Tagesarchiv: Mai 13th, 2008

Der Begriff “Cockpit” ist uns auch im Deutschen als Bezeichnung an Bord von Schiffen und vor allem des Führerstandes eines Flugzeugs geläufig und in aller Munde. Doch wer macht sich schon Gedanken woher dieser Begriff überhaupt kommt ? Wenn man bedenkt, dass das englische Wort “Cockpit” aus dem Wort “Cock” für “Hahn” und “Pit” für “Grube” besteht und damit “Hahnengrube” bedeutet wäre das durchaus ein Grund, damit wir uns wundern - und ein Grund für Besserwisser da mal nach zu forschen. Und wie so oft wird man fündig bei Wikipedia:

Im 18. Jahrhundert befand sich auf dem Orlopdeck von Kriegsschiffen, also ganz unten im Bauch des Schiffes das Lazarett. Bei den schlimmen Verletzungen, die man sich an Bord dieser Schiffe so zugezogen hatte, floss dort entsprechend viel Blut, wenn der Raum in Benutzung war. So viel Blut, dass es die Matrosen wohl an die beliebten und ebenfalls blutigen Hahnenkämpfe erinnert hat - und so wohl scherzhaft das Lazarett nach den Austragungsorten, der Kampfarena der Hahnekämpfe “Cockpit” nannten.

Für Flugzeuge war es wohl noch etwas anders: Man erzählt sich eine Geschichte aus dem ersten Weltkrieg, als sich in den damals noch offenen Flugzeugen ein Loch befand, in dem der Flugzeugführer (sprich: Pilot) gesessen hat. In dieses Loch, vergleichbar einer Grube, saß dann der Kampfpilot. Eine andere Geschichte sagt, dass ein Pilot die enge der Kanzel einmal mit einer Hahengrube verglichen hat, wo man sich auch nicht aus dem Weg gehen könne.

Wie es auch immer sei: Eine schöne Geschichte um den Besserwisser raus hängen zu lassen hat man so allemal ;)

Während die Nachrichten über die Naturkatastophe in Myanmar durch den Zyklopen Nargis und dem Erdbeben in der Volksrepublik China die Medienbilder beherrschen und damit in den Köpfen der Menschen präsent sind, tritt der Konflikt und damit das Sterben in der Grenzregion zwischen dem Sudan und dem Tschad - damit auch in der Darfur-Region - scheinbar in eine neue Phase ein. Schon seit langem beschuldigen sich die beiden benachbarten Staaten in Zentralafrika gegenseitig, dass sie die Rebellen gegen die jeweils andere Regierung unterstützen. Zu diesen Rebellengruppen gehört auch die JEM (”Justice and Equality Movement”), die auch in den Darfurkonflikt involviert ist.

Nachdem diese Rebellengruppe (hier die HP der JEM in der deutschen Version) sich am 11. Dezember letzten Jahres schon Kämpfe mit Regierungstruppen, die ein chinesisches Ölfeld bewachten, geliefert hatte, haben sie am vergangenen Samstag die sudanesische Hauptstadt Khartoum angegriffen. Die Rebellen wollen die Offensive fortsetzen, während die Regierung den Angriff wohl zurück geschlagen hat und in den Vororten noch nach versprengten Rebellen sucht. [Quelle 1 und Quelle 2] Nun beschuldigt die Regierung des Sudan die Regierung vom Tschad der Unterstützung der Rebellen: “Das ist ein tschadscher Angriff!”. Am Sonntag hat der Sudan alle Beziehungen zu seinem Nachbar abgebrochen. Tschad hat heute reagiert und ebenfalls die Grenzen geschlossen und sogar den Verkauf sudanesischer Musik verboten.

Jetzt gibt es im Grenzgebiet die Befürchtung, dass ein Krieg zwischen den beiden Ländern ausbrechen könnte. Angesichts der Leiden, die von der Bevölkerung der Darfur-Region in den vergangenen fünf Jahren schon erlitten werden musste, kann man sich kaum vorstellen, dass in dieser Gegend nun auch noch ein offener Krieg (in dessen Schatten die Greueltaten wohl verstärkt weitergehen werden) ausbrechen könnte. Im Tschad, unweit der Grenze, befinden sich mehrere Flüchtlingslager und auch auf sudanesischer Seite befinden sich in der Region einige Lager für IDPs (Flüchtlinge im Land), die im Falle eines Krieges betroffen sein könnten. [Karte USAID] Wollen wir hoffen, dass die Flüchtlinge nicht nun noch aus den Flüchtlingslagern fliehen müssen …

Der deutsche Beitrag zu den Hilfeleistungen in Myanmar ist angelaufen. Der Einsatz der Trinkwasserspezialisten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, die meisten von ihnen ehrenamtliche Helfer, hat begonnen: sie sind gestern abend gestartet, wie es auf der THW-Seite nachzulesen ist. Ein Einsatz, der mit aktuell 600′000 € vom Auswärtigen Amt finanziert wird [Quelle]. Gelder, die über die Männer und Frauen, die vor Ort mit ihren Trinkwasseraufbereitungsanlagen praktische Hilfe leisten werden, direkt den Opfern bzw. Leidtragenden zu Gute kommen. Wollen wir hoffen, dass auch weitere Hilfe möglich sein wird.

Wer wissen will, wie die aktuelle Lage vor Ort ist, der findet im Netz hier die aktuellen Situations-Report von OCHA und von MapAction gibt es hier aktuelle Karten des Katastrophen-Gebietes.