Kategoriearchive: Besserwisserwissen.

Der Begriff “Cockpit” ist uns auch im Deutschen als Bezeichnung an Bord von Schiffen und vor allem des Führerstandes eines Flugzeugs geläufig und in aller Munde. Doch wer macht sich schon Gedanken woher dieser Begriff überhaupt kommt ? Wenn man bedenkt, dass das englische Wort “Cockpit” aus dem Wort “Cock” für “Hahn” und “Pit” für “Grube” besteht und damit “Hahnengrube” bedeutet wäre das durchaus ein Grund, damit wir uns wundern - und ein Grund für Besserwisser da mal nach zu forschen. Und wie so oft wird man fündig bei Wikipedia:

Im 18. Jahrhundert befand sich auf dem Orlopdeck von Kriegsschiffen, also ganz unten im Bauch des Schiffes das Lazarett. Bei den schlimmen Verletzungen, die man sich an Bord dieser Schiffe so zugezogen hatte, floss dort entsprechend viel Blut, wenn der Raum in Benutzung war. So viel Blut, dass es die Matrosen wohl an die beliebten und ebenfalls blutigen Hahnenkämpfe erinnert hat - und so wohl scherzhaft das Lazarett nach den Austragungsorten, der Kampfarena der Hahnekämpfe “Cockpit” nannten.

Für Flugzeuge war es wohl noch etwas anders: Man erzählt sich eine Geschichte aus dem ersten Weltkrieg, als sich in den damals noch offenen Flugzeugen ein Loch befand, in dem der Flugzeugführer (sprich: Pilot) gesessen hat. In dieses Loch, vergleichbar einer Grube, saß dann der Kampfpilot. Eine andere Geschichte sagt, dass ein Pilot die enge der Kanzel einmal mit einer Hahengrube verglichen hat, wo man sich auch nicht aus dem Weg gehen könne.

Wie es auch immer sei: Eine schöne Geschichte um den Besserwisser raus hängen zu lassen hat man so allemal ;)

Mein ältester Sohn machte mich heute im Zuge seiner Hausaufgaben auf den “King Clone” aufmerksam und da es immer unangenehm ist, wenn der Sohn mehr weiß, als der Vater, habe ich mich im World Wide Web auf die Suche begeben und stieß nicht, wie beim Namen “Clone” erstmal befürchtet, auf ein Genprojekt, sondern auf eine Pflanze und ihre durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandene Nachkommenschaft. Diese Pflanze ist der ist der Kreosotbusch, der sich übrigens über sein Wurzelwerk “fortpflanzt”. Da er dabei dem Boden Nährstoffe entzieht sterben die Sprösslinge in der Mitte ab, so dass über die Jahre immer größere Ringe entstehen - so, wie er auf dem Foto zu sehen ist.

Das Bild ist aus der amerikanischen Mojavewüste. Soweit zur Hintergrundgeschichte, aber es ging uns ja um “King Clone” höchstpersönlich. Dieser ist einer dieser Ringe des Kreosotbusches, doch ist er nicht nur groß, sondern auch verdammt alt. Nach Untersuchungen von 1980 ist diese Pflanze 11′700 Jahre alt - und damit als Rekordhalter die älteste Pflanze der Welt. “King Clone” hat also zu wachsen begonnen, als wir uns hier in Deutschland noch in der Epoche der Mittelsteinzeit befanden und uns über Pfeilspitzen aus Feuerstein gefreut haben. Und ich freue mich jetzt darüber, dass ich außer beim Thema Pokemon nicht unbedingt weniger weiß als mein Sohn ;)

Jeder kennt die in Deutschland so beliebte und verbreitete Kartoffel (auch wenn es zuweilen den Anschein hat, dass ihr in der “Normalform” der Rang von den Pommes abgelaufen wird, die es aber ja auch nicht ohne Kartoffeln geben würde). Selbst dieses doch an sich so profane und über lange Zeit als Arme-Leute-Essen angesehene Nahrungsmittel bietet einige Anekdoten und Fakten, die es Wert sind zum (Allgemein-)Wissen zu zählen:

Die Spanier haben im 16. Jahrhundert in den Anden nicht nur die eine oder andere Hochkultur zerstört, sondern auch die Kartoffel entdeckt. Wegen ihrer schönen Blüte und des üppigen Laubes erst als Zierpflanze gehandelt entstanden die ersten Anpflanzungen in der Nähe von Sevilla. Weiter verbreitete sich das Gemüse aber erstmal nicht, da die klugen Europäer außerhalb Spaniens erkannt hatten, dass sie nicht nur eklig schmeckt, sondern auch giftig ist - außerdem verursacht sie Lepra.

