RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Katastrophe in Myanmar No. 08:

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Am vergangenen Donnerstag sprach die Regierung von Myanmar noch von 34’273 Todesopfern und 27’836 Vermissten. Innerhalb weniger Stunden sind diese offiziellen Zahlen am Sonntag korrigiert worden: Nun spricht die Militärjunta von 77’738 Todesopfern und 55’917 Vermissten. Schätzungen unabhängiger Hilfsorganisationen sprechen derweil von 128’000 Toten und 220’000 Vermissten. Bis zu 2,5 Millionen Menschen sollen insgesamt betroffen sein – und benötigen internationale Hilfe.

Während nach offizieller Bekanntgabe die Schulen am 02. Juni wieder öffnen sollen hält die Anzahl der Flüchtlinge im Land (von den stark betroffenen in die weniger betroffenen Gebiete) an. Die lokalen Machthaber in Labutta haben indessen begonnen diese wieder in ihre Dörfer zurück zu senden – ohne dass deren Versorgung sichergestellt wäre. Zwar hat die Junta am Wochenende einen Ausflug für die internationale Riege der Botschafter organisiert, dabei aber die zu besichtigenden Orte selber festgelegt, so dass man hier im Grunde von einer „Propagandaveranstaltung“ sprechen kann.

Der Stab von „United Nations Disaster Assessment and Coordination“ (UNDAC) haben vorgestern als Teil des Teams von „Association of Southeast Asian Nations“ (ASEAN) einige betroffene Gebiete besucht. Als Beispiel Mawlamyinegyun: Hier existieren indessen 15 von der Regierung organisierte Camps mit Notunterkünften für 6’749 Personen. Die Bevölkerung der Stadt betrug vor der Katastrophe 346’000; laut offizieller Zählung wurden 4’463 Personen getötet, 6’075 sind vermisst und 76’277 haben ihre Häuser verloren. Ich gehe davon aus, dass die Schätzungen höher liegen, denn die Stadt liegt in der Klasse „Priorität 1“ nach der Klassifizierung der UN: mindestens 75 % der Bevölkerung sind betroffen.

Darüber hinaus die Arbeit der UN ist weiterhin stark eingeschränkt. Zum einen haben internationale Mitglieder der UN-Organisationen immer noch keine Erlaubnis in die betroffenen Gebiete zu reisen und zum anderen werden die erforderlichen Kommunikationsmittel immer noch am Zoll zurück gehalten. Jeder Hilfsorganisation wurden meines Wissens nach einige Mobiltelefone mit Karten zugestanden, die diese beim staatlichen Kommunikationsbetrieb käuflich erwerben dürfen. Es dürfte klar sein, dass basierend auf lediglich diesen Kommunikationsmittel und auf Grund der strengen Reglementierung von Internetzugängen die Koordination der Hilfeleistungen schwierig ist.

Unabhängig von den ganzen Einschränkungen, mit denen die Machthaber derzeit die internationale Hilfe behindern, sind im Land viele Freiwillige unterwegs, um den Betroffenen zu helfen. Dabei handelt es sich um einheimische Mitarbeiter ausländischer Hilfsorganisationen oder Myanmarer, die selber in der Katastrophenhilfe aktiv sind, wie zum Beispiel in der „Myanmar Red Cross Society“ (MRCS). Die Ehrenamtlichen dieser Organisation versorgen, unter anderem mit Hilfslieferungen des Roten Kreuzes aus aller Welt, täglich 57’000 Bedürftige in der Katastrophenregion. Sicher nicht ausreichend, aber hier wird durch die Zivilgesellschaft ein wertvoller Anfang gemacht.

Derweil denkt man bei der UN schon über die reine Not- und Soforthilfe hinaus. Durch den Zyklon ist eine der wichtigsten Anbaugebiete des Landes für Reis zerstört worden. Es ist also für Myanmar auch in den nächsten Monaten eine entsprechende Nahrungsmittelknappheit zu erwarten, die internationale Hilfe erforderlich machen wird. Auch das Vieh hat zum großen Teil die Katastrophe nicht überlebt, ebenfalls fehlt Saatgut. Der Wiederaufbau, der in den nächsten Monaten ansteht, wird meines Erachtens nicht ohne internationale Hilfe realisierbar sein.

Quelle: UN-OCHA Situation Report Myanmar – Cyclone Nargis (No. 14) > PDF-Datei.

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Written by Rabe

19. Mai 2008 um 17:10

Eine Antwort

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  1. […] Aktualität des Stoffe hat die Tragödie um den Taifun (Zyklon im indischen Ozean) “Nargis” für die Menschen in Burma wieder einmal deutlich […]


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