Archiv für Mai 2009
Fundstück 017: Iron Sky.
The Nazis went to the Moon:
„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt fürs Vaterland!“
Das Feuerkind hat mich gerade auf ein besonderes Filmprojekt aufmerksam gemacht und die Bilder aus dem Trailer lassen hoffen, dass dieses scheinbar bisher grösste Open-Movie Projekt Realität wird. Hier schon mal der erste Teaser als Vorgeschmack auf den Film auf Grundlage der Legende von der „Reichsflugscheibe„:
„Die Macher der Star-Trek-Parodie Star Wreck beginnen die Arbeit an ihrem zweiten Filmprojekt: Iron Sky. Wie schon beim Vorgänger soll der Film „kollaborativ“ entstehen, also unter Mitwirkung einer großen Internetcommunity. Die grobe Handlung erklärt ein erster Trailer: 1945 wanderten die Nazis auf den Mond aus, 2018 kommen sie zurück.“ Mehr Text und hier die Infos bei Wikipedia.
„Cowboy und Indianer“ und der Amoklauf.
Amokläufern möchte die Bundesregierung keine Chance bieten. Nach dem „School Shooting“ von Winnenden sollen solche Ereignisse für die Zukunft verhindert werden. Dabei ist die Medienwirksamkeit der vermeintlichen Lösungen unter Vermeidung von Verärgerungen bei der Masse des Wahlvolkes wieder wichtiger als praktikable Vorgehensweisen. Somit wird auch der Vereinfachung eines eigentlich komplexen Themas der Vorzug gegeben. Hauptsache man kann sich auf die Schultern klopfen und klopfen lassen, dass man etwas getan hat.
Und man hat etwas getan. Man hat eine Lösung gefunden: „… vernünftige Änderungen beschlossen, die einen Gewinn an Sicherheit bringen, ohne Sportschützen und Jäger über Gebühr zu reglementieren“, sagte Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) [Q]. Dazu zählen auch sinnvolle Maßnahmen wie die Reduzierung von illegalen Waffen durch eine Amnestie (auch wenn Zweifel bleiben, ob nicht rechtschaffene bzw. kriminelle Bürger diese abgeben werden) und der Einführung eines bundesweiten Waffenregisters (wobei ich mich wundern muss, dass es das noch nicht gibt).
Zukünftig sollen Waffen und Waffenschränke mit biometrischen Systemen gesichert werden, die aber noch nicht serienreif sind und ergo erst in einigen Jahren flächendeckend eingeführt werden können. [Q] Wenn dann aber der Sportschütze seine Waffe nicht im Waffenschrank, sondern in der Nachttischschublade aufbewahrt, wie beim Vater des Amokschützens von Winnende geschehen, dann ist das nur „eine vernünftige Änderung … ohne Sportschützen und Jäger über Gebühr zu reglementieren“!? Und es wäre ja auch zuviel verlangt wenn man die Waffen nicht mit nach Hause nehmen würde – wie ja auch alle Reiter ihre Pferde zuhause in der Garage parken.
Gut klingt auch im ersten Moment, dass zukünftig auch ohne Verdachtsfall Kontrollen durchgeführt werden sollen. Aber scheinbar ist noch nicht geklärt, ob diese Kontrollen nicht doch voher angekündigt werden. [Q] Was sollen die bitte angekündigt kontrollieren? Ob Jemand illegale Waffen unter dem Kopfkissen hat? Ob die Waffen ordnungsgemäß eingeschlossen sind? Und selbst wenn die Kontrolle unangekündigt stattfinden würden – wie umfassend muss dann eine Hausdurchsuchung sein, um versteckte (illegale) Waffen zu finden? Aber gegen diese Kontrollen gibt es ja schon die ersten Stimmen aus der CDU [Q] – wahrscheinlich, weil dies eine über Gebühr gehende Reglementierung der Sportschützen und Jäger wäre.
Ein Verbot großkalibriger Waffen für Sportschützen wird dagegen nicht eingeführt. [Q] Gut, dass eine solche Waffe, wie sie beim Amoklauf von Winnende eingesetzt wurde, auch zukünftig in einem deutschen Haushalten liegen darf. Abgesehen davon kann ich doch nicht der Einzige sein, dem aufgefallen ist, dass alle mir bekannten Amokläufer und selbst die Mörder von der Eislinger Bluttat ehemalige oder aktive Mitglieder in einem Schützenverein waren, oder !? Wäre die logische Konsequenz nicht alle Schützen unter Generalverdacht zu stellen und ihre Vereine zu verbieten?
