibetanisch‘ ist voll falsch. Wenn du das Land meinst, heißt es ‚tibetisch‘. Tibetanisch ist nur die Sprachfamilie, in der auch die tibetische Sprache angesiedelt ist. Einen direkten Beleg dafür hab ich nicht, das erschließt sich aber aus der Lektüre (zum Beispiel) der Wikipedia-Artikel zu „Tibet“, „Tibetische Sprache“ und „Tibetanische Sprachen“.

    Herzlich,
    Lili

    Lili

    26. Oktober 2009 at 16:51


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: