RabenZeit

Auf der Suche nach dem goldenen Zeitalter.

Archiv für die Kategorie ‘Besserwisserwissen

Besserwisserwissen: Verdeutschungen.

ohne Kommentare

2009-05-18-besserwisserwissWer kennt sie nicht, die Anglizismen wie „Internet“ und „Jogging“ und die Scheinanglizismen wie „Handy“ und „Oldtimer“, welche die deutsche Sprache überschwemmen. Auch wenn es oft in den Medien so transportiert wird ist das keine neue Entwicklung einer globalisierten und kommunikativ vernetzten Welt, sondern ein „Problem“, das von Sprachpuristen schon früher angeprangert wurde. Einer von diesen Sprachpuristen war der im 17. Jahrhundert lebende Phillipp von Zesen, ein deutscher Dichter und Schriftsteller, der auch eine Sprachgesellschaft gründete.

Um die Fremdwörter in der deutschen Sprache zu minimieren setzte er sich daran und erfand für viele dieser Wörter deutsche Entsprechungen (wie es heute mit „Weltennetz“ für „Internet“ auch versucht wird). Bemühungen, die zum Teil seltsame Blüten getrieben hat und nicht Eingang in unsere Sprache gefunden haben – und deren Fremdwörter heute aus unserer Sprache nicht mehr wegzudenken sind. Wer käme schon auf die Idee statt „Elektrizität“ den Begriff „Blitzfeuererregung“ zu benutzen oder von „Dörrfleisch“ anstatt von „Mumie“ zu reden. Die Kiche hätte sich auf viele Änderungen einzustellen: „Erzvater“ statt „Papst“, das „Gottestum“ statt dem Fremdwort „Religion“, der „Kirchentisch“ statt dem „Altar“ und ein „Kloster“ hieße „Junfernzwinger“.

Hier merkt man erst, wie viele Fremdwörter in unsere Sprache eingeflossen sind, denn wir reden immer noch von „Harem“ statt vom „Weiberhof“ oder schauen durch das „Fenster“ anstatt durch das „Tageleuchter“. Der Räuber schiesst nicht mit dem „Meuchelpufferer“ (Pistole), wir treffen im Hospital nicht den „Entgliederer“, sondern den „Anatom“ und wir reden vom „Zurück zur Natur!“ anstatt „Zurück zur Zeugemutter!“ zu sagen. Und ich lege mich auch auf das „Sofa“ und nicht aufs „Lotterbett“.

Was mich aber selber überrascht hat war, wie viele Fremdwörter er verdeutscht hat, die auch wirklich heute von uns jeden Tag genutzt werden. Vor ihm gab es nur das Wort „Distanz“, aber nicht die Entsprechung „Abstand“. Man sprach von „Derivation“ statt von „Ableitung“. Durch ihn ersetzte der „Nachruf“ den „Nekrolog“, die „Sterblickeit“ die „Mortalität“ und die „Vollmacht“ die „Plenipotenz“. Er führte, analog zu den heute auch noch genutzten Fremdwörtern die deutschen Entsprechungen ein von der Anschrift (Adresse), dem Augenblick (Moment), dem Auslfug (Exkursion), der Besprechung (Rezension), der Bücherei (Bibliothek), dem Glaubensbekenntnis (Credo), dem Gotteshaus (Tempel), dem Kreislauf (Zirkulation), dem Letzen Willen (Testament) und dem Weltall (Universum).

Wörter, die vermeintlich schon immer Bestandteil der deutschen Sprache waren und über die man heute gar nicht mehr nachdenkt. Interessant, wie Sprache entstehen kann … Möge die Zeugemutter mit Euch sein.