Da bei einem solchen Schritt aber zu viele Wähler Amok Sturm laufen würden geht man einen einfacheren Weg und verbietet den international in Ligen organisierten Mannschaftssport Paintball. „Paintball ist sittenwidrig. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, der «Berliner Zeitung».[Q] Warum sittenwidrig? „Dabei wird das Töten simuliert“, begründete der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach (CDU) das geplante Verbot in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. [Q]
Mein Vater war heute schockiert: Wenn er schon früher gewusst hätte, dass er bei den „Cowboy-und-Indianer“- bzw. „Räuber-und-Gendarm“-Spielen mit selbstgeschnitzten Bögen und Pfeilen in seiner Kindheit in einem kleine Eifeldorf sittenwidrig gehandelt hätte, dann … dann wäre aus seiner Generation wahrscheinlich keine Masse von Amokläufern geworden !? Kinder, mit Wasserpistolen schiessend, von Büchern zu Ritterkämpfen animiert, bei Karneval mit Waffen aufeinander zielend, … – ganze Volksscharen von potentiellen Amokläufern sind um uns. Das muss ganz dringend verboten werden !?
Ich glaube man merkt schnell, dass vermeintlich monokausale Erklärungsansätze hier nicht greifen können. Aber warum wird Jemand zum Amokläufer? „Als Auslöser eines Amoklaufs gelten eine fortgeschrittene psychosoziale Entwurzelung des Täters, der Verlust beruflicher Integration durch Arbeitslosigkeit, Rückstufung oder Versetzung, zunehmend erfahrene Kränkungen sowie Partnerschaftskonflikte.“ [Q] Ergo: Niemand wird durch sogenannte „Killerspiele„, durch „Cowboy und Indianer“ bzw. Paintball oder Actionfilme a lá Rambo zum Amokläufer. Es braucht in erster Linie Impulse aus dem gesellschaftlichen Umfeld, das man aber nicht gesetzlich reglementieren kann. Aber es ist Wahljahr und da müssen schnelle Ergebnisse her …
Weiterführendes: Angehörige von Winnenden halten Verschärfung des Waffenrechts für nicht ausreichend | Verhindert Amoklauf | Werden bald auch Wasserpistolen verboten? | Sittenwidrig | Studie zu Amokläufern: Risikomerkmale bei allen Taten
Nachträge: Polizei und Opposition wettern gegen geplantes Paintball-Verbot | Mit Spatzen auf Kanonen schießen | Verdachtungsunabhängige Hausdurchsuchung | Da wird das Töten gelernt!!
Larp: Modecharakter Hexenjäger !?
Während Calla in ihrem Blog sehr treffend den Larp-Charakter-Archetypen des „Ich-Plot-nicht-Piraten“ beschreibt, surfe ich auf dem Online-Netzwerk LarpeR. Neben Diskussionen über „Gewandungsnazis“ und „Gewandungsmuffel“, in denen die in Foren so beliebten Fronten geschaffen werden, scheint gerade die Option eigene Fotos hochzuladen viele Liebhaber gefunden zu haben. Neben den etlichen Fotos von irgendwelchen Schlachten und Cons, an denen man meist selber nicht teil genommen hat, findet man auch einige Schmuckstücke – und unter diesen auch wirklich schöne und liebvoll gestaltete Gewandungen. Und ich entdecke darüber hinaus auch Charakterklassen, die mir in den letzten Jahren nie untergekommen sind …
Während der vergangenen Jahre habe ich mehr als eine Hexe im Spiel erleben dürfen und bin sogar schon auf einen Hexer und eine männliche Hexe (was wundersamerweise nicht das Selbe zu seins scheint) getroffen. Auch wenn scheinbar Schwarz immer noch die bevorzugte Farbe von Hexen zu sein scheint (was Oma Wetterwachs sicher unterstützen würde), so war es doch selten, dass eine Hexe ihren „Beruf“ öffentlich zugibt. Außer vielleicht in Amonlonde, wo Hexen aber gesellschaftlich nicht nur anerkannt, sondern auch hoch geachtet sind. Jedoch in ihrer Mehrheit waren sie mit helfenden Händen und naturverbunden, wenn nicht gar Gaia-gläubig, für die „gute Sache“ tätig.
