RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Alte Sünde: Die Motivkrawatte.

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„Der Mann ist soviel wert, wie seine Krawatte denn das ist er selbst, durch sie verhüllt er sein Wesen, in ihr manifestiert sich sein Geist.“ [Honoré de Balzac]

Es gab eine Zeit, in der Krawatten, die mit vermeintlich witzigen Motiven aufwarteten, als chic, modern und würdig eines Mannes von Welt galten. Man kann nur mit positiver Sichtweise vermuten, dass die Gründe dafür in einer Art Rebellion gegen die gesellschaftlich anerkannten Krawattenmuster lagen und mit den Motiven einen jugendlich-verspielten Gegenpol gebildet werden sollte. Vielleicht war das zu der Zeit auch eine äußerliche Symbolik zu dem plötzlich propagierten und laut vielen Medien von den Frauen bevorzugen Softie bzw. Frauenversteher (den ja dann in der Realität doch keine Frau für lange haben wollte).

Was auch immer der Grund gewesen sein mag: Heute ist der Trend längst vorüber – und das ist auch gut so. Die Erinnerungen an die alten Zeiten, als man noch nicht erkannt hat, dass man(n) mit den Motiven doch etwas zu viel des Kindes im Manne an die Öffentlichkeit trägt und sich damit … macht, finden sich heute nur noch im Schrank. Zumindest bei mir, denn dort sind sie (*deutet auf das Foto*) während meiner noch laufenden Lebensvereinfachungskampagne aufgetaucht und werden auch nicht mehr in den Schrank und auch nicht mehr an meinen Hals zurück kehren. Diese Zeit ist vorbei.

Wie ich heute morgen am Bahnhof feststellen musste, gibt es sie noch: Die Männer, die mit diesen Motivkrawatten ihre kindische Seele nach außen tragen und auf ein „Wie süss!“ seitens des weiblichen Geschlechts hoffen – in der Annahme es wäre eine Auszeichnung ihres guten Geschmacks, wo doch wahrscheinlicher ist, dass sie die mütterlichen Gefühle mit dem femininen Beschützerinstinkt auslösen, während zeitgleich die Männer es schwer haben dürften einen Gesprächspartner mit einer solchen Krawatte ernst zu nehmen. Gott vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun ;)

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Written by Rabe

23. April 2008 um 19:49

Veröffentlicht in Kunst und Kultur

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Eine Antwort

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  1. Mein Chorlehrer in Amerika hatte jeden Tag eine andere Kravatte.. es gab nichts schöneres als darauf zu warten, welche er wohl am nächsten Tag auswählen würde!

    OddNina

    24. April 2008 at 21:20


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