Archiv für die Kategorie ‘Blaulicht’
Fundstück 020: Tod durch SMS.
In Cwbran in Wales hat die Polizei ein Video veröffentlicht, dass durch einem gestellten Unfall die Gefahren, die durch das Lesen, Schreiben und Versenden von SMS während des Autofahrens bzw. am Steuer entstehen, deutlich vor Augen führen soll. Wenn Vorschriften und Ratschläge nicht mehr helfen muss man es den Leuten halt mit dem Holzhammer beibringen ;)
Projekt 52 | Wochenthema 29 | Superhelden
„Superhelden“ sind Fiktion und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet. Viel bedeutender werden demgegenüber „Helden“ – also normale Menschen mit ihren Stärken und Schwächen, die sich für andere Menschen einsetzen und ihre Freizeit in den Dienst an der Gemeinschaft stellen. Mit dieser Aussage und meinem Foto möchte ich mich bei den Projekt-52-Teilnehmern Teufelsweib, Anne und Matthias einreihen, die diese Ehrenamtlichen bzw. „Helden des Alltags“ von Feuerwehr, THW, DLRG, Rotes Kreuz, etc. in ihren Beiträgen zum Wochenthema in den Mittelpunkt gestellt haben.
Das Foto ist am Sonntag entstanden, als wir vom Ortsverband Sinzig der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Kolonne vom Nürburgring, wo wir im Rahmen des Truck-Grand-Prix über das Wochenende als Sicherheitskräfte tätig gewesen sind, durch die Eifel zurück gefahren sind. Wir waren groggy, aber es hat auch viel Spaß gemacht – besonders, weil es keine großen Zwischenfälle gegeben hat. Die meiste Zeit geht schließlich für die Ausbildung und für das Bereitstehen drauf – für einen Notfall bzw. eine Katastrophe, der hoffentlich nie eintritt …
Gute Fotos von Einsätzen Ehrenamtlicher, in erster Linie vom THW, findet man übrigens beim Blog „Nah dran!„.
Rotes Kreuz: 150 Jahre im Dienst der Menschlichkeit.

Bei der Schlacht von Solferino im Jahr 1859 war der Schweizer Henry Dunant ergriffen vom Leiden der Verwundeten. Fortan versuchte er das Leiden der Verwundeten zu lindern, nicht nur in dem er zeitlich und räumlich begrenzt den Leidenden half, sondern eine Vision zum Leben erweckte, die noch heute als Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung international hohes Ansehen genießt. Auch wenn die erste Konferenz erst im Oktober 1863 stattfand und auch das bekannte Symbol des roten Kreuzes auf weißem Grund festlegte, so war doch die Schlacht von Solferino das ausschlaggebende Ereignis, so dass wir dieses Jahr dem Roten Kreuz-Gedanken zu seinem 150. Geburtstag gratulieren dürfen. 150 Jahre im Dienste für und an den Menschen. 150 Jahr im Dienst der Humanität. 150 Jahre Engagement von hauptberuflichen und vielen ehrenamtlichen Helfern weltweit.
Weitere Informationen: Internationales Komitee des Roten Kreuzes | Deutsches Rotes Kreuz | Artikel bei der Tagesschau | Artikel bei der welt | Artikel bei n-tv | Artikel bei swissinfo.ch |
THW und BBK: Jahresberichte 2008.
„Deutschland ist im Bevölkerungsschutz gut aufgestellt. Dies ist vor allem den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu verdanken. Sie sind das Rückgrat unseres nationalen Notfallvorsorgesystems.“
Mit diesen Worten stellte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble heute zusammen mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Christoph Unger und dem Präsidenten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) Albrecht Broemme die Berichte für das Jahr 2008 der beiden Behörden vor.

