RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Lage in Darfur verschlechtert sich.

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Der Angriff der Rebellengruppe JEM auf die sudanesische Hauptstadt am Pfingstwochenende führt, neben der Kriegsgefahr mit dem Tschad, in dem afrikanischen Land derzeit nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen zu rassistischen Kampagnen gegen alle in der Hauptstadt ansässigen Bürger aus Darfur. „Im öffentlichen Nahverkehr, sogar auf der Strasse, werden Menschen schlecht behandelt wegen ihrer Hautfarbe oder weil sie wie Darfuris aussehen.“ [Q]

In der Folge des Angriffes durch die Rebellen ist es in Khartoum zu Festnahmen gekommen, wobei man von weit mehr Verhaftungen ausgeht als die von der Regierung genannten 300 Stück. Human Right Watch erklärte, dass der Verbleib der Mehrheit der Festgenommenen noch ungeklärt ist und spricht von Folter und mindestens zwei öffentlichen Hinrichtungen als vermeintliche Rebellenkollaborateure. [Q]

Auch „wegen der zunehmend unbeständigen Situation an der Grenze zwischen Tschad und Sudan verschlechtert sich die Sicherheitslage in Darfur rapide“, erklärte der Untergeneralsekretär für Friedenssicherungseinsätze, Jean-Marie Guéhenno, vor dem UN-Weltsicherheitsrat. Im Rahmen der Sitzung wurde China eine Mitschuld an dem Bürgerkrieg im Sudan zugesprochen, da die Volksrepublik enge Handelsbeziehungen zu dem afrikanischen Land unterhält und deshalb nach Meinung vieler Diplomaten eine härtere Gangart der UNO gegen den Sudan blockiert.

Nach neuesten Schätzungen geht man bei den Vereinten Nationen derzeit von 300’000 Todesopfern und 3’000’000 Flüchtlinge seit Beginn der Krise vor fünf Jahren aus. Alleine seit Beginn dieses Jahres mussten 150’000 Menschen aus ihren Dörfern in Darfur fliehen, das sind etwa 1200 Menschen jeden Tag. Und trotz dieser alarmierenden Zahlen, die der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe vor dem Sicherheitsrat nannte, musste er festellen, dass die internationale Gemeinschaft nach wie vor „nicht willens oder nicht fähig“ sei die Gewalt in der sudanesischen Provinz zu beenden. „Frieden in Darfur scheint weiter entfernt zu sein als jemals zuvor.“ [Q]

Die Lage für die Flüchtlinge wird derweil auch immer schwieriger. 38 Lastwagen des WFP (World Food Programm) mit Nahrungsmitteln für Darfur sind im letzten Monat überfallen worden, so dass die UN-Agency gezwungen war die Rationen für 3 Millionen Menschen zu halbieren.  Auch die Flüchtlinge in den Lagern, die nur als Provisorium gedacht und entsprechend ausgelegt sind, können nicht mehr ausreichend versorgt werden. Dies in erster Linie wegen der im Rahmen der weltweiten Nahrungskrise explodierenden Lebensmittelpreise. [Q]

Ob an den Staat Sudan in den nächsten fünf Jahren gezahlte 300 Millionen € an Entwicklungshilfe, die von der EU in den letzten Tagen im Rahmen einer Konferenz über die Darfurfrage in Oslo zugesagt worden sind, die Gewalt beenden werden ist mehr als fraglich. Es scheint, als würde die Welt damit ihr Gewissen beruhigen, während in Darfur weiter Menschen ermordet und ihre Häuser niedergebrannt werden, bis ein ganzes Volk aus seiner Heimat vertrieben worden ist.

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Written by Rabe

15. Mai 2008 um 13:00

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