Tagesarchiv: April 23rd, 2008

“Der Mann ist soviel wert, wie seine Krawatte denn das ist er selbst, durch sie verhüllt er sein Wesen, in ihr manifestiert sich sein Geist.” [Honoré de Balzac]

Es gab eine Zeit, in der Krawatten, die mit vermeintlich witzigen Motiven aufwarteten, als chic, modern und würdig eines Mannes von Welt galten. Man kann nur mit positiver Sichtweise vermuten, dass die Gründe dafür in einer Art Rebellion gegen die gesellschaftlich anerkannten Krawattenmuster lagen und mit den Motiven einen jugendlich-verspielten Gegenpol gebildet werden sollte. Vielleicht war das zu der Zeit auch eine äußerliche Symbolik zu dem plötzlich propagierten und laut vielen Medien von den Frauen bevorzugen Softie bzw. Frauenversteher (den ja dann in der Realität doch keine Frau für lange haben wollte).

Was auch immer der Grund gewesen sein mag: Heute ist der Trend längst vorüber - und das ist auch gut so. Die Erinnerungen an die alten Zeiten, als man noch nicht erkannt hat, dass man(n) mit den Motiven doch etwas zu viel des Kindes im Manne an die Öffentlichkeit trägt und sich damit … macht, finden sich heute nur noch im Schrank. Zumindest bei mir, denn dort sind sie (*deutet auf das Foto*) während meiner noch laufenden Lebensvereinfachungskampagne aufgetaucht und werden auch nicht mehr in den Schrank und auch nicht mehr an meinen Hals zurück kehren. Diese Zeit ist vorbei.

Wie ich heute morgen am Bahnhof feststellen musste, gibt es sie noch: Die Männer, die mit diesen Motivkrawatten ihre kindische Seele nach außen tragen und auf ein “Wie süss!” seitens des weiblichen Geschlechts hoffen - in der Annahme es wäre eine Auszeichnung ihres guten Geschmacks, wo doch wahrscheinlicher ist, dass sie die mütterlichen Gefühle mit dem femininen Beschützerinstinkt auslösen, während zeitgleich die Männer es schwer haben dürften einen Gesprächspartner mit einer solchen Krawatte ernst zu nehmen. Gott vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun ;)

Mein ältester Sohn machte mich heute im Zuge seiner Hausaufgaben auf den “King Clone” aufmerksam und da es immer unangenehm ist, wenn der Sohn mehr weiß, als der Vater, habe ich mich im World Wide Web auf die Suche begeben und stieß nicht, wie beim Namen “Clone” erstmal befürchtet, auf ein Genprojekt, sondern auf eine Pflanze und ihre durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandene Nachkommenschaft. Diese Pflanze ist der ist der Kreosotbusch, der sich übrigens über sein Wurzelwerk “fortpflanzt”. Da er dabei dem Boden Nährstoffe entzieht sterben die Sprösslinge in der Mitte ab, so dass über die Jahre immer größere Ringe entstehen - so, wie er auf dem Foto zu sehen ist.

Das Bild ist aus der amerikanischen Mojavewüste. Soweit zur Hintergrundgeschichte, aber es ging uns ja um “King Clone” höchstpersönlich. Dieser ist einer dieser Ringe des Kreosotbusches, doch ist er nicht nur groß, sondern auch verdammt alt. Nach Untersuchungen von 1980 ist diese Pflanze 11′700 Jahre alt - und damit als Rekordhalter die älteste Pflanze der Welt. “King Clone” hat also zu wachsen begonnen, als wir uns hier in Deutschland noch in der Epoche der Mittelsteinzeit befanden und uns über Pfeilspitzen aus Feuerstein gefreut haben. Und ich freue mich jetzt darüber, dass ich außer beim Thema Pokemon nicht unbedingt weniger weiß als mein Sohn ;)

Colt Seavers, die Hauptfigur aus der Fernsehserie “Ein Colt für alle Fälle” (engl. “The fall guy”), gehörte zu den Helden meiner Jugend und da ich heute morgen im Radio vernommen habe, dass der Darsteller Lee Majors heute Geburtstag hat komme ich einfach nicht umhin etwas in Nostalgie zu schwelgen und habe zur Feier des Tages den Titelsong der Serie, das vom Geburtstagskind selbst gesungene Lied “The unknown stuntmen”, mit dem Vorspann rausgesucht. Hier ist er:

Die Serie wird übrigens bei “Das Vierte” aktuell jeden Abend gegen 18 Uhr wiederholt. ;)