Archiv für März 6th, 2008
Projekt 52, Woche 02: Schneewittchen
Die Aufgabe, die Sari in der zweiten Woche des Jahres stellte, war mit dem Wort „Schneewittchen“ betitelt. „Jeder von Euch kennt mit Sicherheit das Märchen über das Mädchen mit Lippen so rot wie Blut, Haut so weiß wie Schnee und Haaren so schwarz wie Ebenholz. Eure Aufgabe diese Woche besteht darin ein Foto oder ein Bild zu machen, das man mit diesem Märchen in Verbindung bringen kann. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ In meinem Bemühen aufzuholen bzw. die verpassten Wochen nachzuholen also mein nächstes Thema, wenngleich ich auch den Märchenaspekt in den Mittelpunkt stellen möchte …
Wer wäre Schneewittchen ohne Zwerge !? Man sollte meinen gerade als Larper sei es doch kein Problem ein paar Zwerge vor die Kamera zu bekommen. Aber abgesehen davon, dass die Zwergenpopulationsdichte auch im Larp nicht besonders hoch ist, so hätte ich doch spätestens, wenn ich die als aufbrausend berüchtigten Zwerge gebeten hätte das „Hei-Ho-Lied“ zu singen, die Beine in die Hand nehmen müssen. Dieses Lied ist für Zwerge ja so ein rotes Tuch wie das Stöckchenholen für Werwölfe. Daher musste eine neue und weniger suizidale Idee her. Und heute auf der Fahrt nach Hause hat sie mich förmlich überfallen:
Ein Schild wies mich auf den nur zweihundert Meter von meiner Wohnung entfernten Märchenwald hin – und auf diesem ein Zwerg mit roter Zipfelmütze. Genau so, wie man sich einen Gefährten von Schneewittchen als kleines Kind in den Zeiten vor Gimli vorgestellt hat. Also habe ich direkt den Trampelpfad an den Bahngleisen genommen und bin hingestiefelt, um vom Eingang das unten sichtbare Foto zu machen. Gerade weil das Wetter diesig war und nach den Stürmen der letzten Monate am Eingang noch Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden, entstand meines Erachtens ein Foto mit Aussagekraft:
Der Märchenwald hinter einer Bretterwand. Einer Bretterwand, die einst mit märchenhaften Motiven bemalt worden ist. Motive, die heute verstohlen unter einer Schicht von Graffiti hervor schauen. Der Märchenwald scheint heruntergekommen, dem Zahn der Zeit schutzlos ausgeliefert, einsam und verlassen. Ein schmaler Trampelpfad schlängelt sich verstohlen am Wald entlang. Ein schmaler Streifen für den Menschen neben der Bahntrasse. Phantasie und Märchen treffen hier an diesem Ort auf die Realität unserer Gegenwart. Die Zeit der Märchen scheint vorbei. Nur noch der Zwerg, ein Gefährte Schneewittchens, wirbt voller ungebrochenem Enthusiasmus für einen Besuch. Weckt Hoffnung, dass die Phantasie in unserer Welt doch nicht ganz verloren ist und doch noch Menschen Zeit haben den Wald zu besuchen und sich in die Märchen alter Tage entführen zu lassen …
Das Bild in größerer Auflösung findet man auch in meiner Projekt-52-Galerie.
Mehr Hunger !?
Während wir in Deutschland zum Jahreswechsel über die Preissteigerungen der Lebensmittel, die in der Relation auch bei uns die unteren Einkommensschichten am stärksten belastet, debatiert haben sind die weiter reichenden Auswirkungen in der öffentlichen Debatte meist gar nicht berücksichtigt worden. Auch ich für meinen Teil bin erst jetzt heute durch das zufällige Auffinden entsprechender Artikel darauf aufmerksam geworden, dass die Auswirkungen der Preissteigerungen bei den Lebensmitteln gerade im Bereich der Humanitären Hilfe zu großen Problemen führen, wie z.B. hier und hier zu lesen ist. Weil diese Nachrichten sonst unter vielen wichtigeren (!?) News unseres Alltags verloren gehen ziehe ich das Thema zumindest hier mal ans Licht der (wenn auch begrenzten) Öffentlichkeit. Es wird an dem Fakt gerade wenig ändern, aber Veränderungen beginnen immer damit, dass man sich der Mißstände bewusst wird …
Ehemaliger Regierungsbunker im Ahrtal
Gerade hat mich ein Freund darauf hingewiesen, dass vor einigen Tagen bei mir in der Ecke im ehemaligen Regierungsbunker der BRD im Ahrtal nach dessen Betriebseinstellung und Umbau das Museum seine Pforten geöffnet hat. Wenn man so die Fotos, auf dieser Seite zum Beispiel, betrachtet und sich dabei vergegenwärtigt, das der Bunker ein Zeuge seiner Zeit, der Zeit des Kalten Krieges, ist, dann ist er sicher einen Besuch wert und ich hoffe ich kann es bald einrichten dort mal vorbei zu schauen.