Jetzt blättere ich so in den unzähligen Fotoalben bei LarpeR und stoße immer wieder auf das Charakterkonzept des „Hexenjägers“. Dämonenjäger, Vampirjäger und auch gegen Nekromanten vorgehende Inquisitoren waren immer präsent – weil auch Dämonen, Vampire und Nekromanten im Normalfall von NSC gespielte Gegner waren. Plötzlich tauchen jedoch die Hexenjäger auf und dann scheinen sie auch alle fast denselben Modeberater zu haben – als gäbe es eine larpweite Modelinie für diesen Berufszweig. Mantel, hoher Hut, Degen, Pistole und natürlich die Segenssprüche, welche mit Siegeln an den Schulterplatten befestigt sind. Der Modeberater ist scheinbar der mehr oder weniger berühmte Warhammer-Hexenjäger.

So schreitet der hochbehütete Charakter in die Welt hinaus, um … Hexen zu finden und auf den Scheiterhaufen zu bringen? Wenn auf Liverollenspielveranstaltungen (sprich: Cons) ständig böse Hexen rumlaufen würden, dann macht das Konzept sicher Sinn, denn man kann es mit Leben füllen. Was ist jedoch bei Hexen auf der Spielerseite, die sich für das Gute engagieren? Wie viele entsprechende Erlebnisse braucht ein Hexenjäger, um zu einem „Nur-noch-böse-Hexen-jagender-Hexenjäger“ zu werden? Ich kann mich irren, aber mir scheint der Charakter fürs Larp wenig sinnvoll – und habe das Gefühl, dass der Wunsch das coole Outfit zu tragen irgendwie primärer Entscheidungsgrund war.
Bin jetzt schon gespannt mal einen Hexenjäger auf Con zu treffen – und ich hoffe darauf, dass dann die amonlondische Hexe (und Richterin) Arkana ebenfalls dort ist :D
Fantasy-Architektur: Realismus vs. Klischee.
Im Larp eine bespielbare Stadt darzustellen endet meist auf Grund der möglichen Ressourcen in einer Zeltstadt, wie man es von den Großcons Drachenfest und Mythodea her kennt. Doch vor unserem inneren Augen haben wir doch primär die Bilder von Ortschaften wie Bree und Hobbingen aus dem „Herr der Ringe“ und von Freilichtmuseen wie z.B. in Kommern oder das Ukranenland.

Sie sind es, die unsere Vorstellung einer mittelalterlichen Ortschaft prägen. Dabei sind die Freilichtmuseen Ausdruck einer früheren, historischen Realität, während die heutigen Filme, seinen es Historienfilme als auch Filme aus dem Bereich Fantasy, bemüht sind eine möglichst realistische Architektur zu zeigen. Das bedeutet nicht nur eine Nähe zu der Realität, sondern auch eine Entwicklung einer logischen Architektursprache, die u.a. von den Ressourcen, Materialien sowie gesellschaftlichen und klimatischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird.
Im Sommer dieses Jahres nun eröffnet zwischen Gera und Chemnitz der „Themenpark Weltentor„, der erste Fantasy-Themenpark im mittelalterlichen Ambiente mitten in Deutschland. Hier wird meines Eindrucks nach Liverollenspiel als Event im Stile eines Disney-Parks und Phantasialandes angeboten. „Das Gelände des Parks befindet sich auf dem Planeten Anwynor … Anwynor ist entwicklungsgeschichtlich ungefähr mit unserem 12./13. Jahrhundert vergleichbar. … eine an das Mittelalter angelehnte Fantasywelt, in der sich sowohl bekannte Elemente aus dem Früh- bis Hochmittelalter, als auch Elemente von Mythen, Legenden und Fantasien vereinigen. Das Zentrum dieser Welt ist eine Stadt mit unterschiedlichen Vierteln, wo ein jedes seinen ganz besonderen Charme und reizvolles Ambiente bieten wird.“
Besagte Stadt, die meinem Verständis nach eine auf dem Baustil des Mittelalters basierende Fantasy-Architektur beinhalten sollte, stellt jedoch nach Sichtung der Fotos die Mittelalter-Klischee-Kitsch-Ikone Neuschwanstein noch in den Schatten. Hier hat man von jedem Baustil etwas genommen, in einen Eimer geworfen, einmal geschüttelt und was raus kam irgendwie verbaut. Dabei sind Gebäude entstanden, die in dieser Art und Weise in der Realität nie gebaut worden wären. Auch nicht in einer Fantasy-Realität – wenn man sich mit der Thematik ein mal näher auseinander gesetzt hätte.