Geschrieben von Der Rabe

18. Mai 2009 um 10:21

Besserwisserwissen: Der Stieglitz

ohne Kommentare

2009-05-04-blog-stieglitz01Da ich vorhin auf dem Parkplatz in Sinzig zwei Stieglitze, auch als Distelfinken bekannt, gesehen habe hier für alle, die bei einer identischen Sichtung ein paar nette Geschichten beitragen und den Ruf des Besserwissers und Klugscheissers fördern möchten, ein paar kleine Anekdoten über die wissenschaftlichen Fakten hinaus:

Die Sage über die Färbung des Stieglitzes
Als Gott allen Vögeln ihre Farben gab, blieb der Stieglitz bescheiden in der hintersten Ecke sitzen. Schließlich kam er als Letzter zu Gott, der keine Farben mehr hatte. Da suchte Gott aus jedem Topf noch einen kleinen Tupfer. So kamern der rote Schnabelgrund, der schwarze Scheitel, die schwarzen Flügel und der Schwanz zustande, die gelbe Binde über den Flügeln, die weißen Tupfen an Kopf, Flügeln und Schwanz, der lichtbraune Rücken und die gelbweiße Unterseite.

Der Stieglitz in der Medizin
1554 wurde sein Einsatz bei Erkrankungen in einem Vogelbuch erwähnt, z.B. in gebratenem Zustand als Heilmittel gegen Bauchgrimmen und Darmgicht. Aber schon vorher, im Mittelalter, verwandte man ihn als Talisman zum Schutz gegen die Pest. Auch weil man ihm die Fähigkeit zuschrieb Krankheiten anzuziehen wurden Stieglitze in das Zimmer von Schwindsüchtigen gehängt.

Der Distelfink als christliches Symbol
Der kleine, bunte Vogel gilt als Symbol für Ausdauer, Fruchtbarkeit und Beharrlichkeit. Wegen seiner Vorliebe zu den dornigen Disteln ist er im Christentum ein altes Symbol für die Passion und den Opfertod von Jesus Christus. Daher ist er auch auf vielen alten Gemälden ein Begleitvogel der Madonna bzw. der heiligen Familie, wo er für das Vorwissen der bevorstehenden Kreuzigung steht. Als „reiner“ Vogel wird er manchmal auch gemeinsam mit der Fliege, die für Sünde und Krankheit steht, dargestellt.

Mehr über diesen schönen heimischen Vogel findet man hier.

Geschrieben von Der Rabe

4. Mai 2009 um 12:04

Besserwisserwissen: Imbus | Inbus

ohne Kommentare

Die Hexe des Westens zieht um und wir helfen. Schnell wird noch der Schrank (von Ikea vermute ich) aufgebaut und irgendwann kommt die Frage: „Hast Du einen Imbus?“ Das Feuerkind stößt das heutige Besserwisserwissen-Thema dann richtig an: „Heißt die Mehrzahl von Imbus eigentlich Imbi?“ RedHeadJu bestätigt die Lateinkenntnisse, denn als lateinisches Wort wäre der Imbus im Plural „Imbi“. Der Vater der West-Hexe probierte das Wort „Imbus“ auf die Abkürzung von „Innensechskant“zurück zu führen, was aber auf Grund der enormen Anzahl des Buchstabens „B“ in „Innensechskant“ zu Verwirrung führte.

Auch verwirrt? Aber ebenso die Neugierde geweckt, was hinter diesem Werkzeug, das jeder von uns sicher schon mal genutzt hat, steckt? Hier kommt die Auflösung:

1. Den Imbus gibt es gar nicht. Es gibt nur den Inbus, der aber nur durch Assimilation fälschlicherweise „Imbus“ ausgesprochen wird. Daher gibt es auch einen Inbusschlüssel, aber keinen Imbusschlüssel.

2. Nur weil ein Wort auf „-us“ endet muss es nicht aus dem lateinischen Wortschatz stammen. Ergo können wir jeden Ursprungsgedanken hinsichtlich des Latein mit einem dicken Stift streichen.

3. Inbus ist ein Akronym und leitet sich vom ersten Hersteller von Innensechskantschrauben ab, der Firma Bauer & Schaurte. Inbus steht einfach für Innensechskantschraube Bauer und Schaurte. Auch wenn die Schraube wohl schon gegen 1911 erfunden wurde, so hat diese Firma sie 1936 das erst mal patentieren lassen.

Und wieder wissen wir etwas, womit wir klug sch****** können ;) Weitere Informationen übrigens wie immer bei Wikipedia.

