Archiv für April 19th, 2008
Olympiaboykott für ein freies Tibet !?
In der Blogwelt ist viel über ein etwaiges Boykott der olympischen Spiele an den heimischen Fernsehern die Rede und auch ich mache mir aktuell Gedanken, ob das Sinn macht. An erster Stelle steht jedoch die Frage, wofür man die olympischen Spiele in China boykottieren sollte – und gerade durch die Ereignisse der letzten Wochen, den Aufstand in Tibet und die Übergriffe auf die Läufer mit der olympischen Fackel, hört man immer öfter den Ruf nach einem Boykott für ein freies Land Tibet. Einige haben dazu aufgerufen und, von einer großen Sympathie für die Tibeter unter der Führung des in Deutschland beliebten Dalai Lama getragen, hört man diesen Ruf derzeit immer öfter. Grund genug, um sich darüber näher zu informieren und darüber nachzudenken.
Mein Weg führt mich bei der Suche von Hintergrundinformationen als erstes zu Wikipedia. Tibet ist zuerst ein ausgedehntes Hochland in Zentralasien, zu dem auch das „Autonome Gebiet Tibet“, ein Verwaltungsgebiet der Volksrepublik China, zählt. Die Geschichte des Landes ist über eine lange Dauer von einer absolutistisch-monarchistischistischen Herrschaftsform geprägt, durch die wohl bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts mehr als die Hälfte aller Tibeter als vom Adel und den Klöstern abhängige Bauern tätig waren. Ein Jahr, nachdem die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde, existierte dort noch ein Regierungswesen, wie es in Europa im Mittelalter geherrscht hat. Die Verklärung des guten, alten, friedlichen Tibets, wie er weltweit zu finden ist, spiegelt sich in diesen Fakten zumindest nicht wider.
Über die gleiche Quelle erfahren wir, dass China über einen Zeitraum von fast 200 Jahre Tibet als Protektorat zumindest in der Außenpolitik mit vertreten hat (mit einer kleinen Unterbrechung, währenddessen Tibet britisches Protektorat war). Erst 1913 erklärte der damalige Dalai Lama Tibet für unabhängig – doch kein anderer Staat hat Tibet in den Jahren bis zum Einmarsch der Chinesen 1950 als unabhängige Nation anerkannt. Aus diesem Grund ist auch der völkerrechtliche Status von Tibet international umstritten. Indessen sind aber seit der Angliederung Tibets an China über fünfzig Jahre vergangen und im tibetischen Hochland leben heute (nach Schätzungen der tibetischen Exilregierung) sechs Millionen Tibeter und 7,5 Millionen Chinesen.
Ob man es wahr haben will oder nicht: Das Tibet, das es vor 1950 gegeben hat, existiert nicht mehr. Wenn man nun bedenkt, dass das Land zuvor kein so friedliches Idyll, wie es oft und gerne dargestellt wird, war, sondern ein eindeutig undemokratisches Regierungssystem hatte, kann sich wohl kein freiheitlich denkender Demokrat wirklich für ein freies Tibet unter den damals herrschenden Bedingungen engagieren. Eine sehr kritische Auseinandersetzung über den Dalai Lama und die Situation Tibets findet man als weiterführende Information mit einer der öffentlichen Meinung konträr laufenden Sichtweise hier. Zeitgleich ist der Dalai Lama Besitzer des Friedensnobelpreises und auch in der Exilregierung Tibets hat es wohl indessen demokratische Ansätze gegeben. Wie so oft liegt die Wahrheit wohl, für uns nicht klar erkennbar, genau dazwischen.
Man darf aber nicht die Augen verschließen vor den Verletzungen der Menschenrechte, die China im tibetischen Gebiet verübt. Die Unterdrückung der tibetischen Kultur, die Behinderung der Religionsausübung und den Raubbau an der Natur des Landes sind ebenfalls Vorgänge, die man nicht einfach so hinnehmen sollte. Ob Tibet jetzt ein unabhängiges Land ist oder ein autonomes Gebiet Chinas, ist für mich erstmal von sekundärer Bedeutung, wenn innerhalb der Landesgrenzen die Menschenrechte gewahrt würden. Das dies nicht der Fall ist, ist keine Neuigkeit – beschränkt sich aber nicht nur auf Tibet, sondern auf das ganze Land China.