“In der Not isst der Teufel Fliegen”, sagt man - und in der Not des Dreißigjährigen Krieges haben dann die Deutschen auch zur Kartoffel gegriffen, nachdem sie gesehen haben, dass die Spanier es auch machen. Aber sobald die Not nicht mehr so schlimm war, hat man es auch wieder aufgegeben, denn es gab ja jetzt wieder leckere Sachen auf dem Markt. Erst hundert Jahre später, nach dem Hungerwinter 1756 nämlich, war die Not wieder groß genug für die Kartoffel - und auch da sind die Deutschen nicht selber auf die Idee gekommen die Kartoffel anzupflanzen. Erst der “Kartoffelbefehl” von Friedrich II., “der Große” genannter König von Preussen, führte zum Durchbruch der Kartoffel durch deutsche Erde. Seitdem erst ist sie normaler Bestandteil unseres Speiseplanes. [Quelle]

Jetzt kommt aber noch die wohl wichtigste Information: 2008 ist das Internationale Jahr der Kartoffel !!! Und damit es mit der Kartoffel nicht langweilig wird habe ich auch eine Webseite mit vielen Rezepten und tollen Schälkreationen gefunden: Hier.

Nach katholischem Glaubensverständnis wird bei der Eucharistie vom Priester der Wein in das Blut Christi gewandelt. Als nicht gerade übermäßiger Kirchgänger (und das war jetzt echt positiv ausgedrückt) bin ich bisher doch davon ausgegangen, dass man auf Grund der Symbolik Rotwein nutzt - und war heute überrascht, dass sich in dem Kelch Weißwein befand. Ein Grund wieder auf die Suche nach Wissen zu begeben, das an sich Niemand braucht (also zumindest nicht, so lange man nicht gehalten ist den Wein für die Messe auszusuchen und zu bestellen), aber mit dem man sicher einen Wissensvorsprung hat.

Fündig wurde ich (wie schon so oft) bei Wikipedia, wo ich direkt meine Frage nach der Farbe des Weines beantwortet bekomme: “Bis etwa Mitte des 15. Jahrhunderts wurde ausschließlich Rotwein als Messwein verwendet, da dieser gut zur Symbolisierung des Blutes Christi passte. 1478 wurde durch Papst Sixtus IV. zum ersten Mal Weißwein zugelassen.” Damit ist meine Frage schon beantwortet, aber als Schmankerl für stockende Gespräche nehme ich noch die Information mit, dass während der Prohibition der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA Messwein das einzige erlaubte alkoholische Getränk war. Ob in dieser Zeit die Messen stärker besucht waren, konnte ich jedoch nicht herausfinden.

Die Hand hat bekannterweise fünf Finger: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger. Bezeichnungen, die wohl jeder kennt. Der Fuß hat bekannterweise fünf Zehen - aber deren Bezeichnungen kennt man normalerweise nicht. Großzehe und Kleinzehe sind gebräuchlich und klar, Mittelzehe würde auch noch sinnvoll klingen - aber spätestens Zeigezehe und Ringzehe hören sich doch mehr als seltsam an. Um diese Frage zu klären habe ich mich zuerst an Wikipedia gewandt, wo ich überraschenderweise keine Erfolg hatte. Die Suche bei Google bringt als erstes die Erkenntnis, dass es auch andere Menschen gibt, die sich diese weltbewegende Frage stellen - aber scheinbar auch keine Antworten finden.

Auf diesem Weg erfahre ich aber schon mal, dass die Zehen, medizinisch “digiti pedis”, bei den Anatomen wie folgt benannt werden: Hallux (der Großzeh), Digitus II, Digitus III, Digitus IV und Digitus minimus (der Kleinzeh) [Quelle]. Mal ehrlich: Als einer der drei mittleren Zehen käme ich mir echt benachteiligt vor. :( An anderer Stelle kommen sie auch auf die seltsamen Bezeichnungen “Zeigezeh”, “Mittelzeh” und “Ringzeh” - auch wenn ich nie erleben will, dass Jemand mit dem nackten Zeh auf mich zeigt. Nett sind da noch die Lösung von Kindern wie Hannah (Großer Onkel, kleine Tante, Autsch, Knuddel und kleiner Zeh) und Marie-Louise (Großer Otto, langer Lulatsch, Sandwich-Zeh, großer Bruder, kleiner Knirps) [Quelle].

Was bleibt: Die Erkenntnis eine Frage gestellt zu haben, die keine Antwort hat. Dafür haben wir aber trotzdem wieder etwas zu erzählen, um im Small-Talk zu bestehen und mit unserem Wissen zu prahlen ;)

Hippopotomonstrosesquippedaliophobia ist der Fachausdruck für die Angst vor langen Wörtern. Eine Liste mit weitere Phobien findet man hier.