Wer ein Kind hat oder viele kleine Kinder im Bekanntenkreis hat wird wissen, was ich meine, wenn ich sage, dass Kinderlachen etwas Besonderes ist. An diesem Wochenende hat mir dies der jüngste Sohn meiner Ex-Frau wieder bewiesen. In welcher Intensität und welchem Enthusiasmus sich der (knapp zwei Jahre alte) Kerl freuen kann und mit welcher Motivation er dann lauthals loslacht ist beneidenswert. Zumal wenn man sich überlegt, worüber er sich freut: wenn man hinter der Tür hervor kommt und “Buh” macht; wenn man für ihn lustige Grimassen schneidet; wenn man mit ihm spielt und ihn lobt; … es scheint fast keine Gelegenheit zu geben, in der es nicht angebracht wäre zu lachen. Diese Freude über die einfachen und kleine Dingen des Lebens ist eine Gabe, die der Mensch scheinbar im Laufe seines Lebens verliert - wie auch die Kunst seine ganze und vollkommene Freude in einer emotionalen Explosion des lauten Lachens zu entladen und der Welt kund zu tun. Der deutsche Erwachsene scheint sich, vor allem in der Öffentlichkeit, zu schämen in solch einer Art und Weise und für Alle klar erkenntlich Freude zu empfinden. Vielleicht berührt uns dieses hemmungslose Kinderlachen auch gerade deshalb so tief: Weil wir dieser grenzenlosen Entladung von Freude hinterhertrauern. Wir trauern, weil wir es uns nicht mehr trauen. Schade eigentlich.
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