Archiv für April 20th, 2008
Weltweite Nahrungskrise.
In einem Artikel am 6. März hatte ich das erste Mal von der internationalen Nahrungskrise berichtet. Eine Krise, die bei uns zu einer Erhöhung der Erzeugerpreise für Verbrauchsgüter im März 2008 um 4,6 % gegenüber dem Vorjahr [Quelle] und damit zu langen Gesichtern geführt hat. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass der Preis von Weizen auf dem Weltmarkt seit Mitte 2007 um ca. 50 % zugelegt hat und auch der Preis für Reis sich seit Januar 2008 verdreifacht hat, dann kann man ungefähr ermessen, was die verteuerten Grundnahrungsmittel für die Länder und damit für die Menschen bedeuten müssen, die selber keine Ressourcen haben, um sich die verteuerten Lebensmittel leisten zu können – und damit zu überleben (was in Deutschland trotz allen Einschränkungen möglich sein wird). Die Gründe sind sehr unterschiedlich und meines Erachtens nicht alleine auf den erhöhten Bedarf an eigentlichen Nahrungsmittel für alternative Energieformen bzw. Treibstoffe zurück zu führen – einige hatte ich ja schon in einem anderen Artikel aufgeführt. Heute habe ich aber auf der Webpräsenz von „Die Zeit“ einige tolle Beiträge mit vielen Hintergrundinformationen gefunden, unter anderem die zu den genannten Preissteigerungen der einzelnen Produkte gehörenden Diagramme und Grafiken als auch Berichte über die in vielen Ländern schon ausgebrochenen Unruhen auf Grund der Nahrungskrise. Anklicken, anschauen, durchlesen – informiert sein.
Besserwisserwissen: Messwein.
Nach katholischem Glaubensverständnis wird bei der Eucharistie vom Priester der Wein in das Blut Christi gewandelt. Als nicht gerade übermäßiger Kirchgänger (und das war jetzt echt positiv ausgedrückt) bin ich bisher doch davon ausgegangen, dass man auf Grund der Symbolik Rotwein nutzt – und war heute überrascht, dass sich in dem Kelch Weißwein befand. Ein Grund wieder auf die Suche nach Wissen zu begeben, das an sich Niemand braucht (also zumindest nicht, so lange man nicht gehalten ist den Wein für die Messe auszusuchen und zu bestellen), aber mit dem man sicher einen Wissensvorsprung hat.
Fündig wurde ich (wie schon so oft) bei Wikipedia, wo ich direkt meine Frage nach der Farbe des Weines beantwortet bekomme: „Bis etwa Mitte des 15. Jahrhunderts wurde ausschließlich Rotwein als Messwein verwendet, da dieser gut zur Symbolisierung des Blutes Christi passte. 1478 wurde durch Papst Sixtus IV. zum ersten Mal Weißwein zugelassen.“ Damit ist meine Frage schon beantwortet, aber als Schmankerl für stockende Gespräche nehme ich noch die Information mit, dass während der Prohibition der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA Messwein das einzige erlaubte alkoholische Getränk war. Ob in dieser Zeit die Messen stärker besucht waren, konnte ich jedoch nicht herausfinden.
Spruch des Tages 03:
Es war heute in der katholischen Kirche St.Peter in Sinzig, in der ich mit meinen Söhnen (der Jüngste hat letzten Sonntag seine Kommunion gefeiert) und meiner Freundin an der Messe teilgenommen habe. Während der Osterzeit war für das Projekt der Musikgruppe „Menino„, das sich seit fünfzehn Jahren für Straßenkinder in Brasilien engagiert, gesammelt worden und beim heutigen Dankgottesdienst war auch einer der Mitglieder von „Menino“, Stephan Maria Glöckner, dabei und er erzählte von einem Gespräch zwischen Straßenjungen, das er in Brasilien aufgeschnappt hat:
„Warum haben die Weißen kalte Schränke in ihren Häusern?“, fragt der eine Junge. Der andere antwortet: „Weil sie immer mehr kaufen, als sie heute essen können.“
Ein Gespräch, das einen Einblick gestattet in andere Sichtweisen und andere Mentalitäten – und das ich weiter unkommentiert lassen möchte. Vielleicht einfach ein kleiner Gesprächsauszug, der zum nach- und weiterdenken anregt.