Der Jahresbericht des BBK steht unter dem Motto „Von Menschen für Menschen“ und betont das Ehrenamt als wichtige Grundlage des Bevölkerungsschutzes, indem im Bericht Menschen vorgestellt werden, die beruflich beim BBK arbeiten und in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Hilfsorganisationen wie zum Beispiel der Feuerwehr, dem Roten Kreuz oder dem Technischen Hilfswerk tätig sind. So findet sich auf Seite 38 links der Vater eines guten Freundes von mir und auf Seite 58 mein Zugführer des THW-Ortsverbandes Sinzig. Darüber hinaus widmet sich der Bericht unter anderem den Bereichen der psychosozialen Versorgung, der Luftrettung und der Ausbildung an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ). [Q]
42.000 Helferinnen und Helfer engagieren sich ehrenamtlich in der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, die vom Bundesinnenminister als wichtige Stütze der Gesellschaft bezeichnet wurden. Der Jahresbericht beinhaltet dabei nicht nur die Einsätze des THW als Partner in der örtlichen Gefahrenabwehr, sondern auch die internationale Kooperation mit der UN und den Hilfsorganisationen anderer Staaten. Ebenso haben auch die Auslandseinsätze, unter ihnen die Einsätze in Myanmar und China, Eingang in den Bericht gefunden. Die vierzigseitige Publikation endet mit der THW-Jugend, der neuen Technik und einem Ausblick in die Zukunft.
Als PDF zum Download: BBK Jahresbericht 2008 | THW Jahresbericht 2008 | THW-Poster „Das Jahr 2008″
Pressemitteilungen: des BMI | des BBK | des THW
Die Webpräsenz: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe | Bundesanstalt Technisches Hilfswerk
Petitionen und Blaulicht.
Die Petition gegen die Internetsperre hat zwar trotz vieler Mitzeichner nicht den erhofften Erfolg gehabt, so dass man nun nur noch darauf hoffen kann, dass unser Bundespräsident oder spätestens das Bundesverfassungsgericht dieses Gesetz wider unserem Grundgesetz ausbremst. Es hat aber auch gezeigt, dass sich über das Netz viele Menschen mobilisieren lassen, um über das Mittel der Petitionen ihre Meinung kund zu tun. Es wäre schade, wenn diese Bewegung und damit auch die Unterstützung anderer sinnvoller Petitionen jetzt ein Ende finden würde, denn auf der Seite des Bundestages finden sich viele Eingaben, die unterstützungswürdig sind.
Das beginnt, meiner Meinung nach, bei der Petition zur Überprüfung des Handelns und einer Reformation der GEMA, die derzeit durch eine starke Verbreitung im Netz, unter anderem in Larp-Foren, stark steigende Mitunterzeichnerwerte verzeichnen kann. Ebenso macht es Sinn, dass das auf die zum Leben notwendigen Kosten ausgelegten Bezüge von Hartz IV entsprechend der Inflationsrate angepasst werden [hier]. Auch eine einheitliche Angabe der Grundpreise fände ich als Verbraucher sehr gut [hier]. Auch der Vorschlag, dass man auf den Packungen von Lebensmitteln und Geräten ablesen sollte, ob ein Produkt aus Ländern kommt, die keine Menschenrechte einhalten und damit als Kunde mit entscheiden kann, ob man indirekt solche Staaten unterstützt, klingt nicht schlecht [hier] – auch wenn man überlegen sollte, ob man das nicht auch auf Kinderarbeit ausweiten sollte.
Natürlich gibt es auch Petitionsanträge, die wenig Sinn machen – zumindest in meinen Augen. Dazu zählt die Eingabe, dass der Deutsche Bundestag beschliessen soll, dass Angehörige der Einsatzabteilungen einer Hilfsorganisation im Einsatzfall mit einem blauen Blinklicht (Blaulicht) im privaten Fahrzeug auf dem Weg von Zuhause oder der Arbeit zur Unterkunft fahren dürfen. Begründet wird es damit, dass dann die anderen Verkehrsteilnehmer eher auf den eiligen Helfer aufmerksam werden und sich dadurch die Unfallrate verringern würde. Außerdem würde sich so die Zeit zum Ausrücken verringern. [Q]
Was im ersten Moment logisch klingt lässt aber beim Antragsteller eine geringe Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen vermissen. Im Rahmen meiner Zugführerausbildung des THW habe ich einem entsprechenden Vortrag lauschen dürfen und kann nur sagen: Selbst mit Einsatzfahrzeugen nur im äußersten Notfall die Sonderrechte nutzen. Sobald man die Sonderrechte (also auch ohne Blaulicht, denn das ist dafür nicht erforderlich) für sich in Anspruch nimmt, kann man sich zwar über einige Paragraphen der StVO hinweg setzen, aber man hat als Fahrer eine besondere Sorgfaltspflicht. Und wenn ein Unfall passiert, dann wird man feststellen, dass Körperverletzung, Sachbeschädigung und fahrlässige Tötung nicht zur StVO gehören und man sich damit auch mit Sonderrechten (und gerade wegen der damit einher gehenden besonderen Verantwortung) strafbar macht.
