RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Chinesische Waffen in Afrika.

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Das chinesische Frachtschiff „An Yue Jiang“ hat nun zum zweiten Mal die zweifelhafte Ehre sich in meinem Blog wiederzufinden. Während meines ersten Artikels über das Schiff war es, voll beladen mit eigentlich für Simbabwe bestimmten Waffen, wieder auf dem Heimweg nach China. Internationale Proteste, die Ablehnung vieler afrikanischer Staaten das Schiff in ihre Häfen ankern zu lassen und nicht zuletzt die Weigerung der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) das Schiff überhaupt zu entladen, hatten Ende April dazu geführt, dass das Schiff von der chinesischen Regierung zurück gerufen wurde. China hatte die Waffenlieferung an den Diktator, dessen Regime von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen geprägt ist, als „normalen Handel“ bezeichnet. Wie Mugabe die Waffen bezahlt ist bei seinen hohen Auslandsschulden und bei einer Inflation von 165’000 % in Simbabwe eine weitere interessante Frage, die wohl letztendlich nur mit Verweis auf einen „Ausverkauf“ der Rohstoffe des Landes beantwortet werden kann.

Wer nun gemeint hat, dass das Thema damit beendet ist und man China gezeigt hat, dass man nicht einfach Waffen an einen Diktator schicken kann, weil es genug gibt, die sich dagegen wehren, der sieht sich getäuscht. Einer ist wohl aus der Reihe getanzt und hat still und heimlich den Transport der Waffen nach Simbabwe möglich gemacht: Der südafrikanische Präsident Thabo Mbekis. Er soll sogar den Versorger der südafrikanischen Marine „SAS Drakensberg“ in Marsch gesetzt haben, um das chinesische Schiff zu betanken. Gerade der Präsident eines Landes, das seine eigenen Erfahrungen mit Regierungen, die Waffen gegen die eigene Bevölkerung einsetzen, gemacht hat, unterstützt diese Waffenlieferung. [Q]

Indessen hat Simbabwe den Erhalt der 70 Tonnen an Waffen bestätigt, da drunter 1.500 Raketen, 2.500 Mörsergranaten, fast 100 Granatwerfer und 3,5 Millionen Schuss Munition. Es wird weiterhin erwartet, dass der Diktator, der sich trotz einer an sich verlorenen Wahl noch immer krampfhaft an der Macht hält, diese Waffen gegen sein Volk einsetzen wird, um sich weiterhin an der Macht zu halten. Wundern würde es wohl Niemanden. Und auch den liefernden Chinesen als auch dem südafrikanische Präsident wird dies bewusst sein – und es wird von ihnen hingenommen. Interessanter Nebenaspekt: China richtet die völkerverständigenden Spiele aus und Südafrika die nächste Fußball-Weltmeisterschaft. Was soll man davon halten?

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Written by Rabe

19. Mai 2008 um 09:00

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