Geschrieben von Der Rabe

2. Mai 2009 um 08:00

Besserwisserwissen: Welthunger.

ohne Kommentare

2008-11-16-welthungerGerade in der Zeit der Nahrungsmittelkrise (die gerade von der Finanzkrise als primäre Präsenzkrise verdrängt worden ist) sollte man auch auch mitreden können, wenn es um den Welthunger geht. Hunderte Millionen Menschen hungern auf unserer Welt, obwohl genug Nahrung für alle vorhanden ist – und diese Situation nennt man Welthunger.

Prozentual zur Größe der Weltbevölkerung ist die Anzahl der Hungernden in den letzten Jahren gesunken, aber insgesamt hungern heute mehr Menschen als noch vor ein paar Jahren – und selbst damals waren es schon zu viele. Waren es 1990 noch ca. 822 Millionen, so sind es im Jahr 2007 ca. 923 Millionen Menschen. Das bedeutet, dass jeder siebte Mensch auf der Welt keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln hat. 8,8 Millionen Menschen sterben jährlich an Hunger: 24.000 am Tag, 17 Menschen pro Minute, alle 3 Sekunden einer. In erster Linie sind es die Schwächsten, die Kinder, die sterben.

Die Zahlen aus Statistiken sind aber sehr abstrakt, daher übersetzen wir das mal in andere , begreiflichere Dimensionen: 8,8 Millionen Hungertote entsprechen mehr als einem Zehntel der deutschen Bevölkerung. Wären die Deutschen die Hungertoten wären wir ergo in etwa zehn Jahren ausgestorben. 24.000 Menschen sterben pro Tag, was bedeutet das alle Einwohner Bonns in weniger als 14 Tagen tot sind und Berlin nach knapp fünf Monaten bevölkerungsleer ist.

Man unterscheidet zwischen akuten Hungersnöten und chronischem Hunger. Letzterer betrifft von Armut betroffene Menschen dauerhaft und macht den Hauptteil des Welthungers aus.

Wenn man von Welthunger spricht denkt man normalerweise erstmal an Afrika, doch die meisten Hungernden findet man in Asien und der Pazifikregion. 524 Millionen dort stehen 206 Millionen Afrikanern gegenüber, gefolgt von Lateinamerika (52 Millionen) und dem Nahen Osten (38 Millionen). Nicht überraschend ist, dass die meisten Hungernden, nämlich ca. 820 Millionen, in Entwicklungsländern leben, aber auch in Industrieländern findet man den Welthunger. [Karte]

Quellen: http://de.wikipedia.org/

Geschrieben von Der Rabe

18. November 2008 um 10:55

Besserwisserwissen: Gastronomische Sterne.

mit 2 Kommentaren

Jeder weiß davon, dass es 5-Sterne-Hotels und 3-Sterne-Köche gibt, aber als es heute Abend hier bei mir darum ging, dass man erklären wollte, was diese Sterne bedeuten und wer sie vergibt war Ratlosigkeit auf den Gesichtern zu lesen. Das kann ein Besserwisser natürlich nicht auf sich sitzen lassen und um das nächste Mal ein erhellendes Lächeln des Wissens und der Bewunderung auf die Gesichter der Zuhörer zu zaubern hier die nötigen Informationen in Kurzform:

2008-11-16-sterneDie Hotelklassifizierung erfolgt durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA Bundesverband). Es gibt dabei maximal fünf Sterne, die ein Hotel erhalten kann. Die Abstufung erfolgt von der Tourist mit einem Stern über Standard, Komfort und First Class bis zu den fünf Sternen des Luxus-Hotels. Im Rahmen der Klassifizierung werden heute 280 Kriterien in den Bereichen Gebäude/Raumangebot, Einrichtung/Ausstattung, Service, Freizeit, Angebotsgestaltung und hauseigener Tagungsbereich geprüft und dann bewertet (Auszug aus dem Kriterienkatalog). Die Klassifizierung läuft nach drei Jahren ab, so dass jede drei Jahre eine Überprüfung nach den aktuellen Kriterien durchgeführt wird.