Ich will jetzt gar nicht mit dem architekturtheoretischen und architekturgeschichlichen Grundlagen anfangen oder näher in die technische Verarbeitung der Materialien eingehen (die man sicher so heute nicht mehr verarbeiten muss, aber es wäre doch schön, wenn es zumindest so aussehen würde) bzw. ihre bauliche Zusammenstellung – es reicht schon ein Blick auf das Bild zu werfen und mit der Tragkonstruktion von Holzfachwerken zu vergleichen, um festzustellen, dass hier nur Fragmente der in vielen Köpfen als Klischee verhafteten vermeintlichen Stile als Patchwork realisiert wurden.

Dass man heute nicht mehr die gleiche Art des Bauens realisieren kann (weil nicht mehr jeder diese Techniken beherrscht und es schlicht und ergreifend niemand bezahlen kann) ist mir bewusst, aber dennoch hätte man meines Erachtens eine realistischere Visualisierung erreichen können. Nicht nur eine Fassade an den britischen Tudor-Stil anlehnen und die anderen Fassaden vernachlässigen, sondern den Architekturstil durchgängig optisch darbieten hätte der Stadt einen Anschein von Realismus geben können, wo jetzt nur allzu offensichtlich Trugfassaden entstanden sind.
Schade um die verpasste Chance, die von Filmen und Museen in unserem Geist und unserer Phantasie geformten Bilder in eine realistisch anmutende Architektur, die wirklich auf der Historie und nicht auf Klischees basiert, umzusetzen.
Besserwisserwissen: Der Stieglitz
Da ich vorhin auf dem Parkplatz in Sinzig zwei Stieglitze, auch als Distelfinken bekannt, gesehen habe hier für alle, die bei einer identischen Sichtung ein paar nette Geschichten beitragen und den Ruf des Besserwissers und Klugscheissers fördern möchten, ein paar kleine Anekdoten über die wissenschaftlichen Fakten hinaus:
Die Sage über die Färbung des Stieglitzes
Als Gott allen Vögeln ihre Farben gab, blieb der Stieglitz bescheiden in der hintersten Ecke sitzen. Schließlich kam er als Letzter zu Gott, der keine Farben mehr hatte. Da suchte Gott aus jedem Topf noch einen kleinen Tupfer. So kamern der rote Schnabelgrund, der schwarze Scheitel, die schwarzen Flügel und der Schwanz zustande, die gelbe Binde über den Flügeln, die weißen Tupfen an Kopf, Flügeln und Schwanz, der lichtbraune Rücken und die gelbweiße Unterseite.
Der Stieglitz in der Medizin
1554 wurde sein Einsatz bei Erkrankungen in einem Vogelbuch erwähnt, z.B. in gebratenem Zustand als Heilmittel gegen Bauchgrimmen und Darmgicht. Aber schon vorher, im Mittelalter, verwandte man ihn als Talisman zum Schutz gegen die Pest. Auch weil man ihm die Fähigkeit zuschrieb Krankheiten anzuziehen wurden Stieglitze in das Zimmer von Schwindsüchtigen gehängt.
Der Distelfink als christliches Symbol
Der kleine, bunte Vogel gilt als Symbol für Ausdauer, Fruchtbarkeit und Beharrlichkeit. Wegen seiner Vorliebe zu den dornigen Disteln ist er im Christentum ein altes Symbol für die Passion und den Opfertod von Jesus Christus. Daher ist er auch auf vielen alten Gemälden ein Begleitvogel der Madonna bzw. der heiligen Familie, wo er für das Vorwissen der bevorstehenden Kreuzigung steht. Als „reiner“ Vogel wird er manchmal auch gemeinsam mit der Fliege, die für Sünde und Krankheit steht, dargestellt.
Mehr über diesen schönen heimischen Vogel findet man hier.
Projekt 52 | Wochenthema 08 | Bewegung
Nach einigen Wochen, in denen auch mein Blog über längere Zeiträume alleine auskommen musste, habe ich auch das Projekt 52 vernachlässigt. Es gibt jedoch genug Zwänge, denen wir unterliegen und das Projekt soll Spaß machen – also wird es so bearbeitet, wie Zeit und Lust (und Ideen) vorhanden sind. Und auf Grund der Ideen und des vorhandenen Materials hier erst mal mein Beitrag zum Wochenthema 08: „Bewegung„.

Das Foto entstand Ende März auf einer Liverollenspiel-Veranstaltung in Aschaffenburg und zeigt einen „Gaukler“ während seiner nächtlichen Feuerschau. Wer das Bild noch mal in größerer Auflösung sehen möchte findet es hier.