Das ist auch der Grund, warum im THW (und ich bin ganz sicher nicht nur dort) die Fahrer nicht nur einen Führerschein benötigen, sondern auch eine Fahrerlaubnis, die man erst nach einer Ausbildung erhält, die auch den verantwortungsvollen Umgang mit den Sonderrechten beinhaltet. Auch schaut man sich erst mal an, ob der Helfer überhaupt vom Charakter in der Lage ist dieser Verantwortung gerecht zu werden. Gefordert wird hier, dass jeder Helfer das Recht erhält wie ein Wilder durch die Stadt zu rasen – im Glauben er wäre mit einem Blaulicht automatisch im Recht und man muss ihm Platz machen. Ich glaube es leuchtet ein, dass ich davon ausgehe, dass die Unfallrate eher steigen würde, wenn das beschlossen würde.
Abgesehen davon, dass der Petetent (so nennt man wohl die Antragssteller) zu meinen scheint, dass man mit Blaulicht Wegerechte hat, was aber nicht der Fall ist. Während ich Sonderrechte sogar ohne Kenntlichmachung in Anspruch nehmen darf, aber kein Anrecht darauf habe, dass andere Verkehrsteilnehmer mir Platz machen, ist zum Beispiel ein Überfahren von roten Ampeln nur mit dem Wegerecht gegeben – und dafür brauche ich Blaulicht und Martinshorn. Und selbst dann darf man sich den Weg nicht erzwingen und ist bei Unfällen schnell mit dran. Ergo: Eine wenig durchdachte Petition.
Aber das allgemeine Fazit am Ende: Es gibt genug Petitionen, die es verdient hätten, dass man sie unterstützt – und nicht nur immer nur die Eingaben, die durch das Netz beworben werden …
Weitere Informationen: §35 StVO Sonderrechte | §38 StVO Blaues Blinklicht und Gelbes Blinklicht | Sonderrechte mit privatem PKW? | Sonderrechte bei Wikipedia
Gasexplosion in Heppingen.
Am Freitag, den 17. April 2009 kam es in Heppingen zu einer Gasexplosion, in deren Folge auch ich als Helfer im Ortsverband Sinzig des Technischen Hilfswerks alarmiert wurde. Da es aber faktisch nichts mehr gab, was abgestützt werden musste, waren wir nur in Bereitschaft, bis diese gegen 1 Uhr aufgelöst wurde. Im Endeffekt muss man sagen, dass die Bewohner des Hauses und des Nachbargebäudes echt Glück gehabt haben.
Mehr Informationen auf der Seite der Feuerwehr Bad Neuenahr hier.
THW-Hilfe kommt an.
Drei Wochen ist es jetzt her, dass der Wirbelsturm „Nargis“ über die Küste von Myanmar hinweg gefegt ist. Vor (wenn ich mich nicht verzählt habe) elf Tagen ist das Team und das Gerät der SEEWA (Schnelle Einsatz-Einheit Wasser Ausland) der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in Rangon mit weiteren deutschen Hilfsgütern entladen worden. Gestern Abend endlich wurden die ersten Trinkwasseraufbereitungsanlagen in das betroffene Irradwaddy-Delta, genauer gesagt nach Bogale, verlegt und in Betrieb genommen.
In der bisherigen Zeit in Rangon, in der die Helfer auf Grund der Vorgaben der Militärjunta nicht in das betroffene Gebiet reisen durften, wurden lokale Mitarbeiter der Malteser in die Handhabung der deutschen Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWAA) unterwiesen. Diese sollten dann die Anlagen im Katastrophengebiet betreiben. Auf Grund der öffentlichen auch in Myanmar durch die Medien verbreitete Erklärung der Regierung internationale Hilfe stärker als bisher zuzulassen, wird die TWAA in Bogale nun von deutschen Helfern betrieben. [Q]
Zeitgleich zeigt China, dass es auch anders gehen kann. Die Volksrepublik hat direkt internationale Hilfe angefordert und stellt über ihre staatliche Fluggesellschaft sogar kostenlose Flugkapazitäten zur Verfügung. Es mag bei dieser offensiven Organisation auch nicht wundern, dass das SEEWA-Team, das gestern mit Gerät nach China geflogen ist, dort schon die Einsatzräume mitten im Katastrophengebiet zugewiesen bekommen hat. Ohne große Zeitverzögerung wird dort, unter anderem in der Nähe eines Feldlazaretts des DRK (Deutsches Rotes Kreuz), die Produktion von frischem Trinkwasser beginnen können. [Q]
Da das THW eine deutsche Organisation ist, wird das Wasser dabei den deutschen Vorschriften entsprechen. Ein mitgeführtes Trinkwasserlabor wird dafür das produzierte Wasser ständig auf seine Bestandteile überprüfen. Diese ganzen Arbeiten erfolgen in der Mehrzahl durch die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerks, die von heute auf morgen ihren Arbeitsplatz und ihre Familie für einige Wochen verlassen haben, um den Menschen in Myanmar zu helfen. Entsprechend erfreulich ist es, die beiden Teams im Einsatz zu sehen.