Die Sterne der Restaurants bekommen, um da falschen Gerüchten vorzubeugen, nicht die Köche, sondern die Restaurants selber. Wenn der Koch geht behält das Restaurant erstmal die Sterne – aber bei der nächsten Überprüfung können die natürlich dann verloren gehen. Ein Restaurant kann maximal drei Sterne erhalten, wobei ein Stern für „Eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient“, zwei Sterne „Eine hervorragende Küche – verdient einen Umweg“ und drei Sterne „Eine der besten Küchen – eine Reise wert“ bedeutet. Diese Sterne werden vom „Guide Michelin“, einem Hotel- und Restaurantführer verliehen. Um diesen jedes Jahr neu erscheinenden Führer herauszugeben sind 85 Kritiker beschäftigt, die europaweit eingesetzt werden. Im Schnitt werden die 3.800 Restaurants und 5.000 Hotels alle 18 Monate besucht, mit Stern ausgezeichnete häufiger.

Nicht unerwähnt bleiben soll aber der größte Konkurrent des „Guide Michelin“, der „Gault-Millau“. Dieser ist wohl etwas intelektueller und auch bissiger in seinen Beurteilungen (was auch schon zu Prozessen geführt hat). Dieser Führer vergibt Mützen, wobei man maximal vier Mützen erwerben kann. Zudem unterscheidet ihn auch eine Beschreibung des Restaurantbesuchs als Ergänzung zur Punktebewertung von den anderen Restaurantführern.

Zum Abschluss noch als Dreingabe die Information, dass gemäß der Bewertung des „Guide Michelin“ die meisten Sterne in Tokio vergeben wurden, nämlich insgesamt 191. In Deutschland findet man laut Ausgabe 2009 neun Restaurants mit drei Sternen, 18 mit zwei Sternen und 189 mit einem Stern.

Quellen: http://www.hotelsterne.de/ | http://de.wikipedia.org/wiki/Guide_Michelin | http://de.wikipedia.org/wiki/Gault-Millau

Geschrieben von Der Rabe

17. November 2008 um 08:45

Veröffentlicht in Besserwisserwissen

Getaggt mit , , , ,

Besserwisserwissen: Cockpit.

ohne Kommentare

Der Begriff „Cockpit“ ist uns auch im Deutschen als Bezeichnung an Bord von Schiffen und vor allem des Führerstandes eines Flugzeugs geläufig und in aller Munde. Doch wer macht sich schon Gedanken woher dieser Begriff überhaupt kommt ? Wenn man bedenkt, dass das englische Wort „Cockpit“ aus dem Wort „Cock“ für „Hahn“ und „Pit“ für „Grube“ besteht und damit „Hahnengrube“ bedeutet wäre das durchaus ein Grund, damit wir uns wundern – und ein Grund für Besserwisser da mal nach zu forschen. Und wie so oft wird man fündig bei Wikipedia:

Im 18. Jahrhundert befand sich auf dem Orlopdeck von Kriegsschiffen, also ganz unten im Bauch des Schiffes das Lazarett. Bei den schlimmen Verletzungen, die man sich an Bord dieser Schiffe so zugezogen hatte, floss dort entsprechend viel Blut, wenn der Raum in Benutzung war. So viel Blut, dass es die Matrosen wohl an die beliebten und ebenfalls blutigen Hahnenkämpfe erinnert hat – und so wohl scherzhaft das Lazarett nach den Austragungsorten, der Kampfarena der Hahnekämpfe „Cockpit“ nannten.

Für Flugzeuge war es wohl noch etwas anders: Man erzählt sich eine Geschichte aus dem ersten Weltkrieg, als sich in den damals noch offenen Flugzeugen ein Loch befand, in dem der Flugzeugführer (sprich: Pilot) gesessen hat. In dieses Loch, vergleichbar einer Grube, saß dann der Kampfpilot. Eine andere Geschichte sagt, dass ein Pilot die enge der Kanzel einmal mit einer Hahengrube verglichen hat, wo man sich auch nicht aus dem Weg gehen könne.