Besserwisserwissen: Imbus | Inbus
Die Hexe des Westens zieht um und wir helfen. Schnell wird noch der Schrank (von Ikea vermute ich) aufgebaut und irgendwann kommt die Frage: „Hast Du einen Imbus?“ Das Feuerkind stößt das heutige Besserwisserwissen-Thema dann richtig an: „Heißt die Mehrzahl von Imbus eigentlich Imbi?“ RedHeadJu bestätigt die Lateinkenntnisse, denn als lateinisches Wort wäre der Imbus im Plural „Imbi“. Der Vater der West-Hexe probierte das Wort „Imbus“ auf die Abkürzung von „Innensechskant“zurück zu führen, was aber auf Grund der enormen Anzahl des Buchstabens „B“ in „Innensechskant“ zu Verwirrung führte.
Auch verwirrt? Aber ebenso die Neugierde geweckt, was hinter diesem Werkzeug, das jeder von uns sicher schon mal genutzt hat, steckt? Hier kommt die Auflösung:
1. Den Imbus gibt es gar nicht. Es gibt nur den Inbus, der aber nur durch Assimilation fälschlicherweise „Imbus“ ausgesprochen wird. Daher gibt es auch einen Inbusschlüssel, aber keinen Imbusschlüssel.
2. Nur weil ein Wort auf „-us“ endet muss es nicht aus dem lateinischen Wortschatz stammen. Ergo können wir jeden Ursprungsgedanken hinsichtlich des Latein mit einem dicken Stift streichen.
3. Inbus ist ein Akronym und leitet sich vom ersten Hersteller von Innensechskantschrauben ab, der Firma Bauer & Schaurte. Inbus steht einfach für Innensechskantschraube Bauer und Schaurte. Auch wenn die Schraube wohl schon gegen 1911 erfunden wurde, so hat diese Firma sie 1936 das erst mal patentieren lassen.
Und wieder wissen wir etwas, womit wir klug sch****** können ;) Weitere Informationen übrigens wie immer bei Wikipedia.
Die letzte Zigarette.
Ich beobachte derzeit ganz interessiert, was die Sucht aus einem machen kann. Vom August 2007 bis Ende Mai 2008 hatten das Feuerkind und ich das Rauchen aufgegeben, um dann mit den Worten „Ach, eine Zigarette schadet ja nicht“ auf den Lippen einen Rückfall zu erleiden. Aber von Rückschlägen soll man sich ja nicht entmutigen lassen, so dass wir einen neuen Anlauf starten und ich am Dienstagmorgen meine aktuell letzte Zigarette geraucht habe.
Am Dienstag war ich einfach etwas hibbelig und natürlich hatte ich mehr als ein Mal Lust auf eine Zigarette, aber ich war doch verwundert, wie einfach der Tag vorbei ging (außer dass ich Abends meiner Verlobten gewaltig auf den Keks ging, weil ich ständig von meinen Gelüsten sprach). Aber am Mittwoch hätte ich besser Urlaub genommen, denn der Aggressionspegel war enorm und hat mich selbst erschreckt. Ich habe den Chef angefaucht (wegen einer Nichtigkeit – als ob es zuweilen keine guten Gründe geben würde) und bei meinem Mittagsspaziergang hätte ein älterer Herr fast meine Faust im Gesicht gehabt, weil er mich angesehen hat. Sollte es noch mal erforderlich sein, dass ich aufhören muss, werde ich mich an dem zweiten Tag irgendwo einsperren lassen und jeglichen menschlichen Kontakt meiden.
Seitdem ist es aber wirklich einfach, wobei gestern dann die Belastungsprobe angesagt war. Unter den Umzugshelfern der Hexe des Westens befand sich auch eine Raucherin, die natürlich ihrer Sucht nachging. Man fragt sich ja immer, ob man dann geifernd daneben steht, um ihr letzendlich eine Zigarette zu klauen – aber wunderlicherweise war dem gar nicht so. Natürlich hätte ich eine Rauchen können, aber ich hatte kein Verlangen danach es auch zu müssen.
Sicher wird es auch in Zukunft immer eine Belastung und eine Prüfung bleiben, es wird Situationen (z.B. nach einem guten und ausgiebigen Essen) geben, in denen es schwer bleibt – aber ich glaube der schlimmste Tag ist überstanden. Ohne, dass es Opfer in mienem Umfeld gekostet hat ;) Jetzt heißt es durchhalten …