Mein Fazit an dieser Stelle: Wenn ich die olympischen Spiele boykottiere, dann werde ich das wohl nicht für ein freies Tibet machen – aber die Menschenrechte (in Tibet und im restlichen China) wären ein echt guter Grund.
Ergänzung am 19. Mai 2008: Einen ergänzenden und weiterführenden Artikel zu diesem Thema findet man hier.
Fundstück 005: Republic of Lakotah.
Der Umgang der weißen Siedler mit den Indianern Nordamerikas ist sicher jedem bekannt und auch, dass diese in Reservationen gesteckt wurde. Dies wurde begleitet von etlichen Verträgen und heute wissen wir auch, dass viele dieser Verträge vom weißen Mann nie gehalten wurden. Eine Thematik die in den letzten Jahrzehnten auch von Hollywood aufgegriffen wurde. Ebenso ist in den deutschen Medien zuweilen auch eine Dokumentation zu sehen, wie die Indianer heute in ihren Reservationen leben und leben müssen. So auch in den fünf Reservationen, in die das Volk der Lakotah, nach der Schlacht am Little Big Horn 1875, der Ermordung von Häuptling Crazy Horse 1877 und dem Massaker in der Nähe von Wounded Knee 1890 ihren letzten Hoffnungen beraubt, interniert wurden. Die Lebensbedingungen in den Reservationen sind verheerend.
Am 20. Dezember 2007 hat jetzt eine Gruppe unter dem Namen „Lakota Freedom Delegation“ unter Russel Means die Unabhängigkeit der Lakotah von den USA erklärt und alle 33 jemals geschlossenen Verträge aufgekündigt, da sie von den Weißen nicht gehalten worden sind. Russel Means hat kein politisches Amt, so dass er wohl nicht für das Indianervolk sprechen kann, aber die Republik, die Teile der US-Bundesstaaten Nebraska, Süddakota, Norddakota, Montana und Wyoming umfassen würde [Karte], hat ihre eigene Präsenz im Internet und wird hoffentlich genug Medienpräsenz bekommen, um etwas durch diesen öffentlichen Druck an den Lebensbedingungen und -umständen in den Reservationen ändern zu können:
Besserwisserwissen: Die Namen der Zehen.
Die Hand hat bekannterweise fünf Finger: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger. Bezeichnungen, die wohl jeder kennt. Der Fuß hat bekannterweise fünf Zehen – aber deren Bezeichnungen kennt man normalerweise nicht. Großzehe und Kleinzehe sind gebräuchlich und klar, Mittelzehe würde auch noch sinnvoll klingen – aber spätestens Zeigezehe und Ringzehe hören sich doch mehr als seltsam an. Um diese Frage zu klären habe ich mich zuerst an Wikipedia gewandt, wo ich überraschenderweise keine Erfolg hatte. Die Suche bei Google bringt als erstes die Erkenntnis, dass es auch andere Menschen gibt, die sich diese weltbewegende Frage stellen – aber scheinbar auch keine Antworten finden.
Auf diesem Weg erfahre ich aber schon mal, dass die Zehen, medizinisch „digiti pedis“, bei den Anatomen wie folgt benannt werden: Hallux (der Großzeh), Digitus II, Digitus III, Digitus IV und Digitus minimus (der Kleinzeh) [Quelle]. Mal ehrlich: Als einer der drei mittleren Zehen käme ich mir echt benachteiligt vor. :( An anderer Stelle kommen sie auch auf die seltsamen Bezeichnungen „Zeigezeh“, „Mittelzeh“ und „Ringzeh“ – auch wenn ich nie erleben will, dass Jemand mit dem nackten Zeh auf mich zeigt. Nett sind da noch die Lösung von Kindern wie Hannah (Großer Onkel, kleine Tante, Autsch, Knuddel und kleiner Zeh) und Marie-Louise (Großer Otto, langer Lulatsch, Sandwich-Zeh, großer Bruder, kleiner Knirps) [Quelle].