Wie es auch immer sei: Eine schöne Geschichte um den Besserwisser raus hängen zu lassen hat man so allemal ;)

Geschrieben von Der Rabe

13. Mai 2008 um 18:01

Besserwisserwissen: Der Königsklon.

ohne Kommentare

Mein ältester Sohn machte mich heute im Zuge seiner Hausaufgaben auf den „King Clone“ aufmerksam und da es immer unangenehm ist, wenn der Sohn mehr weiß, als der Vater, habe ich mich im World Wide Web auf die Suche begeben und stieß nicht, wie beim Namen „Clone“ erstmal befürchtet, auf ein Genprojekt, sondern auf eine Pflanze und ihre durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandene Nachkommenschaft. Diese Pflanze ist der ist der Kreosotbusch, der sich übrigens über sein Wurzelwerk „fortpflanzt“. Da er dabei dem Boden Nährstoffe entzieht sterben die Sprösslinge in der Mitte ab, so dass über die Jahre immer größere Ringe entstehen – so, wie er auf dem Foto zu sehen ist.

Das Bild ist aus der amerikanischen Mojavewüste. Soweit zur Hintergrundgeschichte, aber es ging uns ja um „King Clone“ höchstpersönlich. Dieser ist einer dieser Ringe des Kreosotbusches, doch ist er nicht nur groß, sondern auch verdammt alt. Nach Untersuchungen von 1980 ist diese Pflanze 11′700 Jahre alt – und damit als Rekordhalter die älteste Pflanze der Welt. „King Clone“ hat also zu wachsen begonnen, als wir uns hier in Deutschland noch in der Epoche der Mittelsteinzeit befanden und uns über Pfeilspitzen aus Feuerstein gefreut haben. Und ich freue mich jetzt darüber, dass ich außer beim Thema Pokemon nicht unbedingt weniger weiß als mein Sohn ;)

Geschrieben von Der Rabe

23. April 2008 um 19:14

Veröffentlicht in Besserwisserwissen

Getaggt mit , , ,

Besserwisserwissen: Die Kartoffel.

ohne Kommentare

Jeder kennt die in Deutschland so beliebte und verbreitete Kartoffel (auch wenn es zuweilen den Anschein hat, dass ihr in der „Normalform“ der Rang von den Pommes abgelaufen wird, die es aber ja auch nicht ohne Kartoffeln geben würde). Selbst dieses doch an sich so profane und über lange Zeit als Arme-Leute-Essen angesehene Nahrungsmittel bietet einige Anekdoten und Fakten, die es Wert sind zum (Allgemein-)Wissen zu zählen:

Die Spanier haben im 16. Jahrhundert in den Anden nicht nur die eine oder andere Hochkultur zerstört, sondern auch die Kartoffel entdeckt. Wegen ihrer schönen Blüte und des üppigen Laubes erst als Zierpflanze gehandelt entstanden die ersten Anpflanzungen in der Nähe von Sevilla. Weiter verbreitete sich das Gemüse aber erstmal nicht, da die klugen Europäer außerhalb Spaniens erkannt hatten, dass sie nicht nur eklig schmeckt, sondern auch giftig ist – außerdem verursacht sie Lepra.

„In der Not isst der Teufel Fliegen“, sagt man – und in der Not des Dreißigjährigen Krieges haben dann die Deutschen auch zur Kartoffel gegriffen, nachdem sie gesehen haben, dass die Spanier es auch machen. Aber sobald die Not nicht mehr so schlimm war, hat man es auch wieder aufgegeben, denn es gab ja jetzt wieder leckere Sachen auf dem Markt. Erst hundert Jahre später, nach dem Hungerwinter 1756 nämlich, war die Not wieder groß genug für die Kartoffel – und auch da sind die Deutschen nicht selber auf die Idee gekommen die Kartoffel anzupflanzen. Erst der „Kartoffelbefehl“ von Friedrich II., „der Große“ genannter König von Preussen, führte zum Durchbruch der Kartoffel durch deutsche Erde. Seitdem erst ist sie normaler Bestandteil unseres Speiseplanes. [Quelle]

Jetzt kommt aber noch die wohl wichtigste Information: 2008 ist das Internationale Jahr der Kartoffel !!! Und damit es mit der Kartoffel nicht langweilig wird habe ich auch eine Webseite mit vielen Rezepten und tollen Schälkreationen gefunden: Hier.

