RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Erdbeben in China.

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Die letzten Jahren gab es nur wenige (Natur-)Katastrophen auf der Welt, die sich in unseren Medien niedergeschlagen hätten. Hatte es im Jahr 2005 – wenige Tage vor Jahresbeginn der Tsunami in Südostasien, im August der Hurrikan in New Orleans und im Oktober das schwere Erdbeben in Pakistan – noch einen wahren Boom gegeben, waren die folgenden Jahre doch von relativer Ruhe geprägt. Dieses Jahr scheint sich das wohl wieder zu ändern, denn innerhalb dieses Monats hat die Natur vor einigen Tagen zum zweiten Mal zugeschlagen: Nach dem Zyklon Nargis in Myanmar nun das Erdbeben in der Volksrepublik China.

Die Berichterstattung aus China ist überraschend gut und selbst die staatlichen Medien können relativ frei aus dem Katastrophengebiet berichten – ein Vorbild wohl auch für Myanmar. Zwar hat auch China die Hilfe durch ausländische Teams trotz diverser Angebote aus aller Welt (u.a. hatte auch Deutschland nach der gestrigen TV-Aussage des deutschen Botschafters in China angeboten Spezialisten des THW zu entsenden) in der aktuellen Lage abgelehnt – aber eine spätere Hilfe nicht ausgeschlossen. 100’000 Soldaten der chinesischen Armee sollen nach Regierungsangaben im Katastropheneinsatz sein, wenngleich sie oft nur auf dem Luftweg oder zu Fuß zu ihren Einsatzstellen kommen können. Derzeit klingt es so, als gäbe es nach der Lösung der logistischen Herausforderungen auch Einsatzoptionen für ausländische Hilfsorganisationen. Warten wir es ab.

Bei schlimmen Erdbeben denkt man an Japan, in jüngster Zeit an die Türkei und an Pakistan – aber weniger bekannt ist wohl die Tatsache, dass China in seiner Geschichte schon zwei große Erdbeben erlebt hat: die weltweit zwei Erdbeben mit der höchsten Opferanzahl. Das erste Erdbeben in der Provinz Shaanxi (grün) fand im Jahr 1556 statt und wurde von Chronisten beschrieben, das zweite Erdbeben im Jahr 1976 in der Provinz Hebei (dunkelrot) wurde von den Machthabern vertuscht. Während beim Erdbeben von 1976 die Regierung Chinas von ca. 240’000 Toten spricht gehen Schätzungen von 800’000 Todesopfern aus. In Bezug auf das aktuelle Erdbeben in der Provinz Sichuan (blau) spricht man derzeit von geschätzten 40’000 Toten und Vermissten – was aber erst nur grobe Zahlen sein können.

Durch die Art, wie China mit den Medien umgeht und wie schnell und koordiniert vor Ort in den Katastrophengebieten Hilfe geleistet und um jedes Menschenleben gekämpft wird unterscheidet sich stark von der Art, wie Myanmar mit den Folgen des Zyklons umgeht. Ein Unterschied in den Reaktionen, der im englischsprachigen Artikel „Two natural disasters, two different responses“ näher beleuchtet wird. Wer die englische Sprache nicht scheut und auf dem aktuellen Stand bleiben will kann auch bei dieser Katastrophe bei Reliefweb vorbei schauen.

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Written by Rabe

14. Mai 2008 um 22:27

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