Was bleibt: Die Erkenntnis eine Frage gestellt zu haben, die keine Antwort hat. Dafür haben wir aber trotzdem wieder etwas zu erzählen, um im Small-Talk zu bestehen und mit unserem Wissen zu prahlen ;)
Mein erster Bloglauf.
Der Tavernenspinner macht es in meiner Blogzeit nun zum zweiten Mal und davon lasse ich mich jetzt inspirieren: Mal alle ZeitGenossen in meiner Linkliste ablaufen und nachschauen, was gerade up to date ist – denn (Schande über mich) jeden Tag geht man jede URL ja doch nicht unbedingt ab. Dann wollen wir mal starten und beginnen ganz oben in meiner Liste mit dem Feuerkind, das sich gestern durch die mit Gehstöcken und Rollatoren aufgerüstete Armee der Senioren, die passend zur Feierabendzeit der Werktätigen ihre Invasion in den Geschäften unseres Wohnortes startet, fast zu einem Massaker im Blumenladen genötigt sah, als sie doch nur Blumen für mich kaufen wollte.
Ebenfalls gestern ist beim Hundehaufen von Bob zu lesen, wie er seine Erfahrungen mit dem Kundenservice in negativer Hinsicht vertieft, wobei ich beim Studium seines Artikels auf diesen Satz gestoßen bin: „Nebenbei bemerkt wurde die Castrop-Rauxeler Politprominzenz neben uns deutlich zügiger bedient.“ Dass Bob scheinbar noch nicht zur schnell zu bedienenden Castrop-Rauxeler Prominenz zählt hat mich jetzt tief verstört und wird sicher noch Spuren in meinem Weltbild hinterlassen. Lange nichts mehr hinterlassen hat hingegen Lukael, dessen letzter Beitrag nun schon zwei Wochen alt ist: Mit der Pommesgabel nach Finnland ist aber an sich ja auch eine Invasionsandrohung und vielleicht zieht sich der Feldzug ja doch etwas länger hin als ursprünglich geplant ;)
Nachdem uns letzten Sonntag der Tavernenspinner seine erste Handmade-Weste für einen Larp-Charakter präsentiert hat, tippte er gestern das Blogroll #5, womit er mich ja zu diesem Beitrag verführt hat. Dass dabei gerade mein Blog die abschließende gute Nachricht stellt liegt vielleicht daran, dass ich ihm die Bilder der Sinziger Impressionen gewidmet habe. Ich fühle mich trotzdem geehrt ;) Nach drei Wochen Urlaub an der australischen Westküste hat sich Amy indessen scheinbar einem sitzsamen Leben zugewandt und sitzt dieses nun in einer Gärtnerei in Perth ab. Ob die Arbeit in einer Gärtnerei aber dafür geeignet ist, um möglichst schnell das im Studium erworbene Wissen zu verlieren bleibt fraglich – es fehlen noch entsprechende Erfahrungsberichte.
Der Heimat verbunden zeigen sich aber dieser Tage die Hula-Boys, während sie dem Mond von Wanne-Eickel huldigen. Der überaus sinnvollen Tätigkeit in der Feuerwehr wird hier mit einem professionellen Werbevideo Tribut gezollt, das ich nur jedem wärmstens ans Herz legen kann. Anschauen lohnt sich. Zeitgleich zu den tanzenden Schläuchen aus Wanne-Eickel macht sich Sari in unserer Hauptstadt Berlin Gedanken über das Wochenthema von Projekt 52: Geheime Orte. Während sie noch Kreativitätsanschübe leistet warte ich schon voller Ungeduld auf den Montagabend, wenn das nächste Thema des Projektes vorgestellt wird.
Fundstück 004: Werbung gegen Realität.
„Werbung gegen Realität“ ist das erste Projekt von PUNDO3000.com, bei dem hundert Produkte gekauft und zubereitet wurden, um sie dann mit dem auf der Verpackung und damit in der Werbung dargestellten Bild des fertigen Produktes zu vergleichen. Einige Beispiele hier, doch um es richtig und in vollem Ausmaß zu genießen sollte man hier klicken.
Wenn man aber gerade auf der Seite ist, kann man auch direkt mal beim Projekt 2 vorbei schauen, wo es um den Sinn des Lebens geht. Starte die WebSuche einfach hier und lass Dich vom Ergebnis überraschen.