Geschrieben von Der Rabe

21. April 2008 um 21:01

Veröffentlicht in Besserwisserwissen

Getaggt mit , , , ,

Besserwisserwissen: Messwein.

ohne Kommentare

Nach katholischem Glaubensverständnis wird bei der Eucharistie vom Priester der Wein in das Blut Christi gewandelt. Als nicht gerade übermäßiger Kirchgänger (und das war jetzt echt positiv ausgedrückt) bin ich bisher doch davon ausgegangen, dass man auf Grund der Symbolik Rotwein nutzt – und war heute überrascht, dass sich in dem Kelch Weißwein befand. Ein Grund wieder auf die Suche nach Wissen zu begeben, das an sich Niemand braucht (also zumindest nicht, so lange man nicht gehalten ist den Wein für die Messe auszusuchen und zu bestellen), aber mit dem man sicher einen Wissensvorsprung hat.

Fündig wurde ich (wie schon so oft) bei Wikipedia, wo ich direkt meine Frage nach der Farbe des Weines beantwortet bekomme: „Bis etwa Mitte des 15. Jahrhunderts wurde ausschließlich Rotwein als Messwein verwendet, da dieser gut zur Symbolisierung des Blutes Christi passte. 1478 wurde durch Papst Sixtus IV. zum ersten Mal Weißwein zugelassen.“ Damit ist meine Frage schon beantwortet, aber als Schmankerl für stockende Gespräche nehme ich noch die Information mit, dass während der Prohibition der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA Messwein das einzige erlaubte alkoholische Getränk war. Ob in dieser Zeit die Messen stärker besucht waren, konnte ich jedoch nicht herausfinden.

Geschrieben von Der Rabe

20. April 2008 um 16:24

Veröffentlicht in Besserwisserwissen

Getaggt mit , , ,

Besserwisserwissen: Die Namen der Zehen.

ohne Kommentare

Die Hand hat bekannterweise fünf Finger: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger. Bezeichnungen, die wohl jeder kennt. Der Fuß hat bekannterweise fünf Zehen – aber deren Bezeichnungen kennt man normalerweise nicht. Großzehe und Kleinzehe sind gebräuchlich und klar, Mittelzehe würde auch noch sinnvoll klingen – aber spätestens Zeigezehe und Ringzehe hören sich doch mehr als seltsam an. Um diese Frage zu klären habe ich mich zuerst an Wikipedia gewandt, wo ich überraschenderweise keine Erfolg hatte. Die Suche bei Google bringt als erstes die Erkenntnis, dass es auch andere Menschen gibt, die sich diese weltbewegende Frage stellen – aber scheinbar auch keine Antworten finden.

Auf diesem Weg erfahre ich aber schon mal, dass die Zehen, medizinisch „digiti pedis“, bei den Anatomen wie folgt benannt werden: Hallux (der Großzeh), Digitus II, Digitus III, Digitus IV und Digitus minimus (der Kleinzeh) [Quelle]. Mal ehrlich: Als einer der drei mittleren Zehen käme ich mir echt benachteiligt vor. :( An anderer Stelle kommen sie auch auf die seltsamen Bezeichnungen „Zeigezeh“, „Mittelzeh“ und „Ringzeh“ – auch wenn ich nie erleben will, dass Jemand mit dem nackten Zeh auf mich zeigt. Nett sind da noch die Lösung von Kindern wie Hannah (Großer Onkel, kleine Tante, Autsch, Knuddel und kleiner Zeh) und Marie-Louise (Großer Otto, langer Lulatsch, Sandwich-Zeh, großer Bruder, kleiner Knirps) [Quelle].

Was bleibt: Die Erkenntnis eine Frage gestellt zu haben, die keine Antwort hat. Dafür haben wir aber trotzdem wieder etwas zu erzählen, um im Small-Talk zu bestehen und mit unserem Wissen zu prahlen ;)

Geschrieben von Der Rabe

19. April 2008 um 10:44

Veröffentlicht in Besserwisserwissen

Getaggt mit , , , , ,