Deutsche Hilfe in Myanmar.
Gestern ist das Gerät der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Myanmar angekommen und wurde, wie auf dem Bild zu sehen, in Rangun aus dem Flugzeug entladen. Aktuell scheint man noch, in engem Kontakt mit der UN und den anderen Hilfsorganisationen vor Ort, die Optionen und Möglichkeiten für einen Einsatz in der Krisenregion abzustimmen. Eine Übergabe der Trinkwasseraufbereitungsanlagen ist ganz sicher nicht vorgesehen, denn für die ordnungsgemäße Bedienung dieser Geräte braucht man Spezialisten und auch die THW-Experten sind für diese Aufgabe in entsprechenden Lehrgängen ausgebildet worden. Auch kann ein sinnvoller Einsatz der Maschinen nur im Katastrophengebiet, in räumlicher Nähe zu den versorgenden Menschen selbst, erfolgen. Von den siebzehn Leuten des THW sind übrigens zwei als Logistiker dem WFP (World Food Programm) zugeteilt. [Q]
Das Flugzeug, eine gecharterte Illjuschin 76, hatte neben dem Gerät des Technischen Hilfswerks, unter anderem sechs Trinkwasseraufbereitungsanlagen, auch Material der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser-Hilfsdienstes an Bord. Mit dem Team des THW, die schon am 13. Mai aufgebrochen waren, flog auch Botschafter von Alvensleben, der vom Bundesaußenminister Steinmeier als Sondergesandter für Humanitäre Hilfe nach Myanmar entsandt wurde. Dort soll er gemeinsam mit den Hilfsorganisationen dafür zu sorgen, dass die deutsche Hilfe schnell in die Katastrophengebiete gelangt. Steinmeier: „Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe wird noch viel mehr Hilfe benötigt. Deutschland ist dazu bereit.“ [Q] Die Frage, ob man uns lässt, ist aber leider noch offen.
Derweil läuft die Hilfe aus Deutschland für die Katastrophenopfer in Myanmar weiter: ein zweiter Flug des DRK (Deutsches Rotes Kreuz) ist indessen via Kalkutta nach Rangun unterwegs. An Bord sechs TWAs (Trinkwasseraufbereitungsanlagen), die in Myanmar vom myanmar’schen Roten Kreuz betrieben werden sollen – unter Aufsicht eines schon vor Ort befindlichen Mitarbeiters aus Deutschland [Q]. Mit deutscher Unterstützung sind auch Malteser International, die Deutsche Welthungerhilfe, Ärzte ohne Grenzen, ADRA, humedica und World Vision in Myanmar aktiv.
Die Bundesregierung unterstützt, unter anderem auch die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen, aktuell mit 4 Millionen Euro. Geld, das meiner Ansicht nach auch bei den Betroffenen ankommen wird. Viele Deutsche haben ja Angst davor zu spenden, da sie befürchten das Geld könnte der Junta in Myanmar zugute kommen und diese würde sich daran bereichern. Doch man spendet ja auf kein Konto der Militärregierung, sondern auf Konten bekannter Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel die oben genannten – und diese bringen Hilfsgüter ins Land und arbeiten vor Ort mit ihnen schon bekannten Organisationen zusammen. Ich für meinen Teil habe wenig Sorge, dass die Hilfe nicht auch bei den Bedürftigen ankommt – wenn auch leider aktuell nicht schnell genug und nicht in ausreichender Menge. Aber jede Schüssel Reis und jede Flasche Wasser mehr im Katastrophengebiet kann schon Leben retten.

