RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Aktuelle Lage in Myanmar.

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Während das Team der SEEWA (Schnelle EinsatzEinheit Trinkwasseraufbereitung Ausland) der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk indessen in Myanmar eingetroffen ist und in Rangon die Ankunft und Übernahme der Trinkwasseraufbereitungsanlagen vorbereitet [Q], hat das WFP (World Food Programm) mit der Lieferung von Hilfsgüter, in erster Linie „High Energy Biscuits“ (HEB) und Reis, in die am schlimmsten betroffenen Regionen des Landes begonnen. Trotz der aktuellen Monsunzeit und der schlimmen Wettervorhersagen für die nächsten Tage werden von heute an genug Nahrungsmittel in das Irrawaddy-Delta entsandt, um 74’000 Menschen mit einer Erstration zu versorgen.

Problematisch ist noch der Transport der Nahrungsmittel in die Katastrophengebiete: Schwere Lastwagen können auf Grund der teilzerstörten Brücken und aufgeweichten Strassen nur unter schwierigen Bedingungen fahren, so dass das WFP derzeit bemüht ist eine Flotte von kleinen und leichteren LKWs aufzubauen (ergo: Fahrzeuge und Fahrer anzumieten). Daher prüft man derzeit die Einrichtung eines schwimmenden Depots, von dem aus die Versorgung mit kleinen Booten erfolgen soll. Doch auch hier ergeben sich Probleme: 90 % der kleinen Boote sind durch den Zyklon zerstört worden.

Eine Versorgung auf dem Luftweg ist die einzige Möglichkeit abgeschiedene Gebiete zu erreichen, doch stehen noch zu wenige Hubschrauber zur Verfügung, die auch in der Lage sein müssen trotz der schlechten Wetterverhältnisse zu fliegen. Das Drehkreuz für alle Hilfslieferungen ist natürlich der internationale Flughafen von Rangon, obwohl die Kapazität durch die aktuelle Anzahl von Flügen schon an ihrer Grenze ist. Zudem sind Geräte und Maschinen zum Entladen der Flugzeuge knapp oder nicht brauchbar. [Q]

Dass das Wetter die Hilfeleistungen behindert bestätigt eine heute von der UNO herausgegebenen Wetterwarnung: Durch die sintflutartigen Monsunregenfälle scheint die Möglichkeit der Entstehung eines neuen Wirbelsturms zu wachsen. [Q] Der Zyklon könnte sich nordwestlich des Fluss-Deltas bilden, wie UN-Sprecherin Amanda Pitt mitteilte – aber in den nächsten vierundzwanzig Stunden werden wir wohl mehr wissen. Wenn sich dieser Sturm aber bilden sollte, befürchtet man bei der UN eine „zweite Todeswelle“. Wenig verwundert es eigentlich, dass das staatliche Fernsehen von Myanmar bisher keine entsprechenden Meldungen verbreitet hat. [Q]

Im OCHA Situation Report No. 9 (hier) ist zu lesen, dass die offizielle Verlustzählung von 31’938 Toten und 29’770 Vermissten spricht. Nicht offizielle Schätzungen liegen deutlich höher. Während nach Regierungsangaben 975’858 Personen in den acht am stärksten betroffenen Gemeinden Hilfe benötigen sind gehen Schätzungen aktuell von 1,5 Millionen Menschen aus, die dringend mit Nahrungsmitteln, Unterkünften, medizinischen Vorräten und Trinkwasser versorgt werden müssen. Mit Hilfsflügen kommen immer mehr Hilfsmittel in das Land und eine wachsende Anzahl von Betroffenen erreicht man, aber die Anzahl der Hilfsgüter liegt noch unter dem Bedarf.

Am Schluß noch die Empfehlung für weitere Informationen heute um 22.45 Uhr im ZDF das „Auslandsjournal“ zu sehen, dass sich mit dem Thema Myanmar beschäftigen wird, zu sehen. [Q] Ich hoffe auf eine objektive und informative Berichterstattung ;) Die aktuellen Informationen findet man aber auch weiterhin direkt an der Quelle: Bei Reliefweb, dem Informationsportal der „Humanitarian Relief Community“ (natürlich in Englisch).

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Written by Rabe

14. Mai 2008 um 